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Kürbishof Pöhlking ist einzigartig im Landkreis Vechta

Am 1. September beginnt die Saison in der Steinfelder Bauerschaft Harpendorf. Bis Ende Oktober sind Kürbisse in den verschiedensten Variationen erhältlich.

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Petra Kühnappel-Pöhlking und Josef Pöhlking freuen sich auf die neue Kürbissaison. Foto: Technow

Petra Kühnappel-Pöhlking und Josef Pöhlking freuen sich auf die neue Kürbissaison. Foto: Technow

Die größte und vielseitigste Beere der Welt wird auf dem Hof von Petra Kühnappel-Pöhlking und Josef Pöhlking in Harpendorf angebaut: der Kürbis. Diesen gibt es in der Zeit von Anfang September bis Ende Oktober frisch geerntet im Hofladen der Pöhlkings zu kaufen. Die Auswahl ist riesig: Es gibt Speise- und Zierkürbisse in allen möglichen Formen und Farben. Dazu kommen Kürbisgestecke, bemalte Kürbisse und Kürbisse mit beliebigen Gravuren und Schnitzereien.

Alles hat vor mehr als 20 Jahren mit einer kleinen Samentüte begonnen, die Petra Kühnappel-Pöhlking aus Neugierde einpflanzte. Die Kürbisse wurden damals privat verzehrt oder bemalt. Im Jahr darauf pflanzte sie 2 Tüten an. So wurde der Anbau immer größer. Nachbarn kamen vorbei, um ihr Kürbisse abzukaufen, bis ihr Mann schließlich im Jahr 2003 beschloss, auf fast einem Hektar Kürbisse anzubauen und gewerblich zu verkaufen. Heute umfasst die Fläche des Kürbisfeldes schon etwa 2 Hektar mit circa 150 verschiedenen Sorten. Auch Dekogurken gehören mittlerweile zum Sortiment.

Hummeln sind wichtige Mitarbeiter des Hofes

Anfang Februar werden die Kürbissamen im Gewächshaus eingepflanzt, bis sie spätestens ab Mai von Pöhlkings und ihren Kindern aufs Feld umgepflanzt werden. Dort wachsen die Kürbisse dann mindestens bis Mitte August, ehe Josef Pöhlking sie per Hand erntet und mit einem kleinen alten Traktor in die Scheune bringt. Wichtig für das Wachsen und Gedeihen der Pflanzen sind viel Sonnenlicht und Wärme.

Doch auch eine Insektenart ist für den Kürbishof unverzichtbar – die Hummel. Sie bestäubt die Kürbispflanzen besonders gut und bringt so eine gute Ernte. Daher hat Familie Pöhlking in diesem Jahr 3 weitere Hummelvölker gekauft, die jetzt auf ihrem Feld und in der Umgebung leben. Laut Petra Kühnappel-Pöhlking merke man den Unterschied, den die Hummeln jedes Jahr machten, sehr deutlich. Die Ernte werde durch die Tiere ertragreicher und besser. Um den Hummeln das Feld und ihre Umgebung schmackhaft zu machen, baut sie selbst eigene Hummelhäuser und stellt sie auf dem Hof und dem Feld für die Tiere auf.

Der Kürbis ist ein echter Alleskönner

Am 1. September (Mittwoch) startet der Verkauf der vielseitigen Beeren in der Scheune des Hofes. Wer mag, kann hier die verschiedensten Kunstwerke aus Kürbissen erwerben; sei es ein eingraviertes Pferd auf einem großen Kürbis, ein herbstliches Dekogesteck aus verschiedenen Kürbissen und Blumen, ein typischer Halloweenkürbis mit Fratze oder eingeritzte Sprüche in die Schale der Beere. Es sei als Gruppe auch möglich, sich direkt vom Feld einen Kürbis auszusuchen und diesen dann selbst vor Ort im Gewächshaus zu schnitzen oder ein Bild einzugravieren, sagt Petra Kühnappel-Pöhlking. Auch Vogelhäuschen oder Insektenhotels aus getrockneten Kürbissen sind im Hofladen, der mit seinen vielen, kleinen Details zum Besuch einlädt, zum Verkauf ausgestellt.


Herbstzeit ist Kürbiszeit – und das orangefarbene Fruchtgemüse bietet viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten. Das Team vom Kürbishof Pöhlking in Steinfeld kennt leckere Zubereitungsideen. Probieren Sie es doch mal mit einem Schoko-Kürbis-Kuchen oder einer Spaghettikürbis-Lasagne. Die Rezepte finden Sie hier auf OM Online.


Speisekürbisse werden ebenfalls im Hofladen angeboten. Ob Hokkaido, Butternusskürbis, Eichelkürbis oder Spaghettikürbis: Für jeden Geschmack sei etwas dabei. Die Verarbeitung der Kürbissorten sei sehr vielseitig möglich, etwa als Zutat in einer Suppe, einem Auflauf oder als gegrillte Beilage. Der Kürbis sei eben ein richtiger Allrounder. Das passende Heft mit allerlei Rezepten zum Kochen oder Backen mit der Beere ist auf dem Hof erhältlich.

Noch bis zum 31. Oktober können Besucher auf dem Kürbishof Pöhlking mit allen Sinnen in die Welt der Riesenbeere eintauchen, wie die Betreiber erklären. Interessierte können die bunten Farben sehen, die unterschiedlichen Formen der Schale ertasten, den frischen Hokkaido in einer Suppe schmecken und riechen. Kürbisse erzeugten gar hörbare Geräusche, wenn man bestimmte Sorten lange trocknen lasse, bis kein Wasser mehr in der Frucht vorhanden sei. Dann könne man mithilfe der Kerne im Inneren eine ganz besondere Rassel herstellen.

  • Info: Der Kürbishof Pöhlking hat bis Ende Oktober montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können dort auch Kürbisse schnitzen. Anmeldungen sind unter Telefon 05492/3877 möglich.
Kürbisvielfalt: Auf dem Hof sieht man in jeder Ecke geschnitzte und verzierte Kürbisse.   Foto: TechnowKürbisvielfalt: Auf dem Hof sieht man in jeder Ecke geschnitzte und verzierte Kürbisse.   Foto: Technow

Fakten:

Der Kürbis ist eine besondere Pflanze. Hier gibt es 7 erstaunliche Fakten zu der größten Beere der Welt:

  • Kürbisse gibt es schon sehr lange, nämlich etwa 12.000 Jahre. Damals waren sie jedoch nur in ihrer Heimat Amerika zu finden. Doch heute sind sie auch in Europa und allen anderen Teilen der Welt sehr beliebt.
  • Ob groß oder klein, rund eckig oder gebogen, orange, grün, gelb oder weiß: Es etwa 800 verschiedene Kürbisarten, die in 130 Gattungen unterschieden werden. Essbar sind davon allerdings nur rund 200 Sorten.
  • Der schwerste Kürbis aller Zeiten wog im Jahr 2016 1191,5 Kilogramm und wurde von dem Belgier Mathias Willemijns gezüchtet.
  • Kürbisse sind kein Gemüse, sondern sie zählen zu den Beerenfrüchten. Ihre Kerne liegen nämlich im Fruchtfleisch. Genau genommen werden sie aufgrund ihrer harten Außenschicht als Panzerbeere bezeichnet.
  • Kürbisse halten sich sehr lange. An dunklen Orten können sie mehrere Wochen lang lagern ohne zu schimmeln, solange sie nicht aufgeschnitten wurden. Ausgehöhlte Kürbisse sollte man deshalb mit Essig ausspülen und sie von außen mit Haarspray ansprühen. Dadurch halten die Kürbisse deutlich länger.
  • Kürbisse sind ein Wundermittel der Natur. In den Beeren stecken viele Vitamine sowie Magnesium, Kalium, Selen und noch viel mehr. Diese stärken zum Beispiel die Abwehrkräfte, senken den Cholesterinspiegel, beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und halten die Haut geschmeidig.
  • Die Kerne der Beere sind besonders wertvoll. Sie enthalten etwa die Aminosäure Tryptophan, welche die Bildung des Glückshormons Serotonin unterstützt.

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