Es ist eine politische Überraschung im Cloppenburger Nordkreis: Sven Stratmann will Bürgermeister in der Gemeinde Saterland werden. Das hat der amtierende Bürgermeister der Stadt Friesoythe am Donnerstag bekannt gegeben.
Stratmann hatte bereits vor über einem Jahr seine Entscheidung öffentlich gemacht, sich bei der diesjährigen Kommunalwahl nicht für eine dritte Amtszeit in Friesoythe bewerben zu wollen. Diese Entscheidung unterstreicht er noch einmal: Eine Fortsetzung der Aufgabe in Friesoythe sei für ihn keine Option gewesen, „da ich der Auffassung bin, dass niemand zu lange an seinem Stuhl kleben sollte und frischer Wind einer Kommune nach mehr als einem Jahrzehnt mit dem gleichen Bürgermeister nur guttun" könne.
Nunmehr strebe er das Amt in seiner Heimatgemeinde an – Stratmann ist in Scharrel aufgewachsen. Dementsprechend bezeichnet er seine Bewerbung auch als „Herzensangelegenheit“. Zeitgleich verkündete Stratmann am Donnerstag auch seinen Austritt aus der SPD, nachdem er 14 Jahre für die Sozialdemokraten an der Spitze des Friesoyther Rathauses stand.
Stratmann will gegen Otto antreten und muss damit die SPD verlassen
Dieser Schritt sei keine Entscheidung gegen seine bisherigen Parteigenossen, sondern „eine Entscheidung für das Saterland“– er wolle als unabhängiger Kandidat im Saterland ins Rennen gehen. Die Statuten der Partei würden festlegen, dass eine Kandidatur gegen einen Kandidaten, der von der SPD unterstützt wird, zu einem Parteiausschluss führe. Die SPD im Saterland unterstützt den amtierenden und parteilosen Bürgermeister Thomas Otto bei seiner angestrebten Wiederwahl. Otto wird außerdem von den Grünen unterstützt.
Bevor Stratmann nun als Einzelbewerber antreten darf, geht es in den nächsten Wochen und Monaten im ersten Schritt darum, die erforderliche Anzahl an Unterstützern zu finden. Erst wenn es eine ausreichende Zahl von Unterstützern gibt, darf Stratmann seine Kandidatur im Rathaus einreichen, das ist vom Niedersächsischen Kommunalwahlrecht so vorgesehen.
Bei der Bürgermeisterwahl gibt es aktuell neben Amtsinhaber Otto zwei weitere Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Eine Findungskommission der CDU hatte sich im Herbst für Markus Janssen entschieden. Die AfD hatte sich Ende November entschlossen, mit Joachim Schoone einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken.