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Neuer Standort für Rechterfelder Feuerwehr steht fest

Das Gebäude soll neben dem Friedhof gebaut werden. Die Nachbarschaft in der Wohnsiedlung dort ist davon wenig begeistert.

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Auf dieser Fläche zwischen der Brüterei (links) und dem Friedhof (rechts) in Rechterfeld soll künftig das Feuerwehrhaus stehen. Foto: C. Meyer

Auf dieser Fläche zwischen der Brüterei (links) und dem Friedhof (rechts) in Rechterfeld soll künftig das Feuerwehrhaus stehen. Foto: C. Meyer

Die Freiwillige Feuerwehr Rechterfeld residiert künftig zwischen der Brüterei und dem Friedhof in Rechterfeld – sofern der Gemeinderat Ende März grünes Licht gibt. Die Mitglieder des Visbeker Bau-, Umwelt- und Digitalisierungsausschusses votierten schon einmal mehrheitlich dafür, den entsprechenden Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Vergangenen Sommer sprachen sich die Gemeinderatsmitglieder dafür aus, dass die Rechterfelder Wehr ein neues Gebäude bekommen soll. 

Da im Flächennutzungsplan die Fläche aktuell noch als Grünfläche ausgewiesen ist, ist die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans notwendig. Im derzeitigen Entwurf für den Neubau ist vorgesehen, dass die Ausfahrt für die Einsatzfahrzeuge in Richtung der Brüterei vorgesehen ist, die Parkplätze sollen auf die andere Seite des Gebäudes, wie Frank Schnitker vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach und Partner den zahlreichen Anwesenden – mehrere Rechterfelder Feuerwehrleute besuchten die Sitzung – erläuterte.

Nachbarschaft sieht den Standort kritisch

Nach Gesprächen mit den Anliegerinnen und Anliegern vor Ort im vergangenen Sommer habe man sich auf die Ausfahrt Richtung Brüterei geeinigt, damit die Einsatzfahrzeuge nicht an der Siedlung vorbeifahren müssen, ergänzte Bürgermeister Gerd Meyer. Meyer verdeutlichte zudem, dass nur dieser Standort zur Verfügung stehe. Alternativen habe die Verwaltung nicht. Mit der katholischen Kirche – der Friedhof grenzt an die fragliche Fläche – seien ebenfalls Gespräche dahingehend geführt worden, das Feuerwehrgebäude so weit Richtung Friedhof verlagern zu können, dass Erweiterungsmöglichkeiten im vorderen Bereich nicht ausgeschlossen sind.

Was den zu erwartenden Lärm angeht, ließ Frank Schnitker abschließend wissen, dass in den Jahren 2018 bis 2021 die Rechterfelder Wehr 30 bis 54 Einsätze im Jahr hatte. Die nächtlichen beliefen sich auf zwischen sieben bis neun. Überdies gebe es wöchentliche Dienstabende.

Peter Kuhlmann (FDP) ist selbst Anwohner in der Nähe des Standorts und sieht diesen „mehr als kritisch“, wie er sagte. Er halte den Kreuzungsverkehr, insbesondere wenn der Mais dort meterhoch stehe, für gefährlich. Dass die Feuerwehrunfallkasse das nicht kritisierte, überrasche ihn. Er verwies auf mögliche Standorte im Rechterfelder Gewerbegebiet und kritisierte, dass die Verwaltung nicht mehr Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt habe. Kuhlmann beantragte schließlich die Zurückstellung des Projekts – dies wurde jedoch mehrheitlich abgewiesen.

Alternative im Gewerbegebiet?

Die von Kuhlmann angesprochene Problematik im Kreuzungsbereich konnte der Bürgermeister nicht nachvollziehen. Die Ausfahrt für die Einsatzfahrzeuge liege genau im Einmündungsbereich zur Straße, die zur Visbeker Straße führt, erklärte er. Was einen möglichen Standort im Rechterfelder Gewerbegebiet angehe, verdeutlichte Meyer, dass dies auf der anderen Seite der Ortschaft liegt. Die Einsatzlage verschärfe sich aber in Richtung Visbek. Die Feuerwehr müsste demzufolge durch den Ort. Auch die Feuerwehr selbst sehe den Standort ungünstig. Außerdem: Die Feuerwehr gehöre „nicht an den Rand, sondern dahin, wo es am sinnvollsten ist“.

Es sei unumstritten, dass die Feuerwehr Rechterfeld ein neues Gebäude braucht, sagte Claus Meyer (CDU), der die Kritik ebenfalls nicht nachvollziehen konnte. Er sehe vielmehr die Vorteile des Standorts. Zum einen gehöre die Fläche bereits der Gemeinde, müsse also nicht mehr gekauft werden. Zum anderen gebe die Fläche im südöstlichen Bereich noch Platz her, um möglicherweise zusätzliche Parkplätze in Richtung Friedhof zu schaffen. Nach Ansicht Meyers gebe es da durchaus Bedarf. Man werde mit den Anliegerinnen und Anliegern noch darüber sprechen, wie dieser Bereich gestaltet werde, sagte der Bürgermeister dazu.

Martin Rohe (SPD) und Josef Langfermann (Grüne) ließen ebenfalls wissen, dass sie den Standort am Friedhof für gut geeignet halten. Die Lage sei günstig. Zwar halte er „die paar Einsätze – in Anführungszeichen“ für „nicht ganz so störend“, aber Langfermann regte an, sich noch einmal mit der Nachbarschaft zu treffen. Peter Kuhlmann sagte dazu, dass es beim vergangenen Gespräch eine lebhafte Diskussion gab und noch nicht alle Fragen haben geklärt werden können. Bürgermeister Gerd Meyer gab schließlich zu verstehen, dass der Kontakt zur Nachbarschaft erneut gesucht werde.

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