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Jochen Steinkamp wirbt bei der CDU in Lohne für ein besseres Europa

Der 43 Jahre alte Europakandidat war der Festredner beim traditionellen Prüttessen seiner Partei. Er überzeugte ebenso wie die weiteren Redner des Abends.

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Er brennt für Politik, die CDU und Europa: Jochen Steinkamp. Foto: Timphaus

Er brennt für Politik, die CDU und Europa: Jochen Steinkamp. Foto: Timphaus

Mit einem flammenden Appell für die europäische Idee hat der Vechtaer Kreisvorsitzende und Europakandidat Jochen Steinkamp beim Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbandes Lohne für Applaus gesorgt. "Ein starkes Europa und ein freiheitliches Europa widersprechen sich nicht. Das sind zwei Seiten derselben Medaille."

Steinkamp ging unter anderem auf seine persönliche Verbindung zu Europa ein. Viel Zuspruch erhielt der Lohner für seine Aussage, es dürfe nie wieder in Deutschland eine Partei das Sagen bekommen, die sich der Ideologie der Nationalsozialisten annähere. 

"Wir wollen ein Europa, das echten Mehrwert schafft."

Jochen Steinkamp, Europakandidat der CDU Niedersachsen und Vechtaer CDU-Kreisvorsitzender

Die Europawahl am 9. Juni ist nach seinen Angaben in zweifacher Hinsicht wichtig: Zum einen gebe es eine Gefahr von innen für die europäische Idee. Der Rechtsruck in vielen Ländern und die Tendenzen, Europa wieder rückabwickeln zu wollen, destabilisierten die Demokratie. Steinkamp rief zur Verteidigung auf. Als Gefahr von Außen bezeichnete er Russland und China, die Europa zerstören wollten.

Seine Partei, die CDU auf nationaler und die EVP auf europäischer Ebene, wehrten sich gegen ein Europa der Nationalisten und ein Europa des Selbstzwecks. "Wir wollen ein Europa, das echten Mehrwert schafft", sagte der 43-Jährige, der auf Listenplatz 4 der niedersächsischen CDU ins Rennen geht.

Steinkamp warb unter anderem für eine Stärkung des Binnenmarkts und für Bürokratieabbau. Er stellte sich nochmals an die Seite der Landwirte und sprach sich für den Europäischen Emissionshandel aus. "Wenn es teurer wird, werden Unternehmen schon von allein für CO₂-Reduktionen sorgen."

Es ist angerichtet: (von links) der Lohner CDU-Vorsitzende Ulrich Zerhusen, der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Eilers, Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet, der CDU-Europakandidat Jochen Steinkamp, Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer, Koch Karl Fiedler, Gastronom Herbert Holz, die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher und Koch Uli Tepe. Foto: TimphausEs ist angerichtet: (von links) der Lohner CDU-Vorsitzende Ulrich Zerhusen, der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Eilers, Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet, der CDU-Europakandidat Jochen Steinkamp, Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer, Koch Karl Fiedler, Gastronom Herbert Holz, die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher und Koch Uli Tepe. Foto: Timphaus

Einen Ausbau der "Festung Europa" nannte der Christdemokrat den falschen Weg. Irreguläre Migration dürfe nicht mehr akzeptiert werden, es müssten Humanität und Ordnung einziehen. "Wir müssen für mehr Demokratie kämpfen." 

Mit etwa 110 Gästen verzeichnete die Traditionsveranstaltung der Lohner CDU weniger Besucher als in den Vorjahren. Das tat der guten Stimmung auf dem Hof Seggewisch in Märschendorf jedoch keinen Abbruch. Für die musikalische Unterhaltung sorgten der neue CDU-Beisitzer Tom Sieve (Trompete) und Barbara Kienel, Organistin und Kantorin der Pfarrei St. Gertrud, am Keyboard. 

Bürgermeisterin blickt auf kommende Projekte

Der Lohner CDU-Vorsitzende Ulrich Zerhusen schlug über eine Anekdote zum Kennenlernen seiner heutigen Ehefrau Ashley, die jüdische Wurzeln hat, einen Bogen zum Antisemitismus in Deutschland. "Wenn wir jüdisches Leben verschwinden lassen, ist das noch Vielfalt?" Kritik übte er an der Ampel-Regierung, die an den Lebensrealitäten vorbei regiere. Der steigende Zulauf an den extremen Rändern könne nur verhindert werden, "wenn wir die Menschen wieder ernst nehmen". 

Zerhusen beklagte, dass sich der Staat in den vergangenen zwei Jahren von der Gesellschaft völlig entkoppelt habe. Er nannte als Beleg die "aufgeblähte Bürokratie". Die CDU werde gebraucht. "Wir sind die Partei der Freiheit; diejenige, die den Menschen etwas zutraut." Er forderte zum Handeln auf. "Jetzt ist die Zeit, sich politisch zu engagieren. Jetzt ist die Zeit, in die CDU einzutreten. Jetzt ist die Zeit für einen konservativen Neustart."

Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet blickte auf kommende Projekte. Der Hallenbad-Neubau werde die Stadt nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch fordern. Der "Masterplan Brockdorf", bei dem jüngst nun doch der Abriss des alten Feuerwehrhauses beschlossen wurde, die erforderlichen Schulumbauten im Zuge des Ganztagsanspruchs ab 2026 und auch die Neugestaltung der Innenstadt streifte die Verwaltungschefin neben weiteren Themen. 

"Die CDU wird gebraucht in diesem Land, mehr denn je. Wir müssen wieder besser sein."

Silvia Breher, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Lindern

Voet stellte fest: "Uns geht es gut." Die Stadt nehme die 30.000-Einwohner-Marke in den Blick, jeder fünfte Lohner sei unter 18 Jahre. 2023 nahm die Stadt etwa 32,9 Millionen Euro Gewerbesteuern ein. Zum Vergleich führte sie an: Der Niedersachsenpark generierte in 25 Jahren circa 40 Millionen Euro Gewerbesteuern. "Das schaffen Lohner Betriebe in etwas mehr als einem Jahr."

Die Bürgermeisterin kritisierte Bund und Land, die nicht nur Vorgaben machen und Ziele formulieren dürften. Exemplarisch ging sie auf die kommunale Wärmeplanung in Lohne ein, die derzeit aufgrund eines Förderstopps ausgebremst werde. Sie forderte Vertrauen ein, "dass wir am besten wissen, was wir mit dem Geld machen sollen". Zur aktuellen AfD-Debatte zitierte Voet den Freiburger Bundesligatrainer Christian Streich, der klare Kante gegen Rechtsextremismus gezeigt habe.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher aus Lindern sprach ein kurzes Grußwort, in dem sie vor einer Spaltung der Gesellschaft warnte, ebenfalls die Ampel kritisierte und gleichzeitig ihre Partei dazu aufforderte, die Menschen wieder abzuholen. "Wir werden gebraucht in diesem Land, mehr denn je. Wir müssen wieder besser sein."

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