Oldenburg und Wildeshausen am Samstag, Vechta und Bremen am Sonntag: Das sind nur 4 von etwa 100 Orten bundesweit, an denen in den nächsten Tagen für die Demokratie und gegen den sich rasant verbreitenden Rechtsextremismus demonstriert wird. Möglichkeiten zu zeigen, dass Deutschland anders ist, als es die braunen Aufrührer gerne hätten, gibt es also zuhauf.
Damit setzt sich fort, was am vergangenen Wochenende in Potsdam, Berlin und andernorts mit Zehntausenden seinen Anfang nahm. Das von investigativen Journalistinnen und Journalisten aufgedeckte Geheimtreffen zur massenhaften Vertreibung von Menschen aus Deutschland hat die Bevölkerung offenbar wachgerüttelt. Niemand kann heute mehr behaupten, von nichts gewusst zu haben.
Verursacher von Hass und Hetze klar benennen
Noch vor wenigen Tagen mahnte der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) an, dass es „keinen sichtbaren Aufstand der Demokraten“ gibt, stattdessen verschwiegen und verharmlost werde. Jetzt formiert sich der Widerstand. Gott sei Dank. Möge dieser Widerstand laut und nachhaltig sein.
Wichtig ist es dabei auch, Ross und Reiter zu benennen. Der Verursacher für Hass, Hetze und Ausgrenzung in diesem Land hat einen Namen: AfD. Diese Partei hat es binnen weniger Jahre geschafft, dass Werte wie Mitgefühl, Toleranz, Barmherzigkeit, Liebe und Menschlichkeit infrage gestellt und mitunter sogar an den Rand gedrängt werden. Zugleich ist sie ein Sammelbecken für alle, denen eine offene und bunte Gesellschaft zuwider ist. Damit nicht genug: Das sind Staatsfeinde. Die wollen die Demokratie abschaffen.
"Wer morgen nicht in einem anderen, dunklen Land aufwachen möchte, für den ist Wegschauen und Kopf einziehen keine Option mehr."
Alle sind aufgerufen, sich dem entgegenzustellen. Es geht um gesellschaftliche Verantwortung. Gemeint ist dabei nicht die Verantwortung des Staates oder der Politik, bei denen aktuell jeder Frust abgeladen wird. Hier geht es um die Verantwortung, die jeder einzelne Bürger und jede einzelne Bürgerin für diese Gesellschaft hat.
Wer morgen nicht in einem anderen, dunklen Land aufwachen möchte, für den ist Wegschauen und Kopf einziehen keine Option mehr. Also: Aufstehen, mitmachen, hingehen. Weg von der Couch, rauf auf die Straße. Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit statt Rechtsextremismus, Diktatur und AfD.