Ja, es ist wirklich ein wenig wie bei James Bond. Wenn Journalisten in einen Gerichtssaal nicht mal ihre eigenen Kugelschreiber mitnehmen dürfen und Angeklagte erst nach dem Abschalten aller Kameras zur Anklagebank geführt werden, herrscht mehr als die höchste Sicherheitsstufe.
Der Fall des jetzt wegen schweren Landesverrates angeklagten BND-Mitarbeiters zeigt, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Die Zeit der Entspannung nach dem Mauerfall ist lange vorbei. Zwischen Moskau und Berlin herrscht eine Stimmung wie im Kalten Krieg der 80er-Jahre.
Damals hatten Agenten zwischen Ost und West Hochkonjunktur. Heute ist es wieder so. Ständig werden deshalb in Deutschland Gerichtsverfahren wegen Spionagetätigkeiten geführt, meistens in Verbindung zu Russland. Der aktuelle Fall wiegt aber besonders schwer, was schon daran zu erkennen ist, dass den russischen Diensten die Informationen Hunderttausende Euro wert waren.
Der Angeklagte war mit der technischen Aufklärung beschäftigt. Gerade zu Beginn des Ukraine-Krieges wurden hier wichtige Erkenntnisse über das Abhören von Funksprüchen gewonnen. Der BND soll über das Wirken der Wagner-Gruppe bestens informiert gewesen sein, hatte den Krieg frühzeitig kommen sehen. Wer hier für den deutschen Geheimdienst tätig ist, muss nicht nur höchst vertrauenswürdig sein, er muss auch stetig überprüft werden.
Als der Fall hoch kam, schrillten die Alarmglocken. Denn deutlich wurde, dass der BND bei der Eigensicherung nicht gut genug aufgestellt war. Hier muss nachgebessert werden. Wiederholen darf sich ein solcher Fall auf keinen Fall.