CDU bittet zum Info-Abend mit Experten zum Thema Photovoltaik
Vor allem um die Nutzung von Freiflächen ging es bei der Veranstaltung. 200 Gäste kamen.
Hubert Looschen | 15.04.2023
Vor allem um die Nutzung von Freiflächen ging es bei der Veranstaltung. 200 Gäste kamen.
Hubert Looschen | 15.04.2023

Informieren: (von links) Dirk Koopmann, Ansgar Meyer, Carla Brüning und Sophia Ulferts-Dirksen sowie Christoph Eilers. Foto: Looschen
Mit dem Thema „Photovoltaikanlagen auf Freiflächen“ haben der CDU-Kreisverband Cloppenburg und Garrels CDU-Ortsverband als Veranstalter großes Interesse geweckt. Etwa 200 Gäste wollten sich informieren. Referenten waren der Kreisdezernent Ansgar Meyer sowie Carla Brüning und Sophia Ulferts-Dirksen von der Landwirtschaftskammer. Begrüßt wurden sie vom Ortsvorsitzenden Dirk Koopmann. „Zu den Gästen gehören viele kommunale Mandatsträger“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Christoph Eilers. Auf die kommunalen Parlamente warte viel Arbeit. Sie werden entsprechende Bauleitplanungen vorantreiben müssen. Dabei gibt die Klimaschutznovelle einen Rahmen vor, der im Detail von jeder Kommune angepasst werden muss. Für jede einzelne Anlage können andere Entscheidungskriterien gelten. Das Land geht von 65 Gigawatt aus Photovoltaikanlagen bis 2040 aus, davon sollen die Anlagen auf Freiflächen 15 Gigawatt liefern. Auf den Kreis heruntergerechnet sind das 667 Hektar, sagte Kreisdezernent Ansgar Meyer. Bei Entscheidungen für die Genehmigung gelten Ausschlusskriterien wie die Nähe zu Wohngebieten und Wäldern, Einschränkungen der landwirtschaftlichen Strukturen, Bodendenkmäler, Naturschutzgebiete, aber auch Flächen, die gute Erntererträge erwarten lassen. Gunstfaktoren sind Flächen längs der Autobahn, kontaminierte Flächen und solche unter Hochspannungsleitungen, aber Areale, die nur einen geringen Nutzen als landwirtschaftliche Fläche haben, zum Beispiel sehr sandiger Boden oder Gebiete, die für die Wassergewinnung schon jetzt nur eingeschränkt bewirtschaftet werden können. Sind auf dem Gelände einer Kläranlage noch Flächen frei, kommen auch diese in Frage. Die Kommunen können bei ihren Planungen passiv agieren – Antrag eines Investors – oder aktiv werden und Bauleitplanungen entwickeln. Meyer weiß, dass die Genehmigungs- und Antragsverfahren eine Herkulesaufgabe werden. Allerdings sei der politische Druck nicht so groß wie bei dem Ausbau der Windenergie. Brüning und Ulferts-Dirksen verwiesen auf die Konkurrenzsituation. Ackerflächen für die Ernährung der Menschen, Maisflächen für Biogasanlagen, neue Wohn- und Gewerbegebiete stünden in Konkurrenz. Eine Fläche mit einer Photovoltaikanlage könne eine zusätzliche Einkommensmöglichkeit werden, stünde aber auch einer rein landwirtschaftlichen Ausweitung entgegen. Da müsse die Situation jedes einzelnen Betriebes gesehen, Risiken abgewogen werden. Kommunen könnten durch Planungen steuern. Auf jeden Fall seien eine Bürgerbeteiligung und eine komplette Wertschöpfung vor Ort zu empfehlen, sagte Sophia Ulferts-Dirksen. Zuhörermeldungen machten deutlich, dass noch viele Probleme zu bewältigen sind: fehlende Infrastruktur bei der Stromeinspeisung, Ausgleichsflächen für neue Anlagen, keine Speichermöglichkeiten, Überforderung der beteiligten Behörden. Auch von „purem Aktionismus“ war die Rede. Der Kreis verzeichnet zwar erste Anfragen, es wurde aber noch kein Antrag gestellt, so Meyer. Auch die Deponie Stapelfeld werde als möglicher Standort geprüft.Bürgerbeteiligung und eine komplette Wertschöpfung werden empfohlen
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