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Wo ist nur die ganze Zeit hin?

Meine Woche: Hier ist sie! Ich habe eine Woche lang meine Zeit auf ihren Abwegen begleitet und mir akribisch notiert, wo sie sich herumgetrieben hat. Das Ergebnis hat mich überrascht und verstört.

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Und schon wieder eine Woche vorbei. Überlegen Sie mal – wissen Sie noch genau, was Sie in der letzten Woche alles gemacht haben? Womit Sie Ihre kostbare Zeit verbracht haben? Fragen Sie sich in solchen Momenten dann: „Wo ist nur die ganze Zeit hin?“

Nun, genau diese Frage habe ich mir auch gestellt. In jeder Woche, an jedem Tag, in jeder Minute und in jedem noch so kurzen Moment vergeht so unglaublich viel Zeit und verschwindet dann auf Nimmerwiedersehen.

Um ganz genau herauszufinden, wo sie eigentlich geblieben ist, habe ich mir eine Woche lang akribisch notiert, womit ich so meine Zeit verbracht habe. Bei jeder noch so kleinen Aktivität habe ich eine Stoppuhr angeworfen und dann aufgeschrieben, wie viel Zeit ich womit verbracht habe.

„Ich habe wirklich keine coolen Hobbys.“

Bevor ich Ihnen nun die durchaus überraschenden Zeiten präsentiere, ein kleiner Hinweis vorweg: Hin und wieder kam es in der vergangenen Woche vor, dass ich mehrere Dinge gleichzeitig gemacht habe. So war ich beispielsweise mit Freunden unterwegs und habe währenddessen eine Kleinigkeit gegessen. Bei solchen Momenten habe ich mir nur die Zeit für die „Hauptbeschäftigung“ notiert. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Ich war zwar auch essen, aber hauptsächlich war ich mit Freunden unterwegs – also notiere ich mir nur eine Zeit für „mit Freunden abhängen“. Klassische „Nebenbeschäftigungen“ waren etwa auch sowas wie „auf dem Smartphone rumscrollen“ oder „mit den Katzen kuscheln oder spielen“. So viel zur Methode.

Wenig überraschend habe ich die meiste Zeit im Bett verbracht. Exakt 48 Stunden und 16 Minuten habe ich geschlafen. Das sind fast 7 Stunden pro Tag – viel mehr, als ich dachte!

Auch meine Arbeit hat viel Zeit in Anspruch genommen: 37 Stunden und 30 Minuten habe ich in den letzten 7 Tagen mit der Arbeit verbracht. Damit habe ich allein 85 Stunden und 46 Minuten lang entweder geschlafen oder gearbeitet. Sapperlot. Eine Woche hat insgesamt 168 Stunden – etwa die Hälfte meiner Zeit ist also schon weg.

Halb so schlimm, es bleibt ja noch ein gutes Stück Zeit! Die habe ich – ojemine – hauptsächlich am Handy verbracht. 14 Stunden und 43 Minuten hing ich „aktiv“ an meinem Mobiltelefon. Mit „aktiv“ meine ich übrigens, dass ich mich in diesen Momenten komplett auf mein Smartphone konzentriert habe, sei es durch das rege Nutzen sozialer Netzwerke, das Lesen sämtlicher Artikel oder Ähnliches.

Passiv habe ich mein Handy deutlich mehr genutzt – meine Bildschirmzeit der vergangenen Woche betrug erschreckende 69 Stunden und 49 Minuten. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings anmerken, dass mein Smartphone nachts fast immer an ist, da ich mich zum Einschlafen gerne mit irgendwelchen YouTube-Videos beschallen lasse.

Zurück zum Thema: Auch sonst haben mich die digitalen Medien in hohem Maße gefesselt. 11 Stunden und 44 Minuten habe ich an meiner Videospielkonsole gehangen. Ich habe wirklich keine coolen Hobbys.

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Entsprechend langweilig geht es weiter: 10 Stunden und 32 Minuten habe ich mit Freunden verbracht, 5 Stunden und 21 Minuten lang habe ich aktiv mit meinen Katzen gekuschelt oder gespielt und 5 Stunden und eine Minute saß ich im Auto (so lange?!). 4 Stunden und 22 Minuten hing ich im Badezimmer herum (verdammt, so lange?!) und 4 Stunden und 13 Minuten lang hatte ich auf Konzerten Spaß. Mit Einkaufen und Bummeln habe ich insgesamt 2 Stunden und 51 Minuten verbracht.

Kommen wir zu den Dingen, die noch weniger Spaß machen und noch langweiliger sind: sämtliche Tätigkeiten im Haushalt. Yay. Ja. Ich habe 2 Stunden und 37 Minuten gekocht und 2 Stunden und eine Minute gegessen. Der Geschirrspüler hat mir insgesamt nur 19 Minuten meiner Zeit geklaut, die Wäsche dagegen ganze 43 Minuten, das Staubsaugen 39 Minuten und das Katzenklo 37 Minuten. Das Füttern meiner kleinen Biester hat übrigens 34 Minuten gedauert. 31 Minuten habe ich gewischt, 11 Minuten den Müll rausgebracht, 17 Minuten mein Bett gemacht und 1 Stunde und 52 Minuten habe ich mich sonst irgendwie um den Haushalt gekümmert.

Dann war die Woche schon fast vorbei. Für 15 Minuten war ich noch im Tattoo-Studio und für 41 Minuten habe ich mich über die EWE aufgeregt. Ach ja, das Aufschreiben der einzelnen Zeiten hat mich insgesamt 21 Minuten gekostet.

Wenn man jetzt alle Zeiten zusammenzählt, kommt man auf 156 Stunden und 13 Minuten. Hm. Wie wir bereits geklärt haben, hat eine Woche allerdings 168 Stunden. Es fehlen also 11 Stunden und 47 Minuten. Damit sind wir wieder am Anfang und es stellt sich die Frage: Wo ist nur die ganze Zeit hin?


Zur Person:

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