Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Wirte-Wechsel in Kult-Kneipe Ritzer

Die Umsätze seien seit Corona stark zurückgegangen, klagt Pächter Marko Bühler. Die Eigentümer  übernehmen nun selbst das Zepter am Zapfhahn.

Artikel teilen:
Das war's: Marko Bühler Pächter des Ritzers macht nicht mehr weiter. Foto: Böckmann

Das war's: Marko Bühler Pächter des Ritzers macht nicht mehr weiter. Foto: Böckmann

Im Juli hatte Marko Bühler die schwierige Situation des Ritzer öffentlich gemacht, wenige Wochen nach dem Hilferuf hat der Wirt nun seine Konsequenzen gezogen: Zum 31. August hört der 43-Jährige als Pächter der Dinklager Kult-Kneipe auf. Der Grund: Die Umsatzeinbußen seit der Corona-Pandemie seien für ihn in dieser Form finanziell "nicht mehr tragbar" gewesen. Deswegen habe er nun die Reißleine gezogen. Die gute Nachricht: Frank Schlarmann (Dinklage) und sein Partner Norbert Hilker (Lohne) werden als Besitzer die Schankwirtschaft jetzt in Eigenregie weiter betreiben.

Marko Bühler hatte das Ritzer im Januar 2015 übernommen. Nach fünfeinhalb Jahren schließt der Dinklager die Tür der Wirtschaft in der Innenstadt nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Er habe viel Herzblut und vor allem Arbeit in die Ausstattung der Kneipe gesteckt. "Ich habe alles selber gemacht, es war nicht einmal ein Handwerker da", erzählt der gelernte Maurer. Auch deswegen sei seine Aufgabe als Wirt "mehr als ärgerlich". Trotz aller Nerven, die die Arbeit gekostet habe, habe sie "echt Spaß gemacht", sagt Bühler und freut sich schon auf den von einer Agentur produzierten Videoclip mit Bildern und Highlights der vergangenen Jahre.

Andererseits verspüre er auch eine Art Befreiung. Bühler sieht sich als "Corona-Opfer". Seit der Pandemie seien die Umsätze in dem vorher laut eigener Aussage gut laufenden Laden stark eingebrochen. Ohne die gut besuchten und damit finanziell wichtigen Motto-Partys, die aufgrund der aktuellen Verfügungen nicht möglich sind, sei es nicht realistisch, die Kneipe "wirtschaftlich am Leben zu halten". Licht am Ende des Tunnels sieht Marko Bühler nicht. Und weil er keine roten Zahlen schreiben möchte, kündigte er nun. Er werde nun alle Energie in seine Sportsbars am Holdorfer Heidesee und Landwehr's Grillstube in Bakum stecken. Auch die Fußballer-Kneipe im Jahnstadion des TV Dinklage betreibt Bühler noch.

Bobrennen soll im Ritzer stattfinden

Geschlossen bleiben soll das Ritzer - neben dem "Bistro im Stern" die letzte verbliebene klassische Kneipe in Dinklage - indes nur für kurze Zeit. Hauseigentürmer Frank Schlarmann bestätigte, dass er mit seinem Partner Norbert Hilker vermutlich ab dem 10. September (Donnerstag) wieder öffnen wird. Wie genau, das möchten die beiden in dieser Woche besprechen. Die Schankwirtschaft soll von donnerstags bis samstags öffnen, nach Möglichkeit auch am Sonntag.

Dabei soll in der Heimat des Fußball-Fanclubs "Ritzer Knappen" auch die Bundesliga-Konferenz gezeigt werden, sagt Schalke-Fan Schlarmann. Auch das legendäre Bobrennen des WSC Ritzer für die OV/KSB-Aktion "Sportler gegen Hunger" wird, sofern es Corona erlaubt, stattfinden, betont der WSC-Team-Manager. Bühlers coronabedingtes Ende sei "sehr schade", findet Frank Schlarmann.

Der direkte Draht zu Ihren Nachrichten aus dem OM. Abonnieren Sie unseren kostenlosen WhatsApp-Newsletter. Immer am Abend. Hier geht es lang! 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Wirte-Wechsel in Kult-Kneipe Ritzer - OM online