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Wir haben in Vechta nachgefragt: Wo fühlen Sie sich nachts unsicher?

Eine Straßenumfrage zum „Tag des Lokaljournalismus“ zum Thema Sicherheit: Bei den Antworten von Zugezogenen und Einheimischen gibt es wenig Unterschiede.

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Dunkel, wenig belebt, Probleme mit Vandalismus: Am Vechtaer Bahnhof fühlen sich sich viele Menschen unsicher. Foto: Chowanietz/Archiv

Dunkel, wenig belebt, Probleme mit Vandalismus: Am Vechtaer Bahnhof fühlen sich sich viele Menschen unsicher. Foto: Chowanietz/Archiv

Schon im Sommer 2019 hatte die Stadt Vechta einen Runden Tisch einberufen. Es ging um die Sicherheit in der Vechtaer Innenstadt, hauptsächlich auf der Vechtaer Kneipenmeile im Süden der City. Die Polizei war dabei, Wirte, Vertreter der Stadt. Damals hatte es Schlägereien gegeben und einige Sachbeschädigungen. Passanten fühlten sich unsicher. Streifenwagen fuhren häufiger durch den Teil der Großen Straße.

Die regelmäßigen Meldungen über Polizeieinsätze auf der Vechtaer Meile gibt es nicht mehr. Aber die Unsicherheit ist geblieben. Das zeigt eine Straßenumfrage der OM-Medien in der Vechtaer Innenstadt von Ende April. Die Redaktion fragte: „Wo fühlen Sie sich nachts im OM unsicher?“ Die Befragten blickten bei ihren Antworten hauptsächlich auf die Stadt Vechta.

Dabei gaben primär junge Erwachsene an, dass sie sich nachts im kleinen Bermuda-Dreieck und an den Rändern der Innenstadt nicht sicher fühlen – Frauen häufiger als Männer. Die befragten Frauen meiden den Bereich, wenn sie alleine unterwegs sind. Das liege etwa an anderen, teils stark alkoholisierten Besuchern, aber auch an den vielen dunklen Ecken an der Straße.

Gruppen junger Leute verunsichern

Nicht alle Befragten wollten in der Berichterstattung über das Thema namentlich zitiert oder von unserem Video-Reporter gefilmt werden. Wir haben ihre Standpunkte aber notiert. Gesprochen haben wir mit Einheimischen wie auch Zugezogenen; Vechta ist durch die Uni schließlich auch eine Stadt, in der viele Studentinnen und Studenten leben. Ihre Wahrnehmung ist aber ziemlich ähnlich.

Der Straßenabschnitt im Süden ist demnach nicht der einzige gefühlt unsichere Punkt in der Innenstadt: Mehrfach genannt wurde auch der Bereich weiter nördlich an der Abzweigung zur Kleinen Kirchstraße und in der kleinen Parallelstraße Am Klapphaken. Ein Grund: Dort halten sich sehr unterschiedliche Gruppen junger Leute auf, die offenbar Passanten verunsichern. Dort, glauben viele der Befragten, soll auch mit Drogen gehandelt werden.

Zwei weitere dunkle Ecken sind altbekannt: der Zitadellenpark und der Vechtaer Bahnhof. Dort ist das Unsicherheitsgefühl stark: Die Bereiche sind wenig belebt, andere Personen lassen sich wegen der teils schwachen Beleuchtung nicht gut erkennen.

Schlechtes Image

Die Studentinnen Lina Janssen und Jennifer Grünfeld erzählen von unangenehmen Erlebnissen am Bahnhof. Frauen würden dort von ihnen unbekannten Männern belästigt und müssten sich unangemessene Sprüche anhören. Wenn etwas passiere, wisse man nicht, ob man Hilfe bekomme.

Die Probleme mit Vandalismus und Kleinkriminalität tragen zusätzlich zum schlechten Image der Bereiche an der Bahnlinie bei – auch wenn die Stadt dort einen privaten Sicherheitsdienst patrouillieren lässt.

Fließender Übergang: Von belebten, hellen Publikumsmagneten zu dunklen Ecken wie etwa rund um das historische Kaponier ist es nachts nicht weit. Foto: M. Niehues/ArchivFließender Übergang: Von belebten, hellen Publikumsmagneten zu dunklen Ecken wie etwa rund um das historische Kaponier ist es nachts nicht weit. Foto: M. Niehues/Archiv

Die Rentner Siegrid und Günter Framme aus Bakum haben keine Bedenken, wenn sie sich in Vechta bewegen. Für sie ist aber klar: Überall, wo es dunkel und wenig belebt sei, fühle man sich von Natur aus unsicher. Das sei unabhängig vom Ort. Ihr Beispiel: die Lohner Innenstadt oder Bakum, wo man besonders im Dunkeln wenige Menschen treffe.

Das sieht auch die Vechtaerin Stefanie Heitkamp so. Sie meide Orte mit wenig Beleuchtung – speziell aber auch Orte, die keinen Ruf haben. Dazu gehört auch der Zitadellenpark.


Hier gibt's mehr zum „Tag des Lokaljournalismus“

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