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Wie die Gemeinde Steinfeld und ein Landwirt einen Wald aufwerten – und so Ökopunkte sammeln

Die Aufforstung in Harpendorf gehört zu den ersten Projekten im Landkreis Vechta, bei dem eine Kompensation im Wald anerkannt wird. Das Vorhaben könnte Modellcharakter entwickeln.

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Vom Kiefern- zum Eichenwald: Über die geplante Aufforstung an der Lönshütte in Harpendorf informieren Bauamtsleiterin Sara Wildmann (links), Landwirt Thomas Nordhus und Bezirksförsterin Dorothea Kreinberg mit Hundedame Trude.  Foto: Timphaus

Vom Kiefern- zum Eichenwald: Über die geplante Aufforstung an der Lönshütte in Harpendorf informieren Bauamtsleiterin Sara Wildmann (links), Landwirt Thomas Nordhus und Bezirksförsterin Dorothea Kreinberg mit Hundedame Trude.  Foto: Timphaus

Der Harvester rückt in der Harpendorfer Heide an: Ab der kommenden Woche ist eine dieser schweren Holzerntemaschinen im Wald an der Lönshütte im Einsatz. Die Gemeinde Steinfeld und Landwirt Thomas Nordhus als Eigentümer wollen den bisher recht artenarmen Kiefernforst mit Spätblühenden Traubenkirschen im Bestand in einen arten- und strukturreichen Eichenwald umwandeln.

Für die naturnahe Aufforstung, die in Kooperation mit Bezirksförsterin Dorothea Kreinberg, dem Kreislandvolk Vechta und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vechta erfolgt, gibt es Ökopunkte – wie viele es sind, steht derzeit noch nicht fest. Nach Angaben von Kreinberg handelt es sich um eines der ersten Projekte, bei dem eine Kompensationsmaßnahme in einem Wald überhaupt möglich ist. Denn bisher war es durchaus üblich von der Unteren Naturschutzbehörde, die Aufwertung eines Forsts im Biotopwertverfahren nicht anzuerkennen – auch wenn die Kreisbehörde selbst davon spricht, dass es "eine regelrechte Abkehr von der bisherigen Praxis nicht" gebe und beispielhaft auf einen Kompensationspool der Niedersächsischen Landesforsten verweist. 

Die Idee einer Umwandlung des Waldes – circa 11.500 Quadratmeter sind im Eigentum der Gemeinde, etwa 17.000 Quadratmeter gehören Thomas Nordhus – kam den Beteiligten im Frühjahr dieses Jahres. Kreinberg betont die "grandiose Unterstützung des Kreislandvolks" bei der Erstellung des Fachkonzepts.

Die invasive Traubenkirsche soll entfernt werden

Die Bezirksförsterin erläutert die geplanten Arbeiten, die voraussichtlich Ende November abgeschlossen sind. "Wir werden den Wald zunächst stark auflichten und viele der Kiefern entnehmen. Alle Laubbäume sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben." Die invasive Traubenkirschen, die einst als Windschutz gepflanzt wurden und sich flächendeckend unterhalb der Kiefern verbreitet haben, sollen möglichst samt Wurzelwerk vollständig entfernt werden. Dies sei eine Aufgabe, die sich über mehrere Jahre hinziehen werde, sagt Kreinberg.

Anschließend werden im weiten Verbund vor allem junge Eichen angepflanzt, aber auch Buchen und Birken. Weiter sind 6 Strauchreihen mit 12 verschiedenen Straucharten vorgesehen. Zwischen den beiden Grundstücken wollen Kreinberg und Co. einen Grenzstreifen mit Heide und Wacholder anlegen, der von Totholzhaufen und Steinhaufen gesäumt wird. Zum Schutz der Anpflanzungen vor Wildbiss muss der Wald eingezäunt werden.

Kosten bewegen sich unterhalb von 50.000 Euro

Wichtig ist für die Dorfgemeinschaft Harpendorf-Düpe: Am Lönsplatz und der benachbarten Rasenfläche, die während des Heidefests als Parkplatz genutzt wird, ändert sich nichts. Dies ist Nordhus wichtig zu betonen. Bauamtsleiterin Sara Wildmann verweist indes auf den Umstand, dass durch das Projekt auf Gemeindegebiet wertvolle Ökopunkte generiert werden können.

Die Beteiligten schätzen, dass sich die Kosten für die Aufforstung, die sich die Gemeinde und Nordhus teilen, unterhalb von 50.000 Euro bewegen werden. Die Bezirksförsterin nennt das Vorhaben ein "Vorzeigeprojekt", welches sich aus ihrer Perspektive künftig gerne auch weitere Waldbesitzer zum Vorbild nehmen dürften. 

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