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Weil sichert zu: Land spart nicht an den (Sport-)Vereinen

Der Ministerpräsident zerstreute bei einem Besuch des SV Altenoythe die Befürchtung vor Kürzungen der Förderung. In Cloppenburg ehrte er die Gewinner der Aktion "Glücksmomente".

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Fragerunde: Ministerpräsident Stephan Weil (Dritter von rechts) stellte sich auf der Tribüne den Fragen von Bürgermeister Sven Stratmann (Zweiter von rechts), SVA-Vereinsvorsitzendem Johannes Hardenberg (rechts) und Mitgliedern anderer Vereine. Foto: Hahn

Fragerunde: Ministerpräsident Stephan Weil (Dritter von rechts) stellte sich auf der Tribüne den Fragen von Bürgermeister Sven Stratmann (Zweiter von rechts), SVA-Vereinsvorsitzendem Johannes Hardenberg (rechts) und Mitgliedern anderer Vereine. Foto: Hahn

Kürzungen der Vereins- und Sportförderung in Niedersachsen hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei einer Rundreise durch den Kreis Cloppenburg eine klare Absage erteilt. Bei einem Besuch des SV Altenoythe konfrontierten Vertreter der Sportvereine aus der Stadtgemeinde Friesoythe Weil mit dieser Sorge. Der Ministerpräsident, selbst Mitglied in einem Verein, betonte, diese Fördermittel würden trotz Sparmaßnahmen im Haushalt nicht angerührt.

Zuvor hatte ihn Bürgermeister Sven Stratmann willkommen geheißen. Die Akteure in den Vereinen seien nun aufgefordert, die Infrastrukturen nach Corona wiederzubeleben, forderte Bürgermeister Sven Stratmann: "Wir müssen die Kinder und Jugendlichen motivieren und ins Vereinsleben zurückbringen." Das Land unterstützt  aktuell vor allem Ferienaktionen.

Weil sieht sich aufwändig saniertes Vereinsheim an

Im strömenden Regen begrüßten auch der SPD-Bundestagskandidat Alexander Bartz und Landratskandidat Stefan Riesenbeck den Gast. Der Vorsitzende des Sportvereins, Johannes Hardenberg, führte Weil durch die neuen und sanierten Räume des Vereinsgebäudes. Weil zeigte sich beeindruckt: "So eine schöne Kabine hatte ich nie", verriet der frühere Kicker. Der SVA hatte 2020 sein Vereinsheim für 400.000 Euro erneuert und erweitert. "Und es gibt keinen Stillstand", sagte Hardenberg. "Das ist aller Ehren wert", lobte Weil.

Auch Corona ist Thema beim Besuch

Am Rande der Bereisung spielte auch Corona eine Rolle: Grundsätzlich, so Weil, bereite ihm das Virus bei Kindern und Jugendlichen Sorgen. Der Landesvater erinnerte deshalb an Niedersachsens Impfaktion und appellierte an alle Bürger, sich impfen zu lassen.

Am späten Nachmittag trug sich der Ministerpräsident ins Goldene Buch der Stadt Cloppenburg ein und übernahm spontan eine Siegerehrung im Rathaus. Rund 250 Einsenderinnen und Einsender aus dem Kreis Cloppenburg schilderten ihre persönlichen "Glücksmomente" während der Pandemie-Einschränkungen in nur 20 Worten. Eine Jury der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Cloppenburg kürte gemeinsam mit einer Jury 8 Hauptgewinner. Die ersten 4 ehrte Weil im Ratssaal persönlich.

Ehre vom Landesvater: Weil überreicht den 1. Preis der Aktion Glücksmomente an Dr. Gudrun Hoppe aus Löningen. Foto: KrekeEhre vom Landesvater: Weil überreicht den 1. Preis der Aktion "Glücksmomente" an Dr. Gudrun Hoppe aus Löningen. Foto: Kreke

Den mit 500 Euro dotierten 1. Platz eroberte Dr. med. vet. Gudrun Hoppe aus Löningen mit einer Glücksbeschreibung voller G's: "Geladene Gäste, goldbraunes Grillgut, gelungene Gartenparty, Gemütlichkeit gut gelaunt genießen, grüner Garten, Gänseblümchen, Glockenblumen, Gezwitscher gratis, Gestern geimpft - genial!" Weil erkannte sofort den Stil von Heinz Erhard wieder, der die Tierärztin inspiriert hatte. Platz 2 und Platz 8 bleiben in einer Familie: Elisabeth Garling lag dabei mit ihrem Glücksmoment vor ihrer Tochter Katrin (alle Preisträger: siehe Extra-Liste).

Die "tolle Idee" rang dem Ministerpräsidenten ein privates Bekenntnis ab: Während des Lockdowns lernte er, Brot und Brötchen für die Familie zu backen. "Wenn man dann in Ruhe so seinen Teig knetet - das macht glücklich", verriet er. Noch ein Glücksmoment.

Allein schon die Sichtung der Einsendungen beglückten die beiden Erfinderinnen der Aktion, Daniela Janssen und Melanie Schleussner-Abeltah. Jeden Tag, wenn ein neuer Glücksmoment eintrudelte, hätten sie "mal herzhaft gelacht", aber auch "Gänsehaut bekommen" oder gerührt innegehalten, berichteten die beiden Suchtberaterinnen, weil die Schilderungen so witzig oder berührend waren. "Das waren die schönsten Momente in meinem ganzen Berufsleben", sagte Schleussner-Abeltah.

Alle gewonnen: Die Sieger und Sponsoren der Glücksmomente. Foto: KrekeAlle gewonnen: Die Sieger und Sponsoren der "Glücksmomente". Foto: Kreke

Gedacht war die Aktion ursprünglich vor allem für Menschen, die jeden Tag eine Extra-Portion Ermutigung brauchen, um abstinent und frei von Glücksspiel, Alkohol und anderen Drogen zu leben, räumte die  Sozialpädagogin ein. Aber als Corona kam und ihre Arbeit fast lahmlegte, fiel den Beraterinnen auf: "Jeder braucht Glücksmomente, gerade in dieser Zeit, weil jeder betroffen ist." Cloppenburgs Stadträtin Petra Gerlach genoss die Mitarbeit in der Jury: Jedes Mal habe sie in einer "beruflich turbulenten Zeit eine Stunde lang" das Glück anderer Menschen genossen, sagte sie. Die Schirmfrau der Aktion, Autorin Margaret Bertschik, fiel auf, dass die Einsender vor allem glückliche Momente in der Natur und mit ihren Familien und Freunden erleben - eine Südoldenburger Konstante.

Die 20 erstplatzierten Einsendungen werden ab sofort in der Cloppenburger Fußgängerzone als Bodenplakate ausgebreitet. Zu finden sind sie auch auf der Website www.gluecksmomente-cloppenburg.de

Die 8 Erstplatzierten der Aktion:

  • 1. Dr. Gudrun Hoppe
  • 2. Elisabeth Garling
  • 3. Björn Lichtfuß
  • 4. Maike Rippe
  • 5. Ingrid Krudewig
  • 6. Gisela Koppmann
  • 7. Annette Sostmann
  • 8. Katrin Garling
  • Sponsoren und Unterstützer sind die Stadt Cloppenburg und die CM Marketing GmbH der Kaufleute, die OM-Mediengruppe, zu der die MT gehört, und als „Schirmfrau“ die Cloppenburger Krimiautorin Margarete Bertschik. Sponsoren waren das Bischöflich-Münstersche Offizialat in Vechta, der Förderverein Suchtkrankenhilfe im Landkreis Cloppenburg und die Landessparkasse zu Oldenburg mit.

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