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Was hinter der Kraft der Wünschelrute steckt

"Kirschen rot – Spargel tot": Diplom-Gärtner Antonius Bösterling hat den Molberger Naturschutzbund-Mitgliedern einige verblüffende Naturphänomene nähergebracht. Theo Bruns probierte sie aus.

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Übt sich: Molbergens Nabu-Vorsitzender Theo Bruns. Foto: Landwehr

Übt sich: Molbergens Nabu-Vorsitzender Theo Bruns. Foto: Landwehr

Eigentlich ist eine Wünschelrute lediglich ein oft Y-förmig gegabeltes, aus einer Astgabel oder gebogenem Draht gefertigtes Instrument. Doch in der Hand eines erfahrenen Rutengängers soll es auf Anziehungskräfte oder Strahlungen von Erzen und Metallen, Wasseradern oder verborgenen Gegenständen im Erdreich reagieren, erläuterte Diplom-Gärtner Antonius Bösterling. Seine Zuhörer: 25 Naturschutzbund (Nabu)-Mitglieder, die zu einem Nachmittag mit dem Cloppenburger Naturexperten auf den Hof Heinrich Lamping in Peheim gekommen waren, um mehr über verblüffende Naturphänomene zu erfahren.

Wenn ein Baum zum Beispiel einen verdrehten Stamm hat, könne das an einer Wasserader im Boden liegen. „Der Baum wehrt sich gegen diese Strahlungen. Da nützt es auch nicht, einen neuen Baum zu pflanzen. Der weist in einigen Jahren ähnliche Verformungen auf“, so Bösterling, der einen entsprechenden Baum bei der Katholischen Akademie Stapelfeld als Beispiel nannte.

Auch Wachstumsstörungen in Hecken oder der sogenannte Baumkrebs könnten Folgen solcher Störzonen, also Adern, im Boden sei. Stehe ein Haus – vor allem das Schlafzimmer – auf einer solchen Ader, könne es zu Schlaflosigkeit oder Erkrankungen der Bewohner führen. Bereits seit dem 15. Jahrhundert sei das Wissen nachgewiesen, dass eine Rute auf die Ausstrahlung von Metallen reagiert. Auch heute noch gelte die Wünschelrute vielen Menschen als geeignetes Instrument, um angeblich existierende Wasseradern aufzuspüren. Die Wünschelrutengänger würden dazu sowohl von Privatpersonen als auch Unternehmen beauftragt.

„Die mehrjährige Gemüsepflanze muss sich regenerieren, zumal die Tage ab Johanni wieder kürzer werden.“Antonius Bösterling

Anhand einfacher L-förmiger Winkelruten aus Metall (Tensoren) konnte Bösterling und nach einer kurzen Einweisung auch die Teilnehmer das Vorhandensein von Wasseradern feststellen. Im 2. Teil seiner 2-stündigen Erläuterungen stellte Bösterling den Johannistag, den 24. Juni, als einen bedeutenden Tag für Gärtner vor. Am Johannistag sei zum Beispiel bei Hecken die Zeit des Wachsens vorbei. Schneide man eine Hecke vorher, würde sie sofort wieder austreiben, in der Zeit des Reifens nach der Sommersonnenwende nicht. Man komme mit einem Heckenschnitt im Jahr aus und die Hecke bleibe gut in Form, so Bösterling.

Auch die Spargelzeit sei beendet. „Kirschen rot – Spargel tot“, heiße es. „Die mehrjährige Gemüsepflanze muss sich regenerieren, zumal die Tage ab Johanni wieder kürzer werden“, so Bösterling. Beim Gemüse beginne nun die Erntezeit, die meisten Wildblumen seien ausgeblüht, man könne die Blumenwiesen schneiden. „Vor Johanni bitt um Regen, danach kommt er ungelegen“, wusste der Referent, der sich zudem vehement gegen Schottergärten aussprach. „Schottergärten und -gräber sind unwürdig. Sie gehören verboten, da wegen der Überhitzung der Steinflächen auf bis zu 70 Grad kein Leben existieren kann“, so Bösterling.

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