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Warum eigentlich 24?

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Wenn die Gedanken wandern, tauchen mitunter die seltsamsten Fragen auf. Und plötzlich stellt man das herrschende Zeitsystem infrage.

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Schwimmen macht Spaß. Doch, wirklich, Schwimmen macht Spaß. Wenn ich mir das lange genug selbst suggeriere, glaube ich es vielleicht irgendwann. Wobei, es macht auf jeden Fall mehr Spaß als Joggen. Mir zumindest. Und es ist, anders als Radfahren, dank Hallenbad auch bei schlechtem Wetter möglich. Also nochmal: Schwimmen macht Spaß.

Wer jetzt meint, Bahn um Bahn abzuspulen, bis der Kilometer erreicht ist, sei langweilig, hat natürlich Recht. Andererseits hat genau das auch etwas ausgesprochen Kontemplatives. Wenn man sich vom Bahnen-zählen löst – irgendwann kommt man ja doch durcheinander – können die Gedanken wandern. Was manchmal interessante neue Erkenntnisse nach sich zieht.

"Warum hat der Tag 24 und nicht 10 oder 100 Stunden zu je 100 oder 10 Minuten?"Heiner Stix

Kürzlich bin ich bei der Frage, wie lange ich für eine Bahn brauche, bei grundsätzlichen Überlegungen zu unserem Zeitsystem gelandet. Warum eigentlich hat eine Stunde 60 Minuten und eine Minute 60 Sekunden? Wir messen doch ansonsten eigentlich alles im Dezimalsystem. 1 Kilometer sind 1000 Meter, 1 Meter sind 100 Zentimeter, 1 Zentimeter sind 10 Millimeter. Herrlich logisch. Beim Liter oder beim Gewicht ist es genauso. Selbst bei den Sekunden kennen wir Zehntel- und Hundertstelsekunden. Warum also hat der Tag 24 und nicht 10 oder 100 Stunden zu je 100 oder 10 Minuten?

Mit der Sonne jedenfalls hat das nichts zu tun, habe ich, meine Bahnen ziehend, beschlossen. Die "regelt" nämlich nur das Jahr: Zwischen den 2 längsten Tagen im Jahresverlauf geht sie 365-mal auf und unter, die Sache mit dem Schaltjahr ignorieren wir jetzt einfach mal. Macht also 365 Tage im Jahr. Dagegen kommt nicht mal das schönste Dezimalsystem an. Wie wir hingegen die Zeit zwischen 2 Sonnenauf- oder -untergängen einteilen, ist der Sonne herzhaft egal. 

Frag doch mal die Maus

Bis zu diesem Punkt bin ich mit meinem Gedankengang im Schwimmbecken gekommen. Nur die Antwort auf die Frage nach den ominösen 24/60/60 Stunden/Minuten/Sekunden habe ich dort nicht gefunden, obwohl ich weit länger geschwommen bin als sonst. Da habe ich dann "an Land" Google und Wikipedia befragen müssen.

Jetzt weiß ich immerhin, dass zu Zeiten der Französischen Revolution versucht wurde, den Tag in 10 Stunden mit je 100 Minuten und 100 Sekunden einzuteilen. Hat sich nicht durchgesetzt. Wer aber genau für das heutige System verantwortlich ist, lässt sich weniger leicht ergoogeln. Die einfachste Erklärung findet sich bei der Sendung mit der Maus. Demnach sind die alten Babylonier schuld. Die nämlich benutzten neben dem Dezimalsystem auch das Sexagesimalsystem, in dem die Zahlen 6, 24 und 60 eine wichtige Rolle spielen. Daher hat der Tag 24 Stunden. Wikipedia will sich da zwar nicht so genau festlegen, aber im Ernstfall setze ich ohnehin lieber auf die Maus.


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