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Veterinäramt Vechta lässt 106 Pferde versteigern

Die Vierbeiner waren einem Züchter wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz weggenommen worden. Die Auktion findet am 20. November im Tierpark Ströhen statt.

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Mehr als 100 Pferde, die ihrem Halter aus Tierschutzgründen weggenommen wurden, werden nun versteigert. Foto: dpa/Anspach

Mehr als 100 Pferde, die ihrem Halter aus Tierschutzgründen weggenommen wurden, werden nun versteigert. Foto: dpa/Anspach

Eine außergewöhnliche Aktion mit ernstem Hintergrund: Mehr als 100 Pferde, zum Teil aus edler Abstammung, kommen am Freitag (20. November) im Tierpark Ströhen bei Wagenfeld unter den Hammer. Mit der Versteigerung betraut wurde das Auktionshaus Mennraths aus Mönchengladbach. Auftraggeber ist allerdings das Veterinäramt des Landkreises Vechta.

Denn: Die Tiere stammen ursprünglich „aus einem Bestand einer Pferdehaltung“ aus dem hiesigen Kreisgebiet, wie die Behörde auf Anfrage in Vechta mitteilt. Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich konkret um einen Pferdezüchter aus Lohne.

Die insgesamt 106 Pferde, die versteigert werden sollen, seien dem Halter „wegen wiederholter Verstöße gegen den Tierschutz“ weggenommen worden, erklärt Landkreissprecher Jochen Steinkamp. Der Landkreis habe den Halter zuvor aufgefordert, die Tiere selbst zu veräußern. Da er dieser Aufforderung nicht nachgekommen sei, habe die Kreisverwaltung die Tiere nach Fristablauf „gesichert“.

Ziel: Pferde künftig tierschutzgerecht unterbringen

Sie befänden sich nun so lange im Besitz des Landkreises, bis sie an einen zuverlässigen Halter verkauft würden. Ziel sei es, dass die Pferde künftig tierschutzgerecht untergebracht werden. Weiterhin sei gegen den Tierhalter mittlerweile ein Pferdehaltungs- und Betreuungsverbot ausgesprochen worden.

Die Züchterfamilie aus Lohne wollte sich auf Anfrage der Redaktion nicht im Detail zur Sache äußern. Nur so viel: Der Vorwurf, die Tiere vernachlässigt zu haben, sei falsch. Das Gegenteil sei richtig. Man habe sich stets um die Pferde  „gekümmert“. Es werde überlegt, zur Auktion nach Ströhen zu fahren und dort mitzubieten.

Bei den Pferden handelt es sich – neben wenigen Exemplaren ohne Abstammungsnachweis – zumeist um Nachfahren von in Fachkreisen bekannten Dressurpferden. Dazu zählen etwa mehrere Fohlen des Hannoveraner Hengstes Weltjunge.

Keine weiteren Anmeldungen für Auktion möglich

Die Versteigerung beginnt nach Angaben des Auktionshauses am Freitagmittag. Zuvor können die Tiere vor Ort besichtigt werden. Das ist allerdings nur für Personen möglich, die sich bereits online angemeldet haben. Problem: Wegen der Corona-Bestimmungen sei die Teilnehmerzahl begrenzt und die maximal erlaubte Menge an Bietern bereits ausgeschöpft, heißt es von Mennraths. Bedeutet: Aktuell seien keine weiteren Anmeldungen möglich.

Hinzu kommt, dass es sich um eine reine Präsenzauktion handelt, also nicht über das Internet mitgeboten werden kann. Und: Die Pferde müssen direkt vor Ort bezahlt und mitgenommen werden, weil keine weitere Unterstellmöglichkeit bestehe.

Gleichwohl scheint die Zukunft der Pferde besser zu werden als ihre Gegenwart. So sind die Ziele der Vechtaer Kreisverwaltung auch in den Auktionsbestimmungen festgeschrieben. Dort steht, dass die zu versteigernden Tiere „nicht zur Schlachtung vorgesehen“ seien. Sondern: „Der Käufer verpflichtet sich, die erworbenen Pferde artgerecht zu halten und pferdegerecht nach ethischen Grundsätzen zu behandeln.“

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