Verfrühter Radikalschnitt rächt sich im Frühjahr
Es ist Herbstzeit: Der Cloppenburger Diplom-Gärtner Antonius Bösterling weist auf die Regelungen zum Stutzen von Bäumen und Sträuchern hin.
Redaktion | 15.10.2020
Es ist Herbstzeit: Der Cloppenburger Diplom-Gärtner Antonius Bösterling weist auf die Regelungen zum Stutzen von Bäumen und Sträuchern hin.
Redaktion | 15.10.2020

Pflege leicht gemacht: Zu zeitige Totalschnitte an noch grünen Bäumen tun diesen laut des Experten nicht gut. Foto: Bösterling
„Ein Problem, das sich jährlich in den Oktober-Anfang ausdehnt“ hat Antonius Bösterling ausgemacht. „Bäume und Sträucher werden radikal, entgegen aller Richtlinien, zu früh geschnitten“, bedauert der Diplom-Gärtner. Vielerorts habe er in den vergangenen Tagen den Beginn eines „Totalschnitts“ wahrgenommen. Bösterling geht davon aus, dass Haus- oder Gartenbesitzer mit dem hobbygärtnerischen Rundumschlag an den meist noch grünen Bäumen und Sträuchern auf schnelle Weise die Blätter entsorgen wollten. In Kürze fielen diese andernfalls schließlich als Laub in die Gärten. Dabei habe die Natur einen klugen Rhythmus entwickelt. „Blieben die Blätter an den Laubbäumen grün, dann würden sie erfrieren. Der Baum könnte kein Wasser mehr aufnehmen und vertrocknet“, erklärt Bösterling. Daher gelte für Gärtner die fachliche Regel: Schnitt der Laubbäume erst dann, wenn die Blätter gefallen sind. Bevor das Laub im Herbst rieselt, entzögen die Bäume den Blättern zuvor noch so viele Nährstoffe wie möglich. Diese würden in Stamm und Wurzel eingelagert. Dadurch könne das Wachstum im Frühjahr schnell beginnen. „Hauen wir die Zweige mit grünen Blättern ab, dann kann der Baum im Frühjahr nicht wachsen. Er verkümmert“, sagt Bösterling. Erst im November solle man mit dem Baum- und Strauchschnitt beginnen.Bäume speichern Nährstoffe ihrer Blätter als Kraftreserven
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