Unwetter: Rettungskräfte und Behörden wappnen sich für den Ernstfall
Die Großleitstelle Oldenburger Land hat das Personal aufgestockt. Feuerwehren füllen vorsorglich Sandsäcke. Vechtas Kreisverwaltung rät: Bleiben Sie wenn möglich zu Hause! (Update 23 Uhr)
Wasser steht während des Unwetters am 22. Juni auf einer Straße. Foto: dpa
Der erste Regen, der ab Donnerstagnachmittag Teile des Oldenburger Münsterlandes erreicht hat, steht laut Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes in nichts zu dem, was in den Abendstunden folgen soll: Die Meteorologen erwarten ein heftiges Unwetter mit einem extremen Starkregen, das über die Landkreise Cloppenburg und Vechta ziehen soll. Dabei kann es auch innerhalb des Oldenburger Münsterland zu lokalen Unterschieden kommen, was die Intensität des Unwetters betrifft.
23.00 Uhr: Bislang sind der Redaktion keine größeren Einsätze der Rettungskräfte gemeldet worden. Da aber unter anderem von der Großleitstelle der Höhepunkt des Unwetters bzw. Starkregens in der Nacht erwartet wird, kann noch nicht von einer Entwarnung gesprochen werden. Wichtiger Hinweis für unsere Leser: Da wir aufgrund der aktuellen Prognosen zum Verlauf des Unwetters keine zuverlässige Zustellung der gedruckten Ausgaben von MT und OV garantieren können, schalten wir die Freitagsausgabe des E-Papers frei. Kommen Sie gut durch die Nacht– das gilt insbesondere für die Rettungskräfte, die weiter in Bereitschaft sind!
21.50 Uhr: Der Bereich, in dem laut aktueller DWD-Datenlage "extrem heftiger Starkregen" während des Abends und der Nacht wahrscheinlicher wird, erstreckt sich nun in einem Bogen von Löningen über Cloppenburg bis nach Visbek und Vechta.
21.30 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst meldet aktuell in einem Streifen, der südlich von Löningen bis nach Quakenbrück verläuft, extremen Starkregen. Die Angaben beruhen auf automatisierten Daten des Deutschen Wetterdienstes. Der Bereich nördlich von Friesoythe ist bislang von Starkregen verschont geblieben. Für den nördlichsten Zipfel des Oldenburger Münsterlandes gilt auch bislang nur eine Vorwarnung vor schwerem Gewitter.
19.20 Uhr: Die aktuelle Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes vor heftigem Starkregen gilt bis 4 Uhr morgens am Freitag. Erwartet werden Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter in 6 Stunden. Regional sei extremer Starkregen mit bis zu 150 Litern pro Quadratmeter erwartet. Langfristige Prognosen zu diesen Niederschlagsmengen sind laut DWD nicht möglich.
19.20 Uhr: Daneben gibt es eine Vorwarnung vor schwerem Gewitter. Laut ersten Wettermodellen werden dieser eher am späten Abend erwartet. Auch die Gewitter bringen noch einmal Starkregen mit sich. Weitere Gefahren gehen von Blitzeinschlägen, Hagel und Sturmböen (ca. 70 km/h) aus.
18.45 Uhr: Erste Regenschauer haben Teile des Oldenburger Münsterlandes schon am Nachmittag erreicht und klingen zwischenzeitlich wieder ab. Dieser Niederschlag war allerdings harmlos, was die Meteorologen auch erwartet und angekündigt haben. Eine Entwarnung ist das aber nicht: Das eigentliche Unwetter ist noch von Südwesten her kommend im Anmarsch.
18.35 Uhr: In der Stadt Vechta ist das für heute geplante Open-Air-Konzert von Selig wegen der Unwetterwarnung abgesagt worden. Der Landkreis Vechta empfiehlt für seine Bürgerinnen und Bürger: "Bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause!" Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben, Fahrzeuge nicht unter Bäumen geparkt werden. Denn erwartet werden in Gewitter auch teils heftige Sturmböen. Autos sollte auch nicht auf tiefer liegenden Flächen parken. Denn dort kann sich die Regenmassen ansammeln, wenn die Kanalisation die Wassermengen bewältigen kann. Das beweist auch ein Foto von Dienstagabend, als das letzte Unwetter in Vechta für Überflutungen sorgte:
Die Bahn-Unterführung der Falkenrotter Straße ist der tiefste Punkt in Vechta. Die Pumpen des Bauwerks kamen nicht gegen die Wassermassen an. Foto: Polizei
18.00 Uhr: Die Großleitstelle Oldenburger Land, die auch für den Notruf im Landkreis Cloppenburg zuständig ist, rechnet damit, dass der Höhepunkt des Unwetters in unserer Region erst am späten Abend oder gar erst gegen Mitternacht erreicht ist. Das Personal in der Leitstelle ist aufgestockt worden. Dort wird mit "exponentiell vielen Notrufen" gerechnet. "Wir würden uns freuen, wenn alle Bürgerinnen und Bürger nur dann die Notrufnummer 112 zu wählen, wenn wirklich ein Notfall oder eine Notfallsituation vorliegt."
17.30 Uhr: Der Landkreis Vechta warnt vor eine Falschmeldung, die in den sozialen Kanälen kursiert. In einer Audionachricht heißt es, dass der Landkreis angeblich den Katastrophenfall ausrufen wolle. Das sei falsch, meldet die Behörde unter anderem über die Warn-App Biwapp.
17.20 Uhr: Die Internetseite des Deutschen Wetterdienstes ist überlastet und wurde in einen Notfallbetrieb umgeschaltet.