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Trimm-Dich-Pfad Kammersand: Ausschuss berät über Haftungsfrage

Er ist beliebt, der Trimm-Dich-Pfad Kammersand. Die Eigentümer der Flächen dulden die kostenlose Nutzung. Haften, wenn sich wer das Bein bricht, möchten sie nicht. Das ist ein Thema für die Politik.

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Bei Spaziergängern und Läufern sehr beliebt: Der Trimm-Dich-Pfad Kammersand in Garrel. Foto: Hoff

Bei Spaziergängern und Läufern sehr beliebt: Der Trimm-Dich-Pfad Kammersand in Garrel. Foto: Hoff

Der Trimm-Dich-Pfad im Kammersand ist beliebt. Läufer, Nordic-Walker und Spaziergänger nutzen den etwa 2 Kilometer langen Rundkurs, der mit 20 Fitness-Stationen ausgestattet ist, regelmäßig. Der Ortsverschönerungsverein Hinterm Forde/Kammersand kümmert sich um die Unterhaltung des Parcours. Doch wer haftet eigentlich, wenn sich dort jemand verletzt? Mit dieser Frage hat sich jetzt auch der Planungs- und Verkehrsausschuss Garrel beschäftigt. Denn: Die Wege im „Trimm-Dich-Pfad“ verlaufen ausschließlich über private Grundstücksflächen verschiedener Eigentümer.

Die Eigentümer der Flächen im Kammersand dulden die Nutzung als „Trimm-Dich-Pfad“ kostenlos. Das Problem: Weil in diesem Bereich ein Weg mit Fitness-Geräten angelegt wurde, haben die Eigentümer eine gesteigerte Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet: Im Falle eines Personen- oder Sachschadens werden die Eigentümer zur Kasse gebeten, sie können haftbar gemacht werden. Aus diesem Grund wollen die Eigentümer die Verkehrssicherungspflicht an die Gemeinde Garrel abgeben, ansonsten würden sie die Nutzung nicht weiter zulassen.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 10.000 Euro jährlich

Sollte die Gemeinde Garrel die Verkehrssicherungspflicht übernehmen, muss sie zweimal jährlich die Bäume entlang der Wege kontrollieren, festgestellte Gefährdungen beseitigen, regelmäßige Pflegemaßnahmen vornehmen und extreme Wegeunebenheiten beseitigen. "Die Kosten für die Maßnahmen im Rahmen der Übernahme der Verkehrssicherungspflicht können aktuell nur grob geschätzt werden, liegen aber jährlich bei circa 10.000 Euro", erklärte Bauamtsleiter Ewald Bley. Des Weiteren müsse die Übernahme der Verkehrssicherungspflicht der Wege im Trimm-Dich-Pfad noch mit der Schadensversicherung der Gemeinde (kommunaler Schadensausgleich (KSA) abgesprochen werden. Konkret müsse noch geklärt werden, ob seitens der Gemeinde eine Deckungspflicht für Schadenfälle bei dem KSA bestehe. 

Professor Dr. Markus Kemper (BfG) wollte wissen, ob es nicht reiche, ein Schild mit der Aufschrift "Betreten auf eigene Gefahr" aufzustellen. "Leider nein, denn mit dem Trimm-Dich-Pfad wird für die Nutzung des Waldes geworben, somit ändert sich die Sachlage", erklärte Bauamtsleiter Ewald Bley. Matthias Looschen (CDU) sprach sich dafür aus, die Verkehrssicherungspflicht auf die Gemeinde Garrel zu übertragen. "Der Trimm-Dich-Pfad sollte uns auf jeden Fall erhalten bleiben." Dem stimmte auch Ralf Kreuzer (FDP) zu, der Verständnis für die Eigentümer hatte. Schließlich empfahl der Ausschuss einstimmig die Übernahme der Verkehrssicherungspflicht durch die Gemeinde Garrel. Die finale Entscheidung trifft der Rat am 19. September. 

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