Trauer um „die laute Stimme der Bürger“: Ratsherr Arnold Hannöver mit nur 65 Jahren verstorben
Der Garreler Gemeinderat trauert um Arnold Hannöver. Der Lokalpolitiker ist am Freitag nach langer Krankheit gestorben.
Sandra Hoff | 19.06.2024
Der Garreler Gemeinderat trauert um Arnold Hannöver. Der Lokalpolitiker ist am Freitag nach langer Krankheit gestorben.
Sandra Hoff | 19.06.2024

Der Lokalpolitiker Arnold Hannöver ist am 14. Juni nach langer Krankheit gestorben. Foto: BfG
Die Anteilnahme ist groß: Die Gemeinde Garrel muss sich von einem politischen Schwergewicht verabschieden, das sich immer unermüdlich für die Verbesserung der Lebensqualität innerhalb seiner Heimatgemeinde eingesetzt hat. Mit den Angehörigen trauern die Mitglieder der BfG-Fraktion, der Gemeinderat und die Verwaltung um den Ratsherrn Arnold Hannöver, der am Freitag (14. Juni) mit dem Schlusspfiff des Eröffnungsspiels der Fußballeuropameisterschaft nach langer und schwerer Krankheit im Alter von nur 65 Jahren verstorben ist. Hannöver war Fraktionsvorsitzender des Wählerbündnisses „Bürger für Garrel“ (BfG), das sich zur Kommunalwahl 2016 gegründet hatte. Zuvor saß er bereits als CDU-Mitglied ab 2011 im Garreler Gemeinderat, wegen „unüberwindbarer Differenzen“ war es aber im Herbst 2015 zu einer Abspaltung von den Christdemokraten gekommen, sodass er folglich mit weiteren Ex-CDUlern die BfG gründete, auch, um „frei von allen Parteizwängen“ Kommunalpolitik zu betreiben. Seit November 2021 hatte Hannöver, der seine Frau Christel und zwei Kinder hinterlässt, den Posten des Ausschussvorsitzenden des Planungs- und Verkehrsausschusses inne. „Er kämpfte nun mal mit Leidenschaft und Überzeugung für das, was er für richtig hielt.“ „Wir nehmen Abschied von einem großherzigen und weitsichtigen Lokalpolitiker, dessen Verlust eine große Lücke in unseren Herzen und in unserer Gemeinde hinterlässt“, betonte Uwe Hannöver, BfG-Fraktionsmitglied und Neffe des Verstorbenen, am Montagabend auf der hoch emotionalen Sitzung des Garreler Gemeinderats, auf der auch eine Schweigeminute für Arnold Hannöver abgehalten wurde. Er sei in der Tat ein Mann mit vielen Ecken und Kanten gewesen. „Seine direkte Art und sein unermüdlicher Einsatz für das Wohl unserer Gemeinde führten oft dazu, dass er missverstanden wurde. Es stellte sich aber allzu oft im Nachhinein heraus, dass er mit seiner Weitsicht Recht hatte. Und diejenigen, die ihn wirklich kannten, wussten, dass sein Herz immer am rechten Fleck war. Er kämpfte nun mal mit Leidenschaft und Überzeugung für das, was er für richtig hielt, auch wenn es nicht immer der einfachste oder bequemste Weg war", betonte Uwe Hannöver unter Tränen. „Als Lokalpolitiker war Arnold die oft auch laute Stimme der Bürger.“ „Persönlich verliere ich nicht nur einen Unterstützer und Mitstreiter, sondern auch einen guten väterlichen Freund.“ Neben seiner politischen Arbeit war der 65-Jährige, der als selbstständiger Unternehmer eine LVM-Versicherungsagentur in Garrel geleitet hat, ein großer Pferdeliebhaber. Seine Pferde waren nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft, die ihm Ruhe und Zufriedenheit schenkten. Als Delegierter des Oldenburger Zuchtverbandes brachte er sich auch hier in die Gestaltung des Verbandes rund um die Zucht mit ein. Auch der Fußball spielte eine wichtige Rolle in seinem Leben. Ob seinerzeit als aktiver Spieler oder als engagierter Stadionsprecher – der Sport schenkte ihm Freude und half ihm, wertvolle Beziehungen in der Gemeinschaft zu pflegen. Für funkelnde Kinderaugen sorgte er, wenn er, wie zuletzt am 6. Dezember 2023, für die Kolpingsfamilie als Nikolaus verkleidet von Haus zu Haus zog, um in den Wohnzimmern Weihnachtsstimmung zu versprühen. Als Mitglied der Spälkoppel brachte er lange Zeit das Publikum bei plattdeutschen Theaterstücken zum Lachen und mit Auftritten der Packsband-Band traf er immer den richtigen Ton. „Lasst uns heute nicht nur um ihn trauern, sondern auch sein Leben feiern und dankbar sein für die Zeit, die wir mit ihm verbringen durften. Möge sein Vermächtnis uns weiterhin inspirieren und uns daran erinnern, dass es oft die Menschen mit den Ecken und Kanten sind, die die Welt wirklich verändern“, sagte Uwe Hannöver abschließend. Auch Bürgermeister Thomas Höffmann hielt eine Rede auf den Verstorbenen: „Bei unserer letzten Umarmung vor wenigen Wochen sagte er mir unter Tränen, dass er nach der guten Ratsarbeit der vergangenen Jahre so gerne eine weitere Ratsperiode gemacht hätte. Leider sei ihm dies nicht vergönnt. Mit dem Tod von Arnold Hannöver verlieren wir einen engagierten und leidenschaftlichen Kommunalpolitiker aus unserer Runde, an den wir uns lange erinnern werden. Persönlich verliere ich nicht nur einen Unterstützer und Mitstreiter, sondern auch einen guten väterlichen Freund.“
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