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Theo Bruns ist Sprecher der neuen Nabu-Ortsgruppe in Molbergen

Während der Pandemie fing Theo Bruns an Nistkästen zu bauen. Daraus erwuchs der Entschluss sich stärker im Naturschutzbund zu engagieren. Das Ergebnis ist nun eine eigene Nabu-Ortsgruppe.

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Mit seinen Nistkästen für Fledermäuse, Meisen und Rotkelchen fing alles an: Theo Bruns spricht nun für die neu gegründete NABU-Ortsgruppe in Molbergen. Foto: Heinzel

Mit seinen Nistkästen für Fledermäuse, Meisen und Rotkelchen fing alles an: Theo Bruns spricht nun für die neu gegründete NABU-Ortsgruppe in Molbergen. Foto: Heinzel

Seit anderthalb Jahren zieht Theo Bruns regelmäßig seinen roten Arbeitskittel an und geht in die Garage. Dort baut er Nistkästen für Meisen, Rotkehlchen oder Fledermäuse. Alle drei haben nämlich leicht andere Bedürfnisse, erklärt Bruns.

Zum Bau nutzt er Althölzer, etwa von Gartenzäunen. 220 Kästen und Futterstationen hat Bruns bereits gebaut. „Ich habe mich professionalisiert“, sagt der 70-jährige Stallvördener, der jeweils fünf seiner Nistkästen im Dezember 2020 den fünf Kindergärten Molbergens gespendet hatte.

Praktische Naturschutzarbeit – das geht auch ohne Mitgliedschaft

Gleichzeitig wurde der Rentner neugierig. Er las viel zum Thema Vogelschutz. Nun ist Theo Bruns bald zwei Jahre Mitglied des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu); aktuell arbeitet er als Ortsgruppensprecher. Das Interesse am Umweltschutz sei aber bereits während seiner politischen Arbeit stetig gewachsen, sagt das langjährige SPD-Gemeinderatsmitglied. 

Die Gründungsversammlung der neuen Ortsgruppe Molbergen fand jetzt im Landgasthof Peek in Grönheim statt. Bruns setzt auf das Engagement und das Interesse des Einzelnen. Eine Nabu-Mitgliedschaft sei zur Mitarbeit nicht zwingend nötig. Er wolle die Hierarchie und die Bürokratie in der Gruppe flach halten. Wer dabei sein wolle, praktische Naturschutzarbeiten leisten wolle, sei willkommen. Ihm gehe es darum, etwas umzusetzen. Er schätze, dass er dabei auf rund zehn Leute setzen könne. Das ist auch das Konzept der seit 2011 laufenden Gründungstournee „Der Nabu kommt“.

Theo Bruns baut aktuell Holztannenbäume. Er muss erst einmal sein Lager an Nistkästen abbauen. Foto: Heinzel Theo Bruns baut aktuell Holztannenbäume. Er muss erst einmal sein Lager an Nistkästen abbauen. Foto: Heinzel 
„Untätig zu Hause herumzusitzen, das ist nicht meine Sache.“Theo Bruns, NABU-Ortsgruppensprecher

Dieser pragmatische Ansatz kommt Theo Bruns entgegen: „Man kann nicht immer nur reden, man muss auch etwas tun.“ Und nach dem Ende seiner Ratszeit und dem beruflichen Gang in den Ruhestand brauchte der 70-Jährige eine neue Aufgabe.

Er sieht sich nun als Koordinator und Ansprechpartner für Nabu-Projekte in Molbergen und nicht als „Hilfspolizist für Umweltvergehen“. Für Letzteres seien die Behörden zuständig. Er wolle etwas für die Natur tun, indem er sich beispielsweise um das Anlegen neuer Streuobstwiesen oder Wallhecken in Molbergen kümmere. Ein Feuchtbiotop in der Soesteniederung bei Stallvörden könne er sich ebenfalls gut vorstellen – auf Flächen, welche die Landwirte nicht nutzen können. Erste Gespräche habe er bereits geführt, sagt der ehemalige Kommunalpolitiker.

Er werde Kontakt mit der unteren Naturschutzbehörde aufnehmen, um herauszufinden, was wo machbar sei. Bei Gründungstreffen etwa sei angeregt worden, einen Mast mit einem Brutplatz für Störche aufstellen. Auch brauche die bedrohte Feldlerche Brutmöglichkeiten.

Selbstgebaut: Futterstationen baut der 70-Jährige ebenfalls in seiner Garage. Foto: HeinzelSelbstgebaut: Futterstationen baut der 70-Jährige ebenfalls in seiner Garage. Foto: Heinzel

Die Ortsgruppe in Molbergen ist übrigens „die dann 40. im Oldenburger Land“, sagte Nabu-Bezirksgeschäftsführer Oliver Kraatz während des Gründungstreffens. Das nächste Treffen wird am 14. Dezember (Dienstag) um 19 Uhr im Landgasthof Peek stattfinden. Danach finden die festen – öffentlichen – Treffen des Nabu Molbergen an jedem zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr ebenfalls dort statt.

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