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Teilschließung der Geburtshilfe: Landrat kritisiert Träger des St.-Josefs-Hospitals

Der Kreis habe erst aus der Presse erfahren, dass die Geburtshilfe an Wochenenden schließen soll. Die SPD  fordert indes vom Kreis, mehr Mitspracherecht bei den Krankenhäusern einzufordern.

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Eingeschränktes Angebot: Der Kreißsaal im Cloppenburger Krankenhaus ist vorerst am Wochenende geschlossen. Archivfoto: Niemeyer

Eingeschränktes Angebot: Der Kreißsaal im Cloppenburger Krankenhaus ist vorerst am Wochenende geschlossen. Archivfoto: Niemeyer

Angesichts der Teilschließung der Geburtenstation im Cloppenburger St.-Josefs-Hospital hat Landrat Johann Wimberg (CDU) den Träger des Krankenhauses kritisiert. Er wies darauf hin, dass im Landkreis Vechta Geburtshilfestationen auch in deutlich kleineren Häusern der Schwester-Euthymia-Stiftung aufrechterhalten werden können, während es in Cloppenburg nun Probleme gibt.

Der Landkreis erwarte vom Träger, deutlich zu machen, warum es ähnliche Probleme nicht auch in Lohne oder Damme gibt, sagte Wimberg in der vergangenen Kreistagssitzung am Dienstagabend. Dort könne die Geburtshilfe auch ohne Anreiz- und Förderprogramme organisiert werden. Insofern erwarte man nun entsprechende tragfähige Konzepte für das St.-Josefs-Hospital.

Zuvor hatte die SPD-Kreistagsfraktion dem Landrat einen Fragenkatalog zur Zukunft der Krankenhäuser im Landkreis geschickt. Die schriftlichen Antworten liegen dieser Redaktion vor. Darin heißt es, dass mit Blick auf die hohen Geburtenzahlen eine dauerhaft geöffnete Geburtshilfestation im Landkreis zwingend erforderlich sei.

Kreis erfährt aus Presse von Schließung

Auch die Kommunikation des Trägers kritisiert Wimberg, wie aus den Antworten hervorgeht. Der Kreis habe aus der Presse erfahren müssen, dass der Kreißsaal teilweise geschlossen wird. In darauffolgenden Gesprächen mit den Trägern und Krankenhäusern im Kreis habe man verdeutlicht, zukünftig rechtzeitig über Veränderungen des Versorgungsangebots erfahren zu wollen.

Landrat Johann Wimberg (CDU) (links). Archivfoto: HermesLandrat Johann Wimberg (CDU) (links). Archivfoto: Hermes

Genau das habe der Kreis aber bereits im November eingefordert, sagt Tobias Bohmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Kreis-SPD, auf Nachfrage. Zumindest hatte der Kreis auf eine SPD-Anfrage zur Schließung des Kreißsaals in Friesoythe damals geantwortet, dass man von den Trägern einfordern werde, künftig über geplante Veränderungen der Versorgung frühzeitig informiert zu werden. Offenbar ist der Kreis damals also nicht bei den Trägern durchgedrungen. Bohmann finde das "merkwürdig", wie er in einer ersten Reaktion sagte. Die SPD-Fraktion werde die Antworten des Landrats noch in Ruhe auswerten.

Des Weiteren wollte die SPD-Fraktion wissen, was der Kreis nach der Schließung der Friesoyther Geburtshilfestation unternommen habe, damit sich Ähnliches im Kreis nicht wiederholt. Hierzu schreibt der Landrat, dass die aktuelle Situation keine Wiederholung der Schließung der Friesoyther Geburtshilfestation darstelle (Anm. d. Red.: Das St.-Marien-Hospital in Friesoythe wird nicht von der Schwester-Euthymia-Stiftung betrieben.). Er weist auch darauf hin, dass der Kreis nicht über die Vorhaltung medizinischer Abteilungen entscheiden könne, da er nicht Träger eines Krankenhauses ist.

Einstufung als Schwerpunktklinik "muss gelingen"

Hier aber müsse der Kreis aktiver werden und mehr Mitspracherecht einfordern, sagt Bohmann. Auch aus Eigeninteresse und aufgrund der Daseinsfürsorge, zumal der Kreis jährlich Millionenbeträge in die Krankenhäuser investiere. Es nütze nichts, nur auf das Land und die Träger zu verweisen.

Zur weiteren Zukunft des St.-Josefs-Hospitals im Rahmen der vom Land geplanten "Hierarchiestruktur" teilt Wimberg mit, dass eine Einstufung des Hospitals als Schwerpunktversorgung gelingen müsse, "um das Krankenhaus mit seinen Fachabteilungen zu sichern und weiterzuentwickeln". Auch sei eine Spezialisierung bei kleineren Häusern unverzichtbar, um wirtschaftlich überlebensfähig zu bleiben.

Gemeinsame Trägerstruktur sei "möglicherweise vorteilhaft"

Man befinde sich derzeit mit den Trägern der Krankenhäuser im Austausch über die Gestaltung der gemeinsamen Gesundheitsversorgung im Landkreis, schreibt Wimberg auf die Frage der SPD nach einer möglichen Fusion der Krankenhäuser im Kreisgebiet. Eine Kooperation und Abstimmung der Leistungen sei aus Sicht der Kreisverwaltung zwar sinnvoll und notwendig, könne aber nicht erzwungen werden. Eine gemeinsame Trägerstruktur sei möglicherweise vorteilhaft, aber nicht zwingend notwendig.

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