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Stadt Cloppenburg sucht nach neuen Flächen für Photovoltaik und Windkraft

Die Stadt will die erneuerbaren Energien stark ausbauen. Auch neue Freiflächen-Photovoltaikanlagen könnten entstehen. Es wird aber befürchtet, dass die auch "besten Böden" dafür genutzt werden.

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Mehr Photolvoltaik in Cloppenburg: Ein Planungsbüro soll nach möglichen Flächen suchen und Kriterien erarbeiten. Symbolfoto: dpa

Mehr Photolvoltaik in Cloppenburg: Ein Planungsbüro soll nach möglichen Flächen suchen und Kriterien erarbeiten. Symbolfoto: dpa

Die Stadt Cloppenburg will nach geeigneten Standorten für Freiflächen-Photovoltaikanlagen (FFPV-Anlagen) suchen lassen. Einen entsprechenden Antrag stellte der Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Bauordnung, Björn Drebbermüller, in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt und Natur vor. 

Hintergrund ist, dass erneuerbare Energien in der Stadt stark ausgebaut werden müssen. Denn bis zum Jahr 2040 sollen sie den Bedarf im Stadtgebiet für Strom und Wärme vollständig decken. Das hat der Rat im März beschlossen. Die bisherigen Potenziale reichten dafür aber nicht aus, sagte Drebbermüller. Es braucht also mehr Flächen für Photovoltaik und auch Windkraftanlagen. Zumal die Bedarfe stiegen. Drebbermüller verwies auf die steigende Nachfragen nach Wärmepumpen und E-Autos.

Zudem seien die Hürden für den Bau der FFPV-Anlagen gesenkt worden. War der Bau bisher nur "schwer umsetzbar" – meist nur auf Brachflächen –, sei das niedersächsische Landesraumordnungsprogramm im September zugunsten dieser Anlagen geändert worden, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Stadt will mit Landwirtschaftskammer zusammenarbeiten

Ziel der Stadt sei es deshalb nun, den Bau der FFPV-Anlagen zu steuern, sagte Drebbermüller. So sei es zum Beispiel fraglich, die "besten Böden" dafür zur Verfügung zu stellen, die Landwirten in der Folge fehlten. Ein externes Büro solle im Rahmen einer Potenzialanalyse Kriterien und mögliche Standorte herausarbeiten. Auf Grundlage dieser Analyse will die Verwaltung in Zukunft begründen, auf welchen Flächen sie FFPV-Anlagen zulässt und auf welchen nicht. Die Stadt werde bei dem Thema eng mit der Landwirtschaftskammer zusammenarbeiten, betonte Drebbermüller.

Möglich sind in diesem Rahmen auch Agri-PV-Anlagen. Diese Anlagen ermöglichen es Landwirten, auf einem Acker gleichzeitig mit PV-Anlagen Strom zu produzieren und Nahrungsmittel anzubauen. Nach Ansicht Drebbermüllers seien die Agri-PV-Anlagen allerdings noch nicht wirtschaftlich nutzbar, was sich in Zukunft jedoch durchaus ändern könne. FFPV-Anlagen hingegen ermöglichen keine parallele landwirtschaftliche Nutzung der Flächen. 

PV und Windkraft sollen zusammen gedacht werden

Die Stadt will nicht nur nach geeigneten Flächen für FFPV-Anlagen suchen, sondern ließe zusätzlich gerade eine Potenzialanalyse für Windkraftanlagen erstellen, erklärte Drebbermüller. Damit erübrigte sich ein Teil eines Antrages der Grüne-UWG-Gruppe, in dem die Gruppe eine solche Analyse fordert. Wichtig sei es, die Suche nach Flächen für FFPV-Anlagen mit der Suche nach Flächen für Windkraftanlagen in Einklang zu bringen, sagte Drebbermüller. 

Christoph Klaus (CDU) gab zu bedenken, dass eine Zerstreuung der FFPV-Anlagen zu einem "katastrophalen Landschaftsbild" führen könnte. Drebbermüller erklärte, man orientiere sich bei der Erarbeitung der Kriterien unter anderem am Leitfaden der kommunalen Spitzenverbände. 

Der Ausschuss empfahl dem Rat schließlich einstimmig, dem Beschlussvorschlag zuzustimmen. Etwa 35.000 Euro werde die FFPV-Potenzialanalyse kosten. Die Erarbeitung dauere etwa 1 bis 1,5 Jahre, sagte Drebbermüller. 

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