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So will der TV Dinklage sein Jahnstadion  umbauen

Neue Tribünen und Umkleidetrakte, eine Outdoor-Soccer-Halle und ein Bewegungspark, dazu die Sanierung der Laufbahn: Der Turnverein hat in der Heimat der Fußballer und Leichtathleten viel vor.

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Blick auf das alt-ehrwürdige Jahnstadion: Die Sportstätte wird bereits seit 1912 für Spiele und Turniere genutzt – ist aber mittlerweile arg in die Jahre gekommen. Foto: TVD

Blick auf das alt-ehrwürdige Jahnstadion: Die Sportstätte wird bereits seit 1912 für Spiele und Turniere genutzt – ist aber mittlerweile arg in die Jahre gekommen. Foto: TVD

Bereits 1912 fanden dort die ersten Turniere und Spiele statt. Es ist die Heimat der Fußballer, Leichtathleten und der Sportabzeichen-Abteilung. Und bis 1979 wurde auf dem Vorplatz das Schützenfest gefeiert. Das Jahnstadion im Stadtteil Wiek – es ist aus Dinklage nicht wegzudenken. Doch mittlerweile nagt der Zahn der Zeit an der Sportstätte. Während das Wir-für-04-Trainingszentrum der Fußballer am Schützenweg durch den neuen Umkleidetrakt und weitere Investitionen jetzt sehr gute Bedingungen vorfindet, hinkt das Jahnstadion bei der Infrastruktur mit Blick auf andere Vereine im Landkreis deutlich hinterher.

Der Gesamtvorstand plant deshalb zusammen mit der Fußball- und Leichtathletik-Abteilung für das Jahnstadion in den nächsten Jahren mehrere Projekte: Zum Beispiel den Bau einer Freilufthalle und von Tribünen, die Erweiterung des Umkleidetrakts und die Sanierung der Laufbahn. Das Finanzvolumen dafür beträgt – Stand jetzt – grob geschätzt 3,35 Millionen Euro. Der Vorsitzende Dr. Jürgen Hörstmann spricht von einem "Langzeitprojekt, in dem viele Details stecken". OM Online gibt einen Überblick über die Zukunftsplanung des TVD.

Wie ist die derzeitige Situation im Jahnstadion? Mehr als unbefriedigend. Die Mängelliste ist riesig. Da sind sich Gesamtvorstand, Fußballer und Leichtathleten einig. Es gibt keine Tribüne mit Sitzmöglichkeiten, nur ein Abdach als einzigen Wetterschutz für die Zuschauer. Der Umkleidetrakt hinterlässt einen dreckigen Gesamteindruck. Die Duschen haben zu wenig Wasserdruck, es bildet sich überall Schimmel. "Man muss sich dafür schämen", sagt Klubchef Hörstmann, selbst Ü60-Fußballer, deutlich. Dies sei nicht landesliga-tauglich.

Nur ein Plan – aber so könnte das Jahnstadion in ein paar Jahren aussehen:  Auf dem Vorplatz soll eine Soccer-Halle entstehen. Die Laufbahn soll saniert und dann eine Länge von 400 Metern (jetzt 380 Meter) haben. Auf der Ostseite des Jahnstadions soll ein neuer Umkleidetrakt neben dem bisherigen entstehen, dazu der jetzige inklusive dem Anpfiff saniert werden. Auf der Westseite soll es eine lange Steh- und Sitzplatztribüne geben. Und am Schützenweg könnten weitere Parkplätze entstehen. Grafik: Planungsbüro Dieter Ostendorf, Christian von der HeideNur ein Plan – aber so könnte das Jahnstadion in ein paar Jahren aussehen:  Auf dem Vorplatz soll eine Soccer-Halle entstehen. Die Laufbahn soll saniert und dann eine Länge von 400 Metern (jetzt 380 Meter) haben. Auf der Ostseite des Jahnstadions soll ein neuer Umkleidetrakt neben dem bisherigen entstehen, dazu der jetzige inklusive dem Anpfiff saniert werden. Auf der Westseite soll es eine lange Steh- und Sitzplatztribüne geben. Und am Schützenweg könnten weitere Parkplätze entstehen. Grafik: Planungsbüro Dieter Ostendorf, Christian von der Heide

Die Tartanbahn für die 100-Meter-Läufe und der Hochsprungbereich müssen erneuert werden, es gibt eine ständige Verunkrautung. Außerdem ist die Laufbahn aufgrund eines früheren Messfehlers nur 380 (statt 400) Meter lang und dafür für Wettkämpfe ungeeignet.

Die 1956 eröffnete Jahnhalle ist abrissreif, wie ein Gutachten der Stadt Dinklage festgestellt hat. Die Glasbauwand ist "unansehnlich und energietechnisch das Ungünstigste, was man haben kann", sagt Hörstmann. Das Dach ist ungedämmt, der Boden in einem mäßigen Zustand. Die von den Fußball-Mädchen genutzten Umkleiden in der Jahnhalle, die seit den 1950er Jahren nicht mehr erneuert wurden, hält Hörstmann gar für "unzumutbar".

Dazu kommt: Weil es im Jahnstadion und im Wir-für-04-Trainingszentrum keinen Kunstrasenplatz gibt, fehlen Spiel- und Trainingsmöglichkeiten vor allem im Winter.

Was sind die Ursachen für den derzeitigen Ist-Zustand? Die letzte große Baumaßnahme im Jahnstadion gab es 1998 und 1999. Damals wurden ein neuer Umkleidetrakt geschaffen und die Vereinskneipe Anpfiff eröffnet. Seitdem fand im Jahnstadion nur noch Flickschusterei statt. Dass es keine größeren Projekte gab, hatte laut Klubchef Hörstmann vor allem drei Gründe: die fehlende finanzielle Unterstützung der Stadt aufgrund der knappen Kassenlage, eine Gesamtplanung und die "immer wieder aufkommende Diskussion um einen vollständigen Abriss und eine vollständige Aufgabe des Jahnstadions", um Wohnraum zu schaffen.

Welche Wünsche und Ziele hat der TVD? Der Turnverein möchte eine Gesamtplanung für die nächsten 10 bis 20 Jahre entwickeln, um die Projekte dann in einer Art Prioritätenliste Stück für Stück umzusetzen.  Es gehe nicht darum, "irgendwelche Luxus- und Prunkanlagen zu errichten", betont Hörstmann, sondern darum, ein möglichst funktionelles Stadion für alle Nutzer (Spieler, Trainer, Betreuer, Eltern, Zuschauer und Schiedsrichter) zu errichten. Der TVD-Vorsitzende ist überzeugt: Der Turnverein könne in der Zukunft mit geringsten finanziellen Mitteln ein "modernes und innovatives Stadion haben". Der TVD hofft dabei auch auf die Unterstützung der Stadt – wohlwissend, dass sich die Kommune finanziell nicht so stark einbringen könne wie etwa die Städte Lohne und Vechta.

Was soll mit dem jetzigen Kabinentrakt passieren? Die Kneipe Anpfiff mit den darüberliegenden Kabinen soll abgerissen werden. Im Erdgeschoss könnten Toiletten und zwei Schiedsrichterkabinen mit Duschen entstehen. Darüber soll der Hausmeister wohnen. Neben dem jetzigen Kabinentrakt von 1999 soll es neue Umkleiden geben, eine neue Gaststätte eröffnen und weitere Multifunktionsräume entstehen.  Vor dem neuen Kabinentrakt könnte eine Tribüne mit Steh- und Sitzplätzen errichtet werden. Die Kosten für diese Maßnahmen schätzt Dr. Hörstmann auf zwei Millionen Euro. 

Welche Gedankengänge gibt es für die Westseite des Jahnstadions? Laut dem Gesamtvorstand sollte auf der Westseite (also in Richtung Schützenweg) ein großer Tribünenbereich mit 450 Sitz- und Stehplätzen entstehen – direkt an der Bande und über die gesamte Länge des Spielfeldes, einschließlich Toiletten und Pavillons. Die Kosten beziffert Hörstmann auf rund 200.000 Euro. 

Was passiert mit der Asche- und Tartanbahn? Ziel ist eine Kunststoffbahn mit vier Laufbahnen und allen erforderlichen Laufbahnkennzeichnungen – idealerweise mit einer Länge von 400 Metern. Zurzeit gibt es nur auf der Westseite eine Tartanbahn. Der Rest der Laufbahn besteht aus Asche, die bei Regenwetter nicht vernünftig zu nutzen ist, weil sich dann Pfützen bilden. 

Diese Sanierung würde vermutlich als erstes der Projekte angegangen. Dies sei auch sinnvoll, weil ein Austausch unumgänglich sei, sagt Klubchef Hörstmann. Jörg Pahl aus der Leichtathletik-Abteilung ergänzt: Der Zustand verschlechtere sich von Monat zu Monat. Wenn nichts investiert werde, sei die Laufbahn bald nicht mehr für Sportzwecke nutzbar.  

Ohnehin soll das Jahnstadion "von innen nach außen" saniert werden, betont Hörstmann. Wird die komplette Laufbahn erneuert und auf die richtige Länge von 400 Metern erweitert, ergäben sich nicht nur "sehr gute Perspektiven" für die Leichtathletik-Abteilung, sondern auch für Läufer, Fußballer und die Sportabzeichen-Sparte. Die Kosten für die Sanierung der Laufbahn taxiert der TVD auf 388.000 Euro.

Was hat es mit einer Freilufthalle auf sich? Im Jahnstadion und im Trainingszentrum gibt es fünf "ausgezeichnete" (Hörstmann) Naturrasenplätze für die Fußballer, dazu kommen noch der Vorplatz und der praktisch nicht genutzte Von-Galen-Platz. In den nassen Herbst- und Wintermonaten ist der Trainings- und Spielbetrieb allerdings nur eingeschränkt möglich, vor allem für Kinder. Im Gegensatz zu einem Kunstrasenplatz, über den mittlerweile ein halbes Dutzend Vereine im Landkreis Vechta verfügen, hält der Gesamtvorstand eine Freiluft-Soccer-Halle auf dem Vorplatz mit einer Größe von 45x25 Meter für eine bessere Ergänzung.

Jürgen Hörstmann sagt: Zum einen seien die Kosten mit rund 450.000 Euro deutlich geringer, auch die späteren Renovierungskosten fielen kleiner aus. Der Trainingsbetrieb sei ganzjährig möglich, die Spieler seien auch vor Regen geschützt. Und: Bei einem Multifunktionsbodenbelag könnten nicht nur Fußballer, sondern zum Beispiel auch Handballer oder Floorballer die Halle nutzen. 

Was ist sonst im und am Jahnstadion noch geplant? Kommt auf den Vorplatz eine Outdoor-Soccer-Halle, ist der Vorplatz nicht mehr für den Fußball-Spielbetrieb nutzbar. Hörstmann schwebt stattdessen dort ein Spaß- und Bewegungspark (Kosten: 100.000 Euro) mit Laufhügeln, Kletterwänden und weiteren Geräten vor. Gerade die Pandemie habe gezeigt, dass sich alle Altersgruppen an der frischen Luft bewegen wollen, sagt Hörstmann und ist überzeugt: "Diese Angebote werden weiter zunehmen."

Der TVD benötigt auch einen neuen Geräteräum (Kosten: 200.000 Euro). Denn derzeit sind alle Maschinen in drei Fertig-Garagen untergebracht. Keine ideale Lösung, wie Hörstmann findet. Auch an der Straße am Schützenweg könnten auf dem Gelände Staggenborg weitere Parkplätze entstehen. Und: Auf der Nordseite soll ebenfalls ein offizieller Haupteingang geschaffen werden.

Und was ist mit der alt-ehrwürdigen Jahnhalle? Die soll zunächst stehenbleiben. Aber die gröbsten Mängel sollen beseitigt werden, außerdem soll die Halle auch optisch verbessert werden, damit sie auch in den nächsten Jahren noch genutzt werden kann – es sei denn, behördliche Auflagen würden dies verhindern. 

Wie geht es nun weiter? Der Gesamtvorstand hat seine Pläne den Mitgliedern auf der Generalversammlung bereits vorgestellt. Klären muss der Gesamtvorstand mit der Fußball-Abteilung noch, in welcher Reihenfolge die Projekte umgesetzt werden sollen. Denn die Fußballer halten zum Beispiel Investitionen in die Infrastruktur für dringender als eine Outdoor-Soccer-Halle.

Bekommt der Vorplatz eine Soccer-Halle? Eine ähnliche Multifunktionsarena wie in Aspach (Baden-Württemberg) schwebt auch dem TVD-Gesamtvorstand vor. Foto: TVDBekommt der Vorplatz eine Soccer-Halle? Eine ähnliche Multifunktionsarena wie in Aspach (Baden-Württemberg) schwebt auch dem TVD-Gesamtvorstand vor. Foto: TVD

Die Dinklager Politik und die Verwaltung hat der Gesamtvorstand am vergangenen Donnerstag über seine Pläne informiert. Bereits am Dienstag (9. November, 18 Uhr) berät der Finanzausschuss in seiner Sitzung im Feuerwehrgerätehaus über einen TVD-Antrag, die Investitionen für die Laufbahn zu bezuschussen. 

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