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Schwieriges Unterfangen: Visbeker Verein schickt bald 20. Container nach Malawi

Die Suche nach einem bezahlbaren Container war abenteuerlich, verrät der zweite Vorsitzende Werner Böttcher. Nun sammelt der lang bestehende Verein wieder Spenden für den nächsten Transport.

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Kostbares Gut: An einen Container zu kommen, war gar nicht so einfach, berichtet Werner Böttcher – nun soll er befüllt werden. Foto: Malawi-Hilfe Visbek

Kostbares Gut: An einen Container zu kommen, war gar nicht so einfach, berichtet Werner Böttcher – nun soll er befüllt werden. Foto: Malawi-Hilfe Visbek

Fast wäre es gar nicht so weit gekommen, dass die Malawi-Hilfe ein besonderes Jubiläum feiern kann. Aber der Visbeker Verein konnte dann doch noch einen Container organisieren, der nun in Bonrechtern zum Beladen bereitsteht. Es ist der 20. Container, den der 2001 gegründete Verein in das ostafrikanische Land schicken will, verrät der zweite Vorsitzende Werner Böttcher. Seitdem habe sich in dem sozialen Verein kaum etwas verändert, nur einige neue Gesichter seien dazugekommen.

Was sich allerdings verändert habe, seien die Umstände rund um die Organisation von Hilfstransporten. Die Corona-Pandemie und der Container-Stau vor der chinesischen Küste sorgen dafür, dass Container gerade Mangelware seien, berichtet Böttcher. Die Kostensteigerungen wegen des russischen Angriffskrieges würden auch Container treffen. Über ein halbes Jahr lang habe Böttcher sich deswegen um eine Transportmöglichkeit bemühen müssen, indessen seien die Rufe nach Hilfsgütern in Malawi immer lauter geworden.

Auf der Suche nach einem Container traf Böttcher auf windige Geschäftemacher

"Unter 5000 Euro kann man keinen Container mehr bekommen. Für unseren ersten haben wir noch 1600 Euro gezahlt", erzählt Böttcher. Im Internet habe er auf windige Geschäftemacher getroffen, die einen Container ohne vorherige Besichtigung verkaufen wollten. Mit den anvertrauten Spendengeldern sollte jedoch kein Risiko eingegangen werden. Letztlich habe der Kontakt zu einer Firma in Bremen, die auch die Seetransporte für den Verein übernimmt, zu der Vermittlung eines bezahlbaren und guten Containers gesorgt.

Das Packen dauere nun seine Zeit, da immer nur am Wochenende gearbeitet werden kann, erklärt Böttcher. Die Spenden müssten neu sortiert werden, alles werde mit Farben zu den verschiedenen laufenden Projekten geordnet und beschriftet. Die aktuellen sommerlichen Temperaturen würden zudem für eine enorme Hitze im Container sorgen. Der Verein plane die Verschiffung zum Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten Jahres.

Kreative Umgestaltung: Die leeren Container bleiben in Malawi und werden dort weiter verwendet. Foto: Malawi-Hilfe VisbekKreative Umgestaltung: Die leeren Container bleiben in Malawi und werden dort weiter verwendet. Foto: Malawi-Hilfe Visbek
„Dabei darf aber nicht in Vergessenheit geraten, dass das alles einen Haufen Geld kostet.“Werner Böttcher, zweiter Vorsitzender der Malawi-Hilfe

Neben Klamotten und Schulmaterialien landen am Ende auch medizinische Geräte, Betten und Schulbänke in dem Container, erklärt Böttcher. Die meisten Spenden kommen von Privatpersonen, den Visbekern sei der Abgabetermin im Herbst schon bekannt. Auch Vereine und Firmen aus der Region engagieren sich, etwa ein Jahr lang werde gesammelt. Bei Maßen von 12 Meter Länge, 2,70 Höhe und 2,50 Breite passe einiges in einen Container rein.

"Dabei darf aber nicht in Vergessenheit geraten, dass das alles einen Haufen Geld kostet", sagt Böttcher. Daher sei der Verein auch immer über Geldspenden dankbar. Über das Jahr hinweg organisieren die Ehrenamtlichen bereits Lieferungen von Medizin und Milchpulver. Das europäische Medikamenten-Hilfswerk Action Medeor mache mittlerweile eine unkomplizierte Hilfe direkt vor Ort mit einer Bezahlung in Deutschland möglich.

In Malawi angekommen, werde der Container beim Bischofshaus in Lilongwe ausgeladen. Die verschiedenen Projektbetreiber holen die Lieferungen direkt ab. Leere Container, deren Tüv dann abläuft, bleiben in Malawi stehen – die Einwohner bauen sie kreativ um, weiß Böttcher. Der zweite Vorsitzende möchte sich selber im Oktober ein Bild vor Ort machen, was benötigt wird. Dann fliegt er gemeinsam mit dem Vorsitzenden Dieter Varnhorn wieder für 4 Wochen nach Malawi.


Fakten:

  • Die Gründung des Vereins geht auf Father Joseph Mpinganjira zurück, der in Visbek lebte, als er in Deutschland Kirchenrecht studierte.
  • Mittlerweile ist Mpinganjira malawischer Botschafter in Deutschland.
  • Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt, es gibt dort Hungersnöte, medizinische Unterversorgung, mangelnde Schulbildung und Aids.
  • Der Verein engagiert sich beim Wiederaufbau von Schulen, dem Kampf gegen den Hunger und unterstützt verschiedene handwerkliche Betriebe.
  • Zudem kümmert sich der Verein um Patenschaften für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche, viele von ihnen sind Aidswaisen.
  • In Zusammenarbeit mit dem Bischofshaus in Lilongwe organisiert die Malawi-Hilfe jährliche Lieferungen nach Ostafrika.
  • Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins.

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