Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Prozess gegen Ex-Windkraftunternehmer Holt beginnt Ende August

Die Vorwürfe sind einmalig in der Windkraftbranche: Der Unternehmer, der zuletzt in der Gemeinde Bakum lebte, soll mit fingierten Projekten Geschäftspartner um 10 Millionen Euro geprellt haben.

Artikel teilen:
Auf dem Weg zum ersten Gerichtstermin: Ein Verfahren hat Hendrik Holt  schon hinter sich. Foto: dpa/Gentsch

Auf dem Weg zum ersten Gerichtstermin: Ein Verfahren hat Hendrik Holt  schon hinter sich. Foto: dpa/Gentsch

Der frühere Windkraftunternehmer Hendrik Holt und 4 weitere Angeklagte müssen sich von Ende August an wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vor Gericht verantworten. Sie sollen Energiegesellschaften mit gefälschten Dokumenten über die Existenz von Windparks getäuscht und diese nicht existierenden Projekte vermarktet haben. Der Schaden soll sich insgesamt auf rund 10 Millionen Euro belaufen, teilte eine Sprecherin des Landgerichts Osnabrück mit. Holt hatte vor seiner Festnahme in der Gemeinde Bakum gelebt.

Gleich zwei Anklagen hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück Holt und seine mutmaßlichen Mittäter auf den Weg gebracht, über die nun die Wirtschaftsstrafkammer des Osnabrücker Landgerichts verhandeln muss. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten unter anderem acht Fälle zwischen Mitte 2015 und Februar 2021 vor. Holt und ein Geschäftspartner sollen als Gesellschafter die eigene Firmengruppe nach außen vertreten haben. Die anderen drei Angeklagten sollen unter anderem die Fälschungen vorgenommen haben.

Demnach sollen die Angeklagten die Manager eines italienischen Konzerns über einen Windpark in Zeven-Wistedt mit Hilfe von gefälschten Dokumenten zur Zahlung von 560.000 Euro gebracht haben. Bei anderen Windkraftprojekten sollen sie ihre Geschäftspartner um rund 1,1 Millionen Euro betrogen haben. Dabei ging es um angebliche Projekte im Landkreis Rotenburg.

Bande soll hunderte Dokumente gefälscht haben

Auch den Geschäftsführern der Tochterfirma eines schottischen Energiekonzerns sollen die Angeklagten die Entwicklung derselben Windkraftprojekte vorgetäuscht haben, die sie bereits der italienischen Firma angeboten haben. Außerdem wirft ihnen die Anklage vor, weitere Windkraftprojekte im Landkreis Rotenburg vorgetäuscht zu haben. Dazu hätten sie 62 gefälschte Verträge vorgelegt und damit knapp 4,3 Millionen Euro kassiert.

Die Tochtergesellschaft eines tschechischen Energiekonzerns war laut Anklage ebenfalls Opfer der fünf Angeklagten. Das Unternehmen wurde demzufolge mit Hilfe von 214 gefälschten Dokumenten über angebliche Windparkprojekte um rund 3,8 Millionen Euro geprellt. Unter anderem sollen die Angeklagten dazu gefälschte Schreiben von verschiedenen Gemeinden in den Kreisen Cloppenburg und Emsland vorgelegt haben.

Lange Haftstrafen drohen

Holt werde außerdem ein weiterer besonders schwerer Fall des Betrugs vorgeworfen, bei dem eine deutsche Windenergiegesellschaft um mehr als 100.000 Euro betrogen worden sei. Dem anderen Gesellschafter werden weitere besonders schwere Untreue-Delikte vorgeworfen. Einer der weiteren Angeklagten werden auch Geldwäschedelikte vorgeworfen.

Der erste Verhandlungstag ist am 31. August. Bis Januar 2022 sind insgesamt 52 Verhandlungstage angesetzt. Möglich sind Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Prozess gegen Ex-Windkraftunternehmer Holt beginnt Ende August - OM online