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Polizei muss bei Corona-Regeln hart durchgreifen

Die Polizei spricht von "erschreckenden Ergebnissen" bei Corona-Kontrollen: In Essen wurde eine Privatparty aufgelöst. In Cloppenburg wurde eine Kneipe mit 80 Gästen geräumt.

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Symbolfoto: dpa

Symbolfoto: dpa

Die Polizei hat am Sonntag von "erschreckenden Ergebnissen" bei den Kontrollen auf Einhaltung der Corona-Regeln berichtet. Das betrifft nicht nur den Südkreis, für den seit Mitternacht  eine strengere Allgemeinverfügung gilt, sondern auch den gesamten Landkreis: Mehrere Gastwirte und der Betreiber einer Shisha-Bar haben laut Polizei die ohnehin geltenden Bestimmungen nicht eingehalten. Nun drohen hohe Bußgelder. 

80 Gäste werden aus der Kneipe eskortiert

Besonders hart mussten die Beamten demnach in einer Musikkneipe in Cloppenburg durchgreifen: Die Gaststätte musste geräumt und geschlossen werden. Dem Betreiber wurde ein Bußgeld in Höhe von 10.000 Euro angedroht. Auslöser der Polizeiaktion waren demnach Hinweise aus der Bevölkerung: In der Musikkneipe würde eine disco-ähnliche Veranstaltung stattfinden. Und tatsächlich: In der Kneipe wurden rund 80 teils deutlich betrunkene Gäste angetroffen. Die Einhaltung der Corona-Regeln wurde dabei offenkundig nicht eingehalten.

Die Gäste liefen durch die Kneipe herum, ohne einen Mundschutz zu tragen. Außerdem berichtet die Polizei, dass mehrere Gäste in dem Lokal getanzt hätten. Das ist derzeit durch die aktuelle Coronaverordnung des Landes Niedersachsen wegen der Abstandsregeln nicht erlaubt. Auch das Personal habe keine Mund-Nase-Bedeckung getragen. Der Gastwirt habe bei der Kontrolle auch nur ein "mangelhaftes" Hygienekonzept vorweisen können. Er muss nun mit rechtlichen Konsequenzen und einem hohen Bußgeld rechnen.

Der Betreiber selbst hat sich in den sozialen Medien zu Wort gemeldet: Er widerspricht den Darstellungen der Polizei.

Sirtaki-Tanz in der Shisha-Bar

Gleiches droht auch dem Betreiber einer Shisha-Bar. Gegen 3 Uhr konnten die Beamten durch die Scheibe der Bar rund 10 Männer sehen, wie sie einen Sirtaki-Tanz aufs Parkett legten. Als die Polizisten eintreten wollten, standen sie vor verschlossenen Türen. Der Betreiber hatte den Schlüssel umgedreht. Er wollte die Beamten davon überzeugen, dass es sich bei den tanzenden Männern nicht um Gäste, sondern um Angestellte handeln würde, die Feierabend gemacht hätten. Die übrigen anwesenden Personen seien Verwandte. Bei der Kontrolle der Personalien habe sich aber herausgestellt, dass unter den 17 Anwesenden doch noch 10 Gäste dabei waren. Zwar lag ein Hygienekonzept in der Shisha-Bar vor, das wurde aber nachweislich nicht eingehalten.

Kontrolliert wurde vor allem im Alten Amt Löningen. Dort trat in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Allgemeinverfügung des Landkreises Cloppenburg in Kraft. Heißt: Ab Mitternacht mussten die Gaststätten in Löningen, Essen, Lastrup und Lindern geschlossen werden. Gleichzeitig gilt eine Kontaktbeschränkung - auch im privaten Bereich. Es dürfen sich nur noch Gruppen mit maximal sechs Personen treffen. Einzige Ausnahmen: Es handelt sich um maximal zwei Haushalten und/oder ein verwandtschaftliches Verhältnis.

Schlechtes Versteckspiel im Partykeller

Gegen 1 Uhr bemerkte eine Polizeistreife, dass in einer Essener Gaststätte Licht brannte. Die Beamten hörten in ihrem Streifenwagen deutlich laute Musik - die kam aber nicht aus der Gaststätte, sondern rund 50 Meter entfernt aus einem Wohnhaus. Als die Beamten an der Tür klingelten und klopften, wurde die Musik schlagartig abgedreht und das Licht komplett ausgeschaltet. Nachdem die Beamten nun einige Zeit vor dem völlig dunklen Haus standen und warteten, wurde die Tür über einen Summer geöffnet.

Die Beamten trafen in einem Partykeller zunächst eine Person. Zunächst: Denn zwei Personen hockten sich unter einem Tisch, um sich zu verstecken. Sechs weitere Personen hatten sich in eine kleine Abstellkammer gezwängt - mit mäßigem Erfolg. Am Ende wurden die Personalien von neun jungen Frauen und Männern (alle etwa um die 23 Jahre alt) aufgenommen. Jeder Einzelne muss nun wahrscheinlich ein Bußgeld von 200 Euro bezahlen.

Wirte müssen nach Ermahnung Bußgeld zahlen

In Cloppenburg müssen außerdem drei weitere Gastwirte mit einem Bußgeldverfahren rechnen. Die Gäste trugen keine Masken, wenn sie ihren Sitzplatz verließen, oder es wurde nicht der Mindestabstand eingehalten. Es mangelte auch an Desinfektionsmittel - in einem Fall wurde den Gästen fälschlicherweise Flächendesinfektion angeboten. Im Übrigen wurde in den Kneipen auch nicht ordentlich gelüftet. "Die Luft stand quasi im Raum", schreibt die Polizei am Sonntag. Besonders heikel: Zwei der Gastronomen sind bereits vor 14 Tagen kontrolliert worden (wir berichteten). Dabei sind sie aufgefordert worden, das verlangte Hygienekonzept zu erarbeiten. Das sei aber immer noch nicht passiert. Nun gab es keine Ermahnung mehr: Die Gastwirte müssen jetzt mit einem Bußgeld im vierstelligen Bereich rechnen.

Kontrolle wird in sozialen Medien kritisiert

In den sozialen Medien wächst allerdings auch die Kritik an der Aktion von Polizei und Ordnungsamt. Das Personal sei in Einzelfällen zu "hart angegangen" worden. Nachdem die erste Gastwirtschaft kontrolliert wurde, seien die Gäste auf andere Lokalitäten ausgewichen. Dort seien zuvor die Regeln eingehalten worden. Durch die Besucherströme, die durch die Kontrollen in der Cloppenburger Innenstadt entstanden seien, sollen einzelne Gastwirte dann von der Situation überrollt worden sein.

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