Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Pauline I. mag Erdbeeren, Fußball und natürlich Langförden

Rotes Kleid, weiße Schärpe und eine beerige Krone auf dem Kopf: Wenn Pauline Averbeck in diesem Look auftaucht, dreht sich jeder nach ihr um. Was die Erdbeerkönigin mit Queen Elizabeth II. gemein hat?

Artikel teilen:
Rot ist ihre Farbe: Als Erdbeerkönigin repräsentiert Pauline das Oldenburger-Münsterland und die leckeren Früchte. Foto: Heil

Rot ist ihre Farbe: Als Erdbeerkönigin repräsentiert Pauline das Oldenburger-Münsterland und die leckeren Früchte. Foto: Heil

Eigentlich hätte Pauline I. Averbeck ihre Beeren-Krone zum Beginn der Erdbeersaison vor gut vier Wochen abgeben müssen. Das jährliche Volksfest in Langförden wäre der Zeitpunkt gewesen, ihre Nachfolgerin als Erdbeerkönigin zu küren. Das Fest fiel aus - coronabedingt. Der "Förderverein Erdbeerkönigin", der für die Wahl verantwortlich ist,  beschloss, Pauline Averbeck um eine Verlängerung zu bitten. Damit hat die 20-Jährige kein Problem. Im Gegenteil. Sie würde die Krone auch noch ein drittes Jahr tragen, sagt sie.

Nun also ist Averbeck die erste Majestät mit zwei Amtszeiten. Wobei sie durch die Corona-Krise derzeit eher wenig beansprucht ist. Alle Schützen- und Dorffeste in der Umgebung, auf denen sie normalerweise an den Wochenenden für die süßen Früchte aus regionalem Anbau werben würde, sind abgesagt. Öffentliche Termine anderer Art? Fehlanzeige! Die nächsten Auftritte sind im November, erzählt die 20-Jährige. Ob sie stattfinden? Hoffentlich, sagt sie. 

Fruchtige Werbung auf Social Media

Was bleibt bei Social Distancing ist die Arbeit auf Social Media. So zeigt sich Pauline Averbeck auf ihrem Instagram-Account mit Erdbeer-Maske im Gesicht oder mit vollem Erdbeerkorb in den Händen. Sie  präsentiert den Pauline-Erdbeerschnaps und beantwortet Fragen rund um die Verlängerung ihrer Regentschaft, ihr Amt, das letzte Jahr und sich selbst.

Das Ende der Kontaktsperre kann die junge Dame aus Langförden  dennoch kaum erwarten. Neben ihren Auftritten als Erdbeerkönigin vermisst sie auch das Training und die Spiele ihrer Fußballmannschaft, in der sie seit mittlerweile acht Jahren eine Stammposition im Mittelfeld hat. Auch die wöchentlichen Treffen mit der Landjugend Langförden, der Averbeck vorsteht, liegen auf Eis. 

"Hier hab ich meine Freunde und meine Landjugend."

Pauline Averbeck, Erdbeerkönigin

Ohnehin ist Langförden, ihre Heimat, der 20-Jährigen sehr wichtig. "Hier hab ich meine Freunde und meine Landjugend", sagt sie. Das Dorf für längere Zeit zu verlassen, kann sie sich nicht vorstellen. Ein halbes Jahr lang hat sie in Bremen digitale Medien studiert, dann zog es sie wieder nach Hause. Jetzt macht sie eine Ausbildung zur Kauffrau im e-Commerce - 300 Meter von ihrer Haustür entfernt. 

Erdbeerkönigin zu werden, das war für die 20-Jährige die Erfüllung eines Traums. Als Langfördenerin hat sie bislang die Amtszeiten aller Vorgängerinnen miterlebt. Sie wusste also genau, worauf sie sich einließ, als sie vor etwas mehr als einem Jahr kandidierte. Um den Thron zu besteigen, musste sie sich zunächst über ein persönliches Schreiben sowie ein Gespräch mit Mitgliedern des Fördervereins bewerben und sich dabei gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen. Die Krönung fand dann in Langförden beim Volksfest statt.

Ihren majestätischen Erfolg musste Pauline Averbeck übrigens zunächst für einige Wochen geheim halten. Niemand durfte von ihrem beerigen Erfolg erfahren, auch nicht die Familie. "Dann hat meine Schwester das rote Kleid gefunden", erinnert sich die 20-Jährige lachend.

Unterstützung von Freunden und Familie

Unterstützung erhielt sie von Anfang an von ihren Freundinnen und den Eltern. Die Mutter ist selbst im Förderverein Erdbeerkönigin aktiv, und Pauline Averbecks "Erdbeermädels" sind auf dem letzten Stoppelmarkt - passend zum Kleid ihrer Majestät - in Rot aufgetreten.

Die Auftritte in der Erdbeerkönigin-Tracht liebt Pauline Averbeck. Foto: HeilDie Auftritte in der Erdbeerkönigin-Tracht liebt Pauline Averbeck. Foto: Heil

Am Anfang war es für die 20-Jährige ungewohnt, in der Öffentlichkeit aufzutreten. "Daran muss man sich erst gewöhnen." Mit rotem Kleid,  Schärpe und Erdbeerkrone fällt man eben überall auf. Vor allem Kinder laufen auf die junge Frau zu, bitten um Autogramme und Fotos. "Die drehen durch, wenn sie mich sehen", sagt sie lachend.

Treffen mit Jens Gieseke und Silvia Breher

Die Aufregung wich schnell. Was bliebt, war der Spaß daran, viele Leute kennenzulernen, sagt Pauline Averbeck. So traf sie bereits Jens Gieseke (CDU), Abgeordneter im Europäischen Parlament, auf der Grünen Woche in Berlin sowie die CDU-Bundestagsabgeordnete  Silvia Breher.  Daran, dass sie nächstes Jahr ihre Krone dann doch abgeben muss, will Pauline Averbeck jetzt noch nicht denken. Denn sie weiß genau: "Ich werde das alles sehr vermissen."

Danke, OM für 10.000 Digital-Abos! Lesen Sie jetzt OM-Plus ein Jahr lang für nur 8,99€ / Monat und sparen Sie so bis zu 40%. Hier geht es zum Angebot.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Pauline I. mag Erdbeeren, Fußball und natürlich Langförden - OM online