Der Frühling kommt und die Vögel gehen auf „Wohnungssuche“: Von Amsel bis Zaunkönig werden derzeit Nistmöglichkeiten erkundet, um den Nachwuchs aufzuziehen. Doch nicht nur der Mensch beklagt fehlenden Wohnraum, auch für die Vögel wird es immer schwieriger, geeignete Brutplätze zu finden. Hier ist tatkräftige Unterstützung gefragt.
Gesagt, getan. Der Langenberger Naturschützer Bernard Schonhöft organisierte deshalb vor der Corona-Epidemie eine ornithologische Hilfsaktion – und zwar auf der geplanten Blühwiese von Waldemar Krause in Holdorf. Ludger Frye, Vorsitzender der Kreisgruppe des Naturschutzbundes sorgte für Nisthilfen und das entsprechende Know-how, Waldemar Krause stellte das Gelände zur Verfügung und die Schülerinnen und Schüler der Holdorfer Georg-Kerschensteiner-Schule brachten unter der Leitung der Lehrer Claudia Totzke und Michael Averbeck die Man-Power und Engagement mit.
Oberschüler halfen bereits beim Einsatz im Dezember 2019
Nach der Einführung durch Ludger Frye ging es an die Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler begaben sich auf die Leiter, um zahlreiche Nisthilfen artentsprechend aufzuhängen, mit Rücksicht auf die korrekte Ausrichtung der Kästen. So entstanden an einem Nachmittag Unterkünfte für den Steinkauz, die Hohltaube, den Baumläufer und natürlich auch Nistplätze für Stare, Meisen und Sperlinge. Die Naturschutz-AG der Oberschule blickte zufrieden auf ihren Arbeitseinsatz zurück und lernte nebenbei, welche Nistmöglichkeiten die unterschiedlichen Vogelarten brauchen, um sich wohlzufühlen.
Waldemar Krause war begeistert. „Toll“, nannte er den erneuten Einsatz der 13 Schüler. Schon im Dezember 2019 waren 30 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8b und der Naturschutz AG aus der Klasse 10 freiwillig aktiv und pflanzten insektenfreundliche Bäume und Sträucher auf der geplanten Blühwiese. Darüber hinaus entkusselten sie eine Fläche für die geplante Aussaat von regionalen Samenmischungen für die geplante Blühwiese.
Die ehemalige Pferdewiese an der Steinfelder Straße möchte Krause mit eigenen finanziellen Mitteln in einen Lebensraum und Rückzugsort für Insekten, Vögel und anderes Getier verwandeln. Warum? „Es ist Zeit, der Natur, von der ich mein Leben lang profitiert habe, etwas zurückzugeben.“
Krause hat bis 2005 an der Steinfelder Straße eine Autolackiererei betrieben. Dahinter, in Richtung der Bundesstraße 214, besitzt er zwei Grundstücke in einer Größe von zusammen rund 4500 Quadratmetern, die zum Teil von altem Baumbestand begrenzt werden. Die Flächen wurden bis vor einiger Zeit als Pferdewiese genutzt.
Nachdem sich der 79-jährige Eigentümer ausführlich über Möglichkeiten für Naturschutz auf seinen Grundstücken informiert hatte, fing er im vergangenen Jahr an, den Bereich um eine vorhandene Hütte so umzugestalten, dass hier möglichst viele Klein- und Kleinstlebewesen einen Lebensraum finden. Totholzhaufen und eine Trockensteinmauer wurden angelegt, Nistmöglichkeiten für unterschiedlichste Insektenarten hergestellt und angebracht. Da über die Hälfte aller Wildbienenarten Erdbewohner sind, wurde Mutterboden ausgekoffert und durch sandigeres Material ersetzt. Nistkästen für Eulen und Eichhörnchenkobel wurden gebaut, Unterschlupfmöglichkeiten für Igel geschaffen. Diese Aufzählung beinhaltet nur einige der von Krause durchgeführten Arbeiten.