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Neubau der Gerbert-Schule wird 3 Millionen Euro teurer als geplant

Die Kosten sind seit den ersten Planungen immer weiter gestiegen. Inzwischen rechnet die Stadt mit Kosten von fast 10,5 Millionen Euro. Jetzt soll der Bau bald starten.

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Lichtdurchflutet: Die Pausenhalle der neuen Gerbert-Schule ist über 2 Geschosse hinweg voll verglast. Das Vordach wird wie das Pultdach begrünt. Grafik: Bramlage Schwerter Architekten

Lichtdurchflutet: Die Pausenhalle der neuen Gerbert-Schule ist über 2 Geschosse hinweg voll verglast. Das Vordach wird wie das Pultdach begrünt. Grafik: Bramlage Schwerter Architekten

Der Neubau der Gerbert-Schule in Altenoythe wird deutlich teurer als bei der ursprünglichen, 2019 erfolgten Investitionsanmeldung für den Haushalt 2020 vorgesehen. Damals waren 7,5 Millionen Euro eingeplant, inzwischen rechnet die Stadtverwaltung mit Baukosten von knapp 10,5 Millionen Euro. Der Schulausschuss des Stadtrates hat die Mehrkosten in seiner Sitzung am Mittwochabend ohne Diskussion einstimmig genehmigt.

Als Grund für die Kostensteigerung nennt die Stadtverwaltung die "allgemein gestiegenen Baupreise". Dass die geplanten 7,5 Millionen Euro nicht ausreichen würden, hatte sich bereits im Mai vergangenen Jahres abgezeichnet. Damals hatte die Verwaltung den Schulausschuss darüber informiert, dass eher mit 8,5 bis 9 Millionen Euro zu rechnen sei.

Architekturbüro rechnet mit 28 bis 30 Monaten Bauzeit

Auch der im Jahr 2019 avisierte Fertigstellungstermin zum Beginn des Schuljahres 2022/23 ist nicht zu halten. Baubeginn soll jetzt Ende Februar/Anfang März 2023 sein, das beauftragte Architekturbüro Bramlage-Schwerter aus Vechta rechnet mit einer Bauzeit von 28 bis 30 Monaten. Umzugstermin wäre demnach in den Sommerferien 2025. "Da ist aber ein sehr guter Puffer dabei", versicherte Geschäftsführerin Michaela Schwerter auf Nachfrage. Wenn der Baustart gut gelinge, könne es durchaus auch schneller gehen.

Bauplanung und -durchführung für das neue Schulgebäude waren 2021 europaweit ausgeschrieben worden, nachdem ein erster Entwurf aus der Stadtverwaltung vom Stadtrat abgesegnet worden war. Mit der Ausschreibung wurde das durch zahlreiche Baumaßnahmen ohnehin stark in Anspruch genommene Bauamt entlastet. Bramlage-Schwerter hatte sich in einem Wettbewerb von insgesamt elf Architekturbüros durchgesetzt. "Das Büro hatte sich sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt", erläuterte der zuständige Bereichsleiter Jan Helmers das einstimmige Votum des Auswahlgremiums.

Dachbegrünung und teilweise Holzverkleidung

Laut Schwerter hat das Architekturbüro die Grundplanung des Bauamts lediglich behutsam modifiziert und in erster Linie in den Details weiter ausgearbeitet. Neu hinzugekommen ist ein geschwungenes Dach über dem Eingangsbereich, das ebenso wie das Pultdach des Gebäudes begrünt werden soll. Ein Teil des Gebäudes, wie etwa das aus dem Grundriss im Erdgeschoss herausragende Lehrerzimmer, bekommt zudem eine Holzverkleidung.

Das dreigeschossige Gebäude bietet der momentan aus allen Nähten platzenden Gerbert-Schule ausreichend Raum für Differenzierungs- und Gruppenunterricht. Auch eine – bislang fehlende – zweigeschossige und lichtdurchflutete Pausenhalle gehört dazu. Sie kann über eine mobile Trennwand zum Musikraum geöffnet werden, sodass auch genug Platz für Veranstaltungen und Aufführungen verfügbar ist.

Wenig Hoffnung auf Fördergelder

Das Gebäude wird energetisch auf dem neuesten Stand sein und regenerative Energien nutzen. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Stromproduktion läuft so weit wie möglich über eine Fotovoltaikanlage mit Batteriespeicher. Für das Raumklima sorgt eine Lüftungsanlage.

Die aktuelle Preisschätzung beruht laut Schwerter aus aktuell laufenden Ausschreibungen zu anderen Projekten. Sie habe die Hoffnung, so die Architektin, dass die Preise zu Beginn des kommenden Jahres, wenn die Ausschreibungen zur Gerbert-Schule bei den potenziellen Auftragnehmern vorliegen, wieder etwas gesunken seien. Hoffnung auf Fördergelder für die energetischen Maßnahmen wollte Schwerter dem Ausschuss nicht machen. Das sieht auch Friesoythes Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers so. "Derzeit werden in erster Linie Sanierungsarbeiten gefördert", erläutert sie. "Für die Förderung von Neubauten ist kein Geld da." Immerhin erhält die Stadt für den Bau einen Zuschuss von 2,3 Millionen Euro aus der Kreisschulbaukasse.

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