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#Nervenflattern – Auf dem Weg zum Schwiegermonster?

Kolumne: Irgendwas mit # – Der erste Eindruck entscheidet. Besonders beim Treffen mit den Eltern des Partners. Aber gibt's dafür ein Patentrezept? Über einen irren Tagestrip in unbekannte Gefilde.

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Haare gekämmt: positiv. Blumen gekauft: erledigt. Vollkommen entspannt ins Auto Richtung Schwiegereltern in spe steigen? Naja. Geht so. Ich bin aber auch selbst schuld. Was muss ich mich auch in der Stadt noch mit einem guten Kumpel verquatschen, anschließend beim Blumenladen rumtüdeln und noch gefühlte 100 Mal vorher auf Toilette gehen, bevor wir losfahren?

Mit leicht schwitzigen Händen setz ich mich ans Steuer. Knapp 210 Kilometer bis zum Zielort. Die Ankunftszeit: eine Stunde später als angekündigt. Super. Unpünktlich sein als Deutscher ist wie ein veganer Schlachter: absoluter Mist.

Tja, ab mit dem Fuß aufs Gaspedal. Schließlich ist bei so einer zweistündigen Fahrt ja noch Zeit genug, um einen Herzkasper zu bekommen, weil man alle möglichen Szenarien im Kopf durchspielt, was man alles falsch machen kann. Zum Beispiel: Den Kuchenteller zu weit am Tischrand platzieren, sodass man mit dem Druck der Gabel einen lauten Knall erzeugt, wenn der Teller wieder Richtung Tischplatte fällt. Sie ahnen es...

Am Dreißigsten Richtung "Final Destination"

Nun ist das so eine Sache: Nutzt man die Autobahnfahrt noch, um mögliche Themen mit der Partnerin abzusprechen, die man auf keinen Fall zur Sprache bringen sollte? Oder hält man einfach den Mund und schwitzt Kilometer für Kilometer vor sich hin? Und wartet man einfach alle Fragen ab oder erklärt man sich selbst? Und wie zum Teufel geht nochmal dieses "Offen-Sein"? Meine Güte, so nervös war ich das letzte Mal beim Freischwimmer, den ich erst nicht bestanden habe, weil ich ohne Taucherbrille nicht die Ringe am Grund sehen konnte... 

Zurück zum Geschehen: Nach zittrigen zwei Stunden Autofahrt erreichen wir die "Final Destination". Tief durchatmen, das sind auch nur Menschen. Und dann bewahrheitete sich das, was meine Partnerin mir prophezeite: "Wenn du meiner Mutter den Blumenstrauß gibst, sagt sie bestimmt so was wie 'Der ist aber schön, aber ich hab' doch gar nicht Geburtstag'." Meine bessere Hälfte ist an dem Tag auch noch 30 geworden (zum zweiten Mal 29, sagt sie). Ein treffender Anlass, um mal bei den Eltern aufzukreuzen...

"Dieses Mal habe ich kein Glas umgekippt oder bin über den Teppich gestolpert, um mich gnadenlos abzumaulen."Max Meyer

"Ich hab doch gar nicht Geburtstag, aber der ist wirklich schön." Reißen Sie sich da mal zusammen! Herzlichen Glückwunsch, auch ans Geburtstagskind!

Überraschenderweise verlief das klassische Kaffeesieren mit Klönschnack und Kennenlernen mehr als entspannt. Kein Aushorchen, keine prüfenden Blicke oder bohrenden Fragen. Vielmehr lockere Gespräche. Mann oh Mann, Meyer!

Gut, die Aktion mit dem Teller konnte ich mir nicht verkneifen. Aber! Dieses Mal habe ich kein Glas umgekippt oder bin über den Teppich gestolpert, um mich gnadenlos abzumaulen. Im Gegenteil. Ich hab' mich wohlgefühlt, als ihr Vater mich fragte: "Und? Gab doch gar keinen Grund, nervös zu sein, oder?" Tja, meine Partnerin ist eine Petze. Irgendwas ist ja immer.

Zwei Stunden Autofahrt später zu Hause kam dann der Satz, den ich selbst prophezeit hatte: "Gab doch gar keinen Grund, aufgeregt zu sein, oder?" Ja, Mutter. Ja, Pappen. Hätt' ich das man vorher gewusst. Im Nachhinein ist man immer schlauer.


Zur Person: 

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