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Kreis Cloppenburg plant (noch) keine neuen Einschränkungen

Insgesamt 63 Mitarbeiter des Emsteker Vion-Schlachthofs wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Ab sofort wird von jedem Mitarbeiter des Schlachtbetriebs täglich ein Abstrich genommen.

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Kurzfristige Pressekonferenz im Cloppenburger Kreishaus: Landrat Johann Wimberg (Mitte), 1. Kreisrat Ludger Frische und Lis Fiebig (links,  Öffentlichkeitsarbeit)  informieren über den aktuellen Corona-Ausbruch im Emsteker Schlachtof.  Foto: Oliver Hermes

Kurzfristige Pressekonferenz im Cloppenburger Kreishaus: Landrat Johann Wimberg (Mitte), 1. Kreisrat Ludger Frische und Lis Fiebig (links,  Öffentlichkeitsarbeit)  informieren über den aktuellen Corona-Ausbruch im Emsteker Schlachtof. Foto: Oliver Hermes

Neuer Corona-Hotspot im Landkreis Cloppenburg: Gerade hatte sich das auffällige Infektionsgeschehen im Löninger Raum deutlich reduziert, da gibt es aktuell einen neuen betrieblichen Schwerpunkt im Emsteker Schlachthof von Vion. Dort sind insgesamt 63 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden, alleine 48 davon am Dienstag. 15 Beschäftigte waren bereits in den Tagen zuvor erkrankt. 46 der betroffenen Menschen leben im Landkreis Cloppenburg, andere in den Kreisen Vechta und Oldenburg. Die Gesamtzahl der positiv getesteten Personen im Kreis ist auf 271 gestiegen.

Wie Landrat Johann Wimberg in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch weiter mitteilte, wurden mehr als 300 Kontaktpersonen in Quarantäne gesetzt. Zu den weiteren Direktmaßnahmen gehöre in Absprache mit dem Unternehmen die sofortige Reduzierung auf eine „Ein-Schicht-Produktion“. In Zahlen: Statt der rund 12.000 Schweine werden nun noch rund 6000 Schweine täglich geschlachtet.

Für weitergehende Konsequenzen, bis hin zur Schließung des Betriebes, wolle man die weitere Entwicklung abwarten. Dabei sei immer die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen im Sinne des Infektionsschutzgesetzes zu berücksichtigen. Schon jetzt aber gilt: Ab sofort werden alle verbleibenen Vion-Mitarbeiter, die das Gebäude betreten, jeden Tag getestet. Die Kosten dafür übernimmt das Unternehmen. Wie viele der rund 1100 Beschäftigten zurzeit noch im Betrieb tätig seien, konnte die Behörde nicht sagen.

Ausbruch soll sich noch nicht auf die Allgemeinheit auswirken

Man könne davon ausgehen, dass das Virus von den Mitarbeitern aus privaten Begegnungen heraus in die Firma hineingetragen wurde, erklärte der Landrat. Die Wohnunterkünfte werde man jetzt im Auge behalten, eine komplette Kontrolle der Quarantäne-Einhaltung sei jedoch nicht möglich. Er verwies auf die grundsätzlichen Corona-Verordnungen des Landes, die regelmäßige Testungen in Schlachthöfen vorschreibe. „Dadurch wurden die Auffälligkeiten in Emstek festgestellt.“

Direkte Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben im Landkreis soll der neue Ausbruch zunächst nicht haben, da sich das Geschehen auf einen Betrieb als „Herd der Infektion“ lokalisieren ließe. Eine spontane Anordnung werde es deswegen nicht geben. Im Löninger Raum sei die Situation eine andere gewesen. Dort habe sich das Virus aus der Gesellschaft heraus verbreitet.   „Die dort ergriffenen Maßnahmen waren sinnvoll und angemessen und auch erfolgreich“, so Wimberg.

Aus der jetzigen Bewertung der Situation könne man den Ausbruch innerhalb des Betriebes auf einen Kernbereich in der Zerlegung reduzieren. Dies sei das Ergebnis einer ersten Betrachtung. Aufgrund des sehr dynamischen Geschehens könne es quasi stündlich zu neuen Entwicklungen und Bewertungen kommen.

Die Kreisverwaltung betrachte das Geschehen bei Vion (48 Neuinfektionen) und im Landkreis (13 Neuinfektionen) getrennt voneinander. Darum sei aktuell nicht zu sagen, ob die angekündigten Lockerungen vor allem auch im Sportbereich Bestand haben könnten. Doch dem Landrat ist auch klar: Die Inzidenzzahl wird die 50-er-Grenze wieder überschreiten. Sollte sich eine flächendeckende Ausbreitung abzeichnen, müssten insgesamt weitere Maßnahmen   getroffen werden.

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