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Kommunaler Friedhof: Lohne findet Standort

Eine Fläche östlich des Brägeler Pickerwegs eignet sich als Begräbnisstätte. Die Lage ist zwar nicht so zentral wie gewünscht. Die Politik unterstützt dennoch die Pläne.

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Eine letzte Ruhestätte auch für Muslime: Im Lohner Ortsteil Brägel soll in den kommenden Jahren ein kommunaler Friedhof entstehen. Foto: dpa/Strobel

Eine letzte Ruhestätte auch für Muslime: Im Lohner Ortsteil Brägel soll in den kommenden Jahren ein kommunaler Friedhof entstehen. Foto: dpa/Strobel

Nach längerer Suche hat die Stadt Lohne einen geeigneten Standort für einen kommunalen Friedhof gefunden. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses teilte der stellvertretende Bauamtsleiter Matthias Reinkober mit, dass eine Fläche am Brägeler Pickerweg, die die Stadt im vergangenen Jahr gekauft hatte, den Anforderungen und Bewertungskriterien für eine Begräbnisstätte entspricht. Ein Bodengutachten hat die geologische und hydrogeologische Eignung bestätigt. Das Areal ist etwa 3,2 Hektar groß und liegt an der Ecke Wicheler Flur.

Um sich Erweiterungsoptionen für die Zukunft zu erhalten, bezieht die Stadt in der Bauleitplanung auch die umliegenden Flächen ein, die sich aber bisher nicht in Besitz der Kommune befinden. Wie Reinkober sagte, sei die Lage zwar nicht so zentral wie anfangs gewünscht. Die Mitglieder des Bauausschusses konnten sich dennoch mit der Lösung anfreunden. Der Verwaltungsausschuss hat nun jüngst die erforderliche Aufstellung der 83. Änderung des Flächennutzungsplans ’80 sowie des Bebauungsplanes Nr. 195 für den Bereich beschlossen.

2015 kamen erste Überlegungen auf

Der Weg bis zum Beginn der Bauleitplanung war lang. Vor zwei Jahren hatte die Stadt ein Planungsbüro mit der Suche nach einem geeigneten Standort beauftragt – der Erfolg war überschaubar. Die Bestrebungen für einen kommunalen Friedhof, der eine Reaktion auf den steigenden Anteil von Menschen nicht-christlichen Glaubens in Lohne wäre, sind jedoch noch deutlich älter. Bereits 2015 gab es erste Überlegungen über die Schaffung einer solchen Ruhestätte. Damals unternahmen Mitglieder des Stadtrats gemeinsam mit Vertretern des Islamischen Kulturvereins und der Kirchengemeinden auch eine Informationsfahrt zum kommunalen Friedhof in Ibbenbüren.

Zurück zum potenziellen Standort in Brägel: Reinkober führte aus, dass zwei Erdgasleitungen das Areal mittig durchschneiden. In diesem Bereich müsse ein Schutzstreifen eingerichtet werden. Auf Nachfrage teilte er mit, dass eine Verlegung dieser Leitungen aus Kostengründen nicht vertretbar sei.

Bürgermeister regt an, über Friedwald nachzudenken

Reinkober nannte das Areal "gut erschlossen". Dem pflichtete Walter Sieveke (CDU) bei, der die Planungen begrüßte. Sein Parteikollege Konrad Rohe sagte, er hätte sich in dem Bereich lieber weitere Gewerbeflächen gewünscht. Er mahnte, dass die Stadt bei der Ausweisung weiterhin alle verfügbaren Optionen prüfen müsse. Dr. Lutz Neubauer (parteilos) ereiferte sich ob der Einlassungen von Rohe. Die Vorstellung, an einen kommunalen Friedhof ein Gewerbegebiet "ranzuklatschen", sei geradezu abenteuerlich.

Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer regte schließlich an, während der weiteren Planungen auch über die Anlegung eines Friedwalds nachzudenken.

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