Königin macht Appetit auf Heidelbeeren
Die Versuchsstation in Langförden dient als Schauplatz für die Saisoneröffnung in Niedersachsen. Die Anbauer rechnen mit einer ordentlichen Ernte.
Thomas Speckmann | 03.07.2020
Die Versuchsstation in Langförden dient als Schauplatz für die Saisoneröffnung in Niedersachsen. Die Anbauer rechnen mit einer ordentlichen Ernte.
Thomas Speckmann | 03.07.2020

Strahlender Gesichter im Anbaugebiet: Heidelbeerkönigin Pia Meyer feierte mit Fred Eickhorst (links, Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer) und Felix Koschnick (Leiter der Versuchstationsleiter in Langförden) den Saisonstart. Foto: Speckmann
Royaler Besuch in der Stadt Vechta: Die deutsche Heidelbeerkönigin Pia Meyer besuchte am Donnerstag die Versuchsstation Beerenobst in Langförden. Die 21-jährige Studentin aus Grethem gab auf Einladung der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer den offiziellen Startschuss für die niedersächsische Heidelbeersaison. Die Majestät weckte damit den Appetit auf die blauen Früchte, die auch von vielen Betrieben im Oldenburger Münsterland angebaut werden. Ob Liberty, Calypso oder Duke: Bei der Verkostung konnten die Gäste aus dem vollen Schöpfen. Mehr als zehn verschiedene Sorten standen in der hiesigen Versuchsstation zur Auswahl. Da griff auch die Königin freudestrahlend zu. "Natürlich roh", antworte Pia auf die Frage, wie sie die Früchte am liebsten verzehrt. Bei der Verarbeitung zu Saft, Sekt und Wein sagt sie aber auch nicht Nein, denn sie weiß: "Die Beeren sind auch sehr gesund." Während die Ernte in Süd- und Mitteldeutschland schon seit einigen Wochen läuft, kommt die Saison nun in Deutschlands größtem Anbaugebiet, der Norddeutschen Tiefebene, auf Touren. "Niedersachsen ist mit etwa 2.000 Hektar Anbaufläche und rund 70 Prozent der Produktion das Zentrum des deutschen Heidelbeeranbaus", erklärte Versuchsstationsleiter Felix Koschnick in seiner Ansprache. "Bei uns in Niedersachsen haben die meisten Heidelbeeren ideale Anbauvoraussetzungen, denn sie wachsen auf Heide- oder Moorstandorten, ihrem natürlichen Lebensraum", so Koschnick weiter. Aber nicht nur der Standort, auch die Witterung sei wichtig für den Erfolg. So hätten die Fröste im Frühjahr zu einer regional sehr unterschiedlichen Reduktion der Erntemenge geführt. "Am stärksten betroffen waren windoffene Moorlagen." "Deswegen gehen wir, der herausfordernden Wetterlagen zum Trotz, wie im Vorjahr von einer landesweiten Gesamterntemenge von um die 10.000 Tonnen aus." Die Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigten sich zum Saisonstart aber recht zuversichtlich. Sie stellten eine ordentlichen Erntemenge und gute Fruchtqualität in Aussicht. Neue Anlagen und Sorten in bestehenden Beständen hätten einen Teil der Schäden ausgeglichen. "Deswegen gehen wir, der herausfordernden Wetterlagen zum Trotz, wie im Vorjahr von einer landesweiten Gesamterntemenge von um die 10.000 Tonnen aus", sagte Koschnik. Laut Mitteilung der Kammer wurden im vergangenen Jahr in Niedersachsen insgesamt 9.780 Tonnen Heidelbeeren geerntet. Daran hatten auch Betriebe aus dem Raum Vechta einen Anteil. Sie vermarkten ihre Produkte unter anderem über den Erzeugergroßmarkt Langförden-Oldenburg (Elo). Verkäufer Walter Meyer blickte der diesjährigen Vermarktung zuversichtlich entgegen. Im Lebensmitteleinzelhandel sei mit Preisen von 12,45 bis 14,95 Euro pro Kilo zu rechnen. An frischer Ware soll es nicht mangeln, wie die Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer um ihren Geschäftsführer und Vorstandssprecher Fred Eickhorst am Donnerstag versicherte. Den Verbrauchern stünden in diesen Sommer ausreichend Heidelbeeren aus Niedersachsen zur Verfügung - auf Feldern zum Selbstpflücken, in der Direktvermarktung und im Einzelhandel. Die Heidelbeeren aus heimischer Produktion hätten im Vergleich zu Importen relativ kurze Transportwege. Dank einer Kombination aus Sorten mit unterschiedlichen Reife-Terminen dauere die Saison in Niedersachsen bis Mitte September. Allerdings braucht es auch ausreichend qualifiziertes Personal, um die blauen Früchte zu pflücken. Hier könnte die Suche nach Helfern einigen Betrieben noch Kopfschmerzen bereiten. Koschnick zeigte sich in diesem Punkt aber relativ entspannt: "Die Erfahrungen während der Spargel- und der Erdbeerernte haben gezeigt, dass vieles durch die familiengeführten Höfe organisiert und abgearbeitet werden kann, auch wenn große logistische Herausforderungen der Betriebsleitung alles abverlangen. Die langjährige, vertrauensvolle Bindung und Zusammenarbeit mit ihren Saisonkräften und den festen Mitarbeitern ist hierbei eine wichtige Größe." Während sich die rund 160 Betriebe in Niedersachsen auf die Ernte konzentrieren, will sich die Versuchsstation der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Langförden weiter auf Anbauversuche, Sortenprüfung, Kulturtechnik und Pfanzenschutz konzentrieren. Die Fläche im geschützten Anbau ist mittlerweile auf rund 4.500 Quadratmeter angewachsen. Im nächsten Jahr soll ein Neubau auf dem Anwesen an der Repker Straße entstehen. Die Büroräume im Ort Langförden werden dann aufgegeben. Beliebt mit Saft, Sekt oder Wein

Kein Mangel an frischer Ware

Station konzentriert sich auf Prüfungen aller Art
6 Gründe, warum man Heidelbeeren essen sollte
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