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Klimafreundliche Gärten dringend gesucht

Wer hat den klimafreundlichsten Garten oder Balkon im ganzen Oldenburger Münsterland? Das will nun die Universität Vechta im Rahmen des Projekts "TeRRIFICA" herausfinden.

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Präsentierten den Wettbewerb "Klima-aktiv im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon": Barbara Grabkowsky (von links), Karin Bokop, Hannah Hoff und Matthias Galle. Foto: Nienaber

Präsentierten den Wettbewerb "Klima-aktiv im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon": Barbara Grabkowsky (von links), Karin Bokop, Hannah Hoff und Matthias Galle. Foto: Nienaber

Im Garten der Uni Vechta grünt und blüht es prächtig. Ein Wildwuchs mit Vorbildfunktion und damit "ein schönes Beispiel für einen klimafreundlichen Garten", stellt Hannah Hoff, wissenschaftliche Mitarbeiterin im EU-geförderten TeRRIFICA-Projekt, heraus. Sie und ihre Mitstreiter suchen nun mit der Aktionsreihe "Klima-aktiv im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon" klimafreundliche Gärten und Balkone im Oldenburger Münsterland. 

Aber was genau macht einen klimafreundlichen Garten oder Balkon eigentlich aus? Das weiß Professor Dr. Marco Rieckmann. Er ist Leiter des TeRRIFICA-Projektteams: "Das kann ganz unterschiedlich aussehen." Es sollte aber zum Beispiel auf heimische und an den Standort angepasste Pflanzen geachtet werden. Für die Insektenvielfalt sei es zudem notwendig, eine Vielfalt an Blühpflanzen als Nahrungsquelle zu haben. Auch der Umgang mit der Ressource Wasser spiele eine wichtige Rolle, meint Rieckmann: Eine Bewässerung sollte, wenn überhaupt notwendig, möglichst mit gesammeltem Regenwasser erfolgen. 

Beiträge können ab heute eingeschickt werden

Ab heute können Beiträge über den eigenen Garten oder Balkon eingeschickt werden, erklärt Karin Bokop, die ebenfalls Teil der Projektgruppe ist. Der Beitrag solle aussagekräftiges Bildmaterial des Gartens oder Balkons sowie einen Infotext (schriftlich oder im Video gesprochen) enthalten, erklärte Hoff. Besonders interessant für die Jury seien die Fragen "Welche besonderen klimafreundlichen Aspekte sind hervorzuheben?", "Seit wann ist der Garten oder Balkon auf diese Weise klimafreundlich gestaltet?" und "Wie groß ist der Garten oder Balkon ungefähr insgesamt?".

Unterstützt wird das Projekt von Johann Wimberg (Landrat Cloppenburg) und Herbert Winkel (Landrat Vechta), die die Schirmherrschaft übernommen haben. "Wir freuen uns, diese Suche nach vielen außergewöhnlichen Ideen, wie ein gutes Klima im Garten oder auf dem Balkon erreicht werden kann, durch unsere Schirmherrschaft unterstützen zu können", sind sich die beiden Landräte einig.

"Graue Steinwüsten" sollen verschwinden

Seinen ersten Auftritt als Beauftragter für Klimaanpassung des Landkreises Vechta hatte bei der Projektvorstellung Matthias Galle. Er ist seit dem 1. Juli in der auch als "Klimaschutzmanager" bezeichneten Position tätig. "Der Landkreis steht voll hinter der Aktion", bekräftigt der Landkreis-Vertreter. Er erhoffe sich jetzt von dem Projekt, dass insbesondere die "grauen Steinwüsten", also nicht begrünte Flächen im Garten, verschwinden würden.

"Der Klimawandel wird in den nächsten Jahrzehnten eine der größten Herausforderungen in der Region."Dr. Barbare Grabkowsky, Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle Transformationsforschung agrar

Auch Dr. Barbara Grabkowsky, Geschäftsführerin der Koordinationsstelle Transformationsforschung agrar und Mitglied des Projektteams, wirbt für den Wettbewerb: "Der Klimawandel wird in den nächsten Jahrzehnten eine der größten Herausforderungen in der Region", ist sie sich sicher. Daher sei es sinnvoll, nun im Kleinen anzufangen, etwas zu ändern. 

Gewinner werden im Herbst gekürt

Die Gewinner-Gärten und -Balkone würden dann im Herbst von einer Jury gekürt, erläutert Hoff. Diese besteht aus Vertretern von kommunaler Seite und Gartenbauunternehmen, des Landkreises sowie der Universität. "Die Gärten und Balkone werden wir dann  vorstellen". Sie sollen als Inspiration und Vorbilder für viele weitere Gärten und Balkone im Oldenburger Münsterland dienen, wünscht sich Hoff. Außerdem werde unter allen Gewinnern die Teilnahme an einem Workshop verlost, der sich mit dem Klimaschutz auseinandersetzt.

Der Wettbewerb in diesem Jahr soll aber noch lange nicht das Ende des Projekts sein. Im kommenden Frühjahr startet Teil zwei der Aktionsreihe: Dort können alle Bewohner des Oldenburger Münsterlandes mitmachen, die ihren Garten oder Balkon klimafreundlich gestalten möchten. Die Größe des Gartens oder des Balkons spielt keine Rolle. Bokop: Auch auf kleinstem Raum können wunderbare Dinge umgesetzt werden.


  • Info I: Der Wettbewerbsschluss ist der 30. September. Bis dahin können die Beitrage unter Angabe des Namens und der Adresse per E-Mail an science.shop@uni-vechta.de gesendet werden.
  • Info II: Weitere Informationen finden Sie hier.

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