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Kenkel darf als Pfarrer zurück in die Linderner Kirchengemeinde – unter Auflagen

Der Geistliche will sein Amt wieder aufnehmen – obwohl Bischof Genn ihn aufgefordert hat, darauf zu verzichten. Nun darf er zwar zurück, doch es werden von Genn Auflagen zur Bedingung gemacht.

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Tür ist noch verschlossen: Bislang ist Pfarrer Kenkel nicht in die Pfarrgemeinde St. Katharina von Siena zurückgekehrt. Foto: G. Meyer

Tür ist noch verschlossen: Bislang ist Pfarrer Kenkel nicht in die Pfarrgemeinde St. Katharina von Siena zurückgekehrt. Foto: G. Meyer

Unter Auflagen kann der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Katharina von Siena in Lindern, Michael Kenkel, in sein Amt zurückkehren. Wie die Pressestelle des Bistums Münster mitteilt, darf der Geistliche 4 Jahre lang "keinerlei Einzelkontakt mit jungen Frauen bis zum Alter von 27 Jahren" haben. Kenkel war im August 2022 beurlaubt worden, weil ihm grenzverletzendes Verhalten gegenüber einer Frau vorgeworfen wurde. Der Vorfall datiert aus dem Jahr 2010.

Der Betroffenen war im Frühjahr 2022 eine fünfstellige Zahlung durch die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen zuerkannt worden. Nach der Veröffentlichung des Falls in der Presse hat sich laut Bistumsleitung im September eine zweite Person gemeldet, die ähnliche Vorwürfe gegen den Priester erhebt.

Die folgenden Untersuchungen hätten zwar keine neuen Anhaltspunkte für straf- oder kirchenrechtliche Sanktionen ergeben. Trotzdem hat das Bistum nach eigenen Angaben Erkenntnisse über das Verhalten des Pfarrers gewonnen. "Dieses Verhalten widerspricht in beiden Fällen deutlich den Schutzpflichten eines Seelsorgers in vertraulichen seelsorgerlichen Beziehungen", heißt es in der Mitteilung.

Aufgrund dieses wiederholten Verhaltens könne sich Bischof Genn eine weitere Tätigkeit des Priesters als Pfarrer in Lindern nicht mehr vorstellen. Er habe den Priester deshalb "mit Nachdruck" zum Verzicht auf das Amt aufgefordert. Auch die Beratungsgremien des Bischofs hätten ihm zu diesem Schritt geraten. "Die Gremien der Pfarrei haben vor diesem Hintergrund und in Kenntnis der Sachlage mit deutlicher Mehrheit erklärt, nicht mehr vertrauensvoll mit dem Pfarrer zusammenarbeiten zu können", schreibt das Bistum.

Diese Auflagen macht Bischof Genn zur Bedingung für die Rückkehr

Bei einer Unterschriftenaktion haben sich inzwischen mehr als 500 Menschen für den Verbleib Kenkels in Lindern ausgesprochen. Auch dieser hat sich offenbar dafür entschieden. Dazu schreibt das Bistum: "Da der Pfarrer sich trotz der ausdrücklichen Aufforderung des Bischofs zur Rückkehr in sein Amt entschieden hat, hat Bischof Genn Auflagen für den weiteren Dienst des Priesters erlassen.

Demnach darf der Pfarrer 4 Jahre lang keinerlei Einzelkontakt mit jungen Frauen bis zum Alter von 27 Jahren haben, weder im Pfarrhaus noch in sonstigen seelsorglichen Situationen der Gemeinde, wie etwa bei Wallfahrten. Zudem übernimmt der Priester die Hälfte der im Frühjahr 2022 einer Frau zuerkannten fünfstelligen Anerkennungsleistung.

Außerdem wird er verpflichtet, weiterhin regelmäßige Beratung in Anspruch zu nehmen. Diese Beratung wird von der Interventionsstelle des Bistums Münster begleitet."

Der Zeitpunkt der Rückkehr Kenkels wird laut der Mitteilung noch mit den Gremien der Pfarrei geklärt. Der gesamte Vorgang werde jetzt an die zuständige Kommission im Vatikan weitergeleitet, heißt es abschließend.


Lesen hier zu dem Thema einen Kommentar von Chefredakteur Ulrich Suffner.

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