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Johnson & Johnson-Geimpfte brauchen den Booster-Booster

Die erste Auffrischung ist noch Teil der Grundimmunisierung. Nummer zwei verbessert den Schutz, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Das allerdings könnte vielen Geimpften nicht klar sein.

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Symbolfoto: dpa

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4 Wochen? 6 Monate? Wann? Und womit? Zum Boostern gibt es viele Fragen. Im Fokus stehen dabei vor allem diejenigen, die zunächst mit Biontech oder Moderna versorgt worden sind. Was aber ist mit denen, die den Vektorimpfstoff von Astra-Zeneca bekamen? Oder den von Johnson & Johnson? Die brauchen eigentlich einen Booster-Booster, heißt es mittlerweile.

Immerhin 5300 Impfdosen von Johnson & Johnson hatte das Land im Frühling allein für eine Sonderkampagne in den Landkreis Vechta gegeben. Verwaltungsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrerinnen und Lehrer, die Helferinnen und Helfer der Feuerwehren: Sie standen dabei unter anderem im Fokus. Und: Auch die Erntehelfer und die Mitarbeiter in den Schlachthöfen wurden mit dem Hinweis, eine Dosis reiche, um als vollständig geimpft zu gelten, angeworben. Im Cloppenburger Impfzentrum sind seinerzeit insgesamt 2626 Impfdosen von Johnson & Johnson verabreicht worden. Das ergibt eine Anfrage von OM Online an die Cloppenburger Kreisverwaltung.

"Der Immunschutz für Johnson-&-Johnson-Geimpfte besteht auch noch nach Monaten. Er kann sich jedoch im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen in der Tat schneller abschwächen", erklärt Sandra Guhe, Leiterin des Vechtaer Gesundheitsamtes. Mehrfach ist der Abstand zwischen Spritze eins und der irgendwann empfohlenen Auffrischung seit dem Herbst korrigiert worden. Nun heißt es: 4 Wochen nach einer Impfung mit Johnson & Johnson sei ein 2. Termin nötig, um sich Biontech oder Moderna geben zu lassen. Eine Auffrischung, ein Booster also. Der, so Guhe, sei auch bei anderen Vakzinen wichtig.

Stiko sieht nach der zweiten Spritze "nur" Grundimmunisierung

Rechtlich gesehen sei ein Johnson-&-Johnson-Geimpfter nach seiner 2. Spritze allerdings nicht mit einem anderen Geboosterten gleichgestellt, warnt Guhe. Diese Spritze ist laut einer aktuellen Tabelle der Ständigen Impfkommission Stiko noch Teil der Grundimmunisierung. Erst 3 Monate später komme die "eigentliche Boosterimpfung", erneut mit einem mRNA-Impfstoff. Verkürzen lasse sich der Abstand nicht. Die zeitlichen Abstände seien einzuhalten, damit der Körper die Zeit bekäme, seine Impfantwort zu formulieren. Das bestätigt auch Manfred Böhling, Pressesprecher des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums auf Anfrage von OM Online: "Personen, die nach der Erstimmunisierung mit Johnson & Johnson dann einen mRNA-Impfstoff erhielten, sollen sich ab 3 Monate nach der letzten Impfung boostern lassen."

Ob über den nötigen Doppel-Booster hinreichend aufgeklärt wurde, auch bei den Arbeiterinnen und Arbeitern mit schlechten Deutschkenntnissen? "Dass Boosterimpfungen für alle erforderlich sind, wird täglich in geballter Form auf allen Medienkanälen mitgeteilt", heißt es hierzu knapp aus dem Vechtaer Kreishaus. 

Den Booster-Booster brauchen die Astra-Zeneca-Impflinge übrigens nicht. "Personen, die 2 mal Vaxzevria und eine Boosterung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten haben, sind aktuell sehr gut geschützt", schreibt Sandra Guhe. Wobei: Alles sei ein Prozess: "Für alle Geimpften gilt, dass im Moment noch unklar ist, wie lange der Boostereffekt anhält und wann genau eine weitere Boosterimpfung erforderlich sein wird."

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