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Insekten, herzlich willkommen: Wie der Garten zur Heimat von Schmetterling und Biene wird

Nicht alles, was grünt und blüht, ist für heimische Insekten ein Paradies. Angela Ostermann und Norbert Rehring erläutern, worauf Sie achten sollten, wenn Sie den Tierchen etwas Gutes tun wollen.

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Ein Insektenhotel gehört für Norbert Rehring eigentlich in jeden Garten. Es bietet Insekten aller Art die jeweils passenden Überwinterungsmöglichkeiten. Foto: Stix

Ein Insektenhotel gehört für Norbert Rehring eigentlich in jeden Garten. Es bietet Insekten aller Art die jeweils passenden Überwinterungsmöglichkeiten. Foto: Stix

Die offene Blüte ist für einen insektenfreundlichen Garten das Wichtigste überhaupt. „Nur wenn die Blüte schön offen ist – wie beispielsweise bei der Akelei oder beim Flieder, kommen die Insekten gut an ihre Nahrung heran“, sagt Angela Ostermann, Inhaberin der gleichnamigen Gärtnerei im Friesoyther Norden. Rosen gehen auch, aber eben nur, wenn sie offen sind.

Der insektenfreundliche Garten ist im Kommen, hat Ostermann festgestellt. „Die Kunden fragen gezielt danach, wie sie ihren Garten so umgestalten können, dass er für die Tiere interessant wird“, erzählt sie. „Die Nachfrage ist hoch, es wird viel darüber gesprochen.“ Möglicherweise, so vermutet die Gärtnerin, zeichne sich da auch ein Trend ab, der weg von den Steingärten führe. Zahlreiche Schilder in der gesamten Gärtnerei weisen deshalb inzwischen auf bienen- oder insektenfreundliche Pflanzen hin, auf die Gämskresse beispielsweise, die Katzenminze, den Rosmarin, die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia Alata)oder die Goldmarie (Bidens ferulifolia).

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Und wenn dann noch der Duft der Pflanze stark ist, dann ist alles gut. „Alles, was duftet, lockt die Insekten an“, erläutert die Gärtnerin. Das erkläre auch, warum die Aktivität der meisten Insekten bei Sonnenschein besonders groß ist. „Der Duft entwickelt sich mit der Sonne.“ Deshalb sei mittags auch meist mehr los als morgens.

Wer sich insektenfreundliche Pflanzen in den Garten holt, der sollte, so Ostermann, darauf achten, dass sie zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr blühen. „Die Insekten müssen ja das ganze Jahr über Nahrung bekommen“, so Ostermann.

Gartengestaltung orientiert sich an den Jahreszeiten

Norbert Rehring hat die Gestaltung seines naturnahen Gartens genau daran ausgerichtet. Vor dem Haus, an der Südostseite, wachsen die Frühblüher, die Mahonie etwa oder wilde Krokusse. „Die blühen schon im Februar, denn die Insekten brauchen da natürlich auch schon was“, sagt er.

Auf der Südwestseite des Hauses steht unter anderem eine große, 23 Jahre alte Sommerlinde. „Das ist ein absoluter Bienenbaum“, erzählt Rehring, der auch im Naturschutzbund aktiv ist. „Wenn man da im Sommer drunter steht, dann brummt es, als würde ein Motor laufen. Da ist alles voll mit Bienen.“ Auch das Pfaffenhütchen, das im Juni blüht, und der etwas später kommende Feuerdorn stehen in diesem Bereich. Für den Herbst ist in der Nordwestecke des Gartens dann der Efeu im Angebot. „Das ist auch was für die Schmetterlinge“, sagt Rehring, „und wenn die Blüten dann zu Beeren werden, freuen sich die Vögel.“

Gartenteich ist Heimat für eine bedrohte Libellenart

Mit Pflanzen allein aber gibt sich Rehring in seinem naturnahen, insektenfreundlichen Garten nicht zufrieden. Er will den Tieren auch in der 4. Jahreszeit etwas anbieten. „Ein Insektenhotel ist wichtig“, sagt er. „Dort finden sie Überwinterungsmöglichkeiten.“ Jedes „Zimmer“ ist unterschiedlich angelegt, sodass jedes Insekt den geeigneten Unterschlupf findet.

Rehrings Prunkstück aber ist der naturbelassene Gartenteich. Fische sucht man dort allerdings vergebens, er ist so angelegt, dass beispielsweise Frösche und Libellen hier eine Heimat finden. Für die grüne Mosaikjungfer etwa hat er extra die Krebsschere und das Hechtkraut eingesetzt. „Die Krebsschere ist nahezu die einzige Pflanze, auf der die grüne Mosaikjungfer ihre Eier ablegt“, erläutert Rehring und fischt die Larve einer Mosaikjungfer aus dem Wasser. "Wenn die schlüpft, braucht sie das Hechtkraut, um dort erst einmal ihre Flügel für den ersten Flug zu trocknen", erzählt er. Die Krebsschere und damit auch die Libellenart sind in Deutschland vom Aussterben bedroht.

Gärtnerin Angela Ostermann hat ein wachsendes Interesse an insektenfreundlichen Pflanzen festgestellt.
Bei der Akelei ist die Blüte weit offen, die Insekten kommen gut an die Stempel heran.
Auch die Katzenminze passt gut in einen insektenfreundlichen Garten.

Rehring hat in seinem Garten in erster Linie heimische Pflanzen . „Es sind ja auch heimische Tiere, die hier leben“, sagt er. Den in der Region weit verbreiteten Rhododendron findet man bei ihm deshalb nicht. „Das ist eine asiatische Pflanze“, betont er. „Die bietet Bienen und Hummeln nur wenig.“

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