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Impfteams sind zum Warten verdonnert

Der Impfkampagne im Landkreis Cloppenburg droht eine Zwangspause. Grund: Der Impfstoff ist am Mittwoch aufgebraucht. Eine bereits letzte Woche angemeldete Lieferung blieb bislang aus.

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Archivfoto: Thomas Vorwerk

Archivfoto: Thomas Vorwerk

Die Impfteams im Landkreis Cloppenburg müssen schon voraussichtlich ab Mittwoch eine Zwangspause einlegen. Das hat die Cloppenburger Kreisverwaltung am Dienstag mitgeteilt. Denn die letzten Dosen der ersten Lieferung sind am Mittwoch aufgebraucht. Wie Kreissprecher Frank Beumker auf Anfrage von OM online bestätigte, habe man eigentlich mit einer zweiten Charge gerechnet. "Die haben wir bereits letzte Woche in Hannover angemeldet", erklärte der Kreissprecher. Angekommen ist aber bislang nichts.

Ursprünglich habe man bei der Organisation mit rund 60 verabreichten Impfdosen am Tag kalkuliert - tatsächlich sei aber ein Pensum von über 130 Dosen pro Tag erreicht worden. Bestandteil der Organisation sei aber auch die lückenlose Nachlieferung von neuen Impfdosen gewesen. Daran scheint es nun zu hapern. Wie Frank Beumker OM online  berichtet, hat die Zwangspause nun Folgen für die Dienstpläne und Logistik. Es hätten in den 27 Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Cloppenburg bis jetzt fast alle impfwilligen Bewohner und Pflegekräfte bedient werden können. "Es fehlen noch 4 Einrichtungen, die unter anderem erst später angefahren werden, da es derzeit darin ein aktives Infektionsgeschehen gibt oder weil zum Beispiel noch wichtige Unterlagen fehlen", teilte die Kreisverwaltung am Dienstag mit.

Für einen vollständigen Schutz vor eine Infektion ist eine zweite Impfung nach 14 Tagen notwendig. "Das Land Niedersachsen hat die dazu notwendigen Dosen auf Lager und verteilt sie, sobald die zweite Impfung fällig wird. Da jede Lieferung beim Land durch zwei geteilt und schrittweise ausgegeben wird, wird unter anderem verhindert, dass diese wichtige zweite Impfung wegen Lieferschwierigkeiten oder ähnlichen Problemen entfällt", erklärt Kreissprecher Sascha Rühl. 

Gesundheitsamt meldet weiteren Todesfall

Unterdessen meldet das Cloppenburg einen weiteren Todesfall, der in Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Coronavirus steht. Eine 79-Jährige aus Cappeln ist verstorben. Damit erhöht sich die Zahl der mit Covid-19 assoziierten Todesfälle im Kreis Cloppenburg auf 64.

Am Dienstag liegen kreisweit 20 neue positive Testergebnisse aus 7 der der 13 Städten und Gemeinden vor. Ein Schwerpunkt ist dabei die Gemeinde Bösel: Hier gibt es 6 Neuinfektionen in einer Altenpflegeeinrichtung. Neue Fälle sind auch im Cloppenburger Wohnpark Lokschuppen nachgewiesen worden. Den Neuinfektionen stehen 62 Personen gegenüber, die seit Dienstag als genesen gelten. Dadurch sinkt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Landkreis Cloppenburg auf 488. 

Aktuell stehen 928 Einwohner unter häuslicher Quarantäne. Die drei Krankenhäuser im Kreisgebiet haben dem Gesundheitsamt gemeldet, dass 18 infizierte Patienten stationär behandelt werden müssen, einer davon intensivmedizinisch.

Wie bereits berichtet, liegt die 7-Tagesinzidenz im Kreis Cloppenburg laut Berechnung des Landesgesundheitsamtes derzeit bei 126,6.


Ein Kommentar zu dem Thema von Matthias Bänsch (Redakteur):

Lässt der Elan schon nach einer Woche nach? Mit großem Brimborium ist Ende der Dezember der Landkreis Cloppenburg von Hannover als erstes Ziel der Impfdosen erwählt worden - weil er wochenlang als landesweiter Hotspot galt. Nun haben sich die Impfteams ins Zeug gelegt und ihr ursprünglich geplantes tägliches Pensum verdoppelt. Hut ab dafür.

Dass jetzt eine Zwangspause droht, weil keine neuen Impfdosen mehr da sind, darf man als organisatorischen Fauxpas empfinden. Zu verantworten in Hannover und Berlin, weil es hier offenkundig um die schlecht vorbereitete Logistik geht.

Jeder Tag, an dem nicht geimpft wird, ist einer zu viel. Das zeigen die Todesfälle, die Neuinfektionen in Alten- und Pflegeeinrichtungen - so auch heute im Landkreis Cloppenburg. In der jetzigen Phase der Impfungen geht es um die Bevölkerungsgruppe, die den Impfstoff dringend braucht - und auch unbedingt haben will, wie deren hohe Impfbereitschaft zeigt.

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