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Im "runden Ordner" soll nichts landen

Auf den Fluren stapeln sich Kartons und Ordner. Erika Pohlmannsortiert und archiviert Tausende Fotos und Exponate, um sie für spätere Generationen zu bewahren.

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Jede Menge Arbeit: Erika  Pohlmann kümmert sich  beim Bürger- und Heimatverein Barßel im Heimat „Dat lüttje Huus“  um die Aufarbeitung der Dokumente und Exponate. Foto: C. Passmann

Jede Menge Arbeit: Erika Pohlmann kümmert sich beim Bürger- und Heimatverein Barßel im Heimat „Dat lüttje Huus“ um die Aufarbeitung der Dokumente und Exponate. Foto: C. Passmann

Akten, Kartons, Bilder und Zeichnungen stapeln sich in den Regalen, aber mittlerweile auch auf den Fluren des Heimathauses „Dat lütje Huus“, unmittelbar unter dem Kirchturm von Ss Cosmas und Damian Barßel. Das „kleine Haus“ ist schon mittlerweile schon fast zu klein geworden, um all die Tausende von Dokumenten und Exponate unterzubringen.  

Die im Heimathaus lagernden Schätze sollen natürlich der Nachwelt erhalten bleiben. Das Stichwort heißt: „Professionelle Archivierung und Speichern mittels Datensätzen“. Neben einem ehrenamtlichen Team ist damit besonders die Angestellte Erika Pohlmann beschäftigt. Im Büro im ersten Stock ist die gebürtige Bielefelderin hinter ihrem Schreibtisch zu finden.  

2013 war sie nach Barßel gezogen. Drei Jahre später heuerte sie beim Bürger- und Heimatverein Barßel als Euro-Joberin an und seit März 2019 ist sie fest angestellt mit einer Wochenarbeitszeit von 38 Stunden. Zusammen mit dem ehrenamtlichen Team kümmert sich die 61-jährie um die historische Aufarbeitung der Geschichte Barßel.

„Es ist noch eine Menge Arbeit, die auf mich wartet. Dokumente werden eingescannt, Fotos auf die Festplatte geladen, Ausschnitte aus Printmedien archiviert. Themengruppen wurde erstellt, die mittlerweile schon Tausende von Dateien erfassen. „Alle Bücher, die in den Regalen stehen, erhalten eine Ordnungsnummer und auch der Inhalt wird gut erläutert. So können Besucher jederzeit schnell die entsprechende Lektüre finden“, erklärt Pohlmann.  

"Manchmal stelle ich mir die Frage: Wo fange ich überhaupt an?"

Erika Pohmann

Auch wenn alles digitalisiert werde, lande nichts in einem „runden Ordner“. Wenn beispielsweise die Fotos eingescannt sind, werden die Originale gleich in einer Fotobox abgelegt. „Immer wieder bringen Heimatfreunde nostalgische und teilweise einmalige Fotos oder Bücher, Schulhefte, und Zeichnungen vorbei, damit sie für die nächsten Generationen nicht verloren gehen“, so Erika Pohlmann,

Der Datenbestand wächst täglich. Irgendwann möchte sie sich auch mit der  von Josef Möller verfassten Familienchronik seit 1651 beschäftigten und ordnungsgemäß sortieren. „Da warten viele Seiten auf mich“, so die Neubarßelerin. Bei den umfangreichen Unterlagen und Exponaten des Bürger- und Heimatvereins stelle sie sich teilweise die Frage, „wo fange ich überhaupt an“. Man müsse schon hoch konzentriert arbeiten. Langeweile komme ganz bestimmt nicht auf. Erfreut wäre Pohlmann, wenn sie noch weitere Ehrenamtliche sie bei der Arbeit unterstützen würden.

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