Holdorfer Schüler helfen Kröten über die Straße
Amphibienschutz steht in der Georg-Kerschensteiner-Schule auf dem Stundenplan. Regelmäßig kontrollieren die Kinder und Jugendlichen die Fangeimer.
Heinrich Vollmer | 02.03.2026
Amphibienschutz steht in der Georg-Kerschensteiner-Schule auf dem Stundenplan. Regelmäßig kontrollieren die Kinder und Jugendlichen die Fangeimer.
Heinrich Vollmer | 02.03.2026

Faszinierend: Umweltschützer Bernard Schonhöft informiert die GKS-Schüler über das Laichverhalten der Amphibien und zeigt ihnen ein gerade aufgesammeltes Exemplar. Foto: Vollmer
Jedes Frühjahr wandern zahlreiche Kröten, Frösche und Molche zu ihren Laichgewässern. Viele von ihnen geraten dabei in Gefahr, wenn sie viel befahrene Straßen überqueren müssen. Um die Tiere zu schützen, helfen 55 Schülerinnen und Schüler der Georg-Kerschensteiner-Schule Holdorf (GKS) nun aktiv beim Amphibienschutz. Entlang einer bekannten Wanderroute wurden Amphibienzäune aufgestellt und die Kinder kontrollieren täglich die Fangeimer. Sie nehmen die gefundenen Kröten und andere Amphibien vorsichtig auf und tragen sie sicher auf die andere Straßenseite. Normalerweise suchen sich die männlichen Kröten huckepack eine „Mitfahrgelegenheit“ über die Straße, indem sie sich auf die weiblichen Kröten setzen. Aber auch diese bekommen nun Unterstützung und werden von den Schülerinnen und Schülern transportiert. Alle Tiere werden gezählt und dokumentiert, um einen Überblick über die Entwicklung der Populationen zu bekommen. Jedes Jahr können so zahlreiche Kröten, Molche und Grasfrösche gerettet werden. Durch diese Aktion wird das Überfahren vieler Tiere verhindert und gleichzeitig erhalten die Jugendlichen Einblick in den Arten- und Naturschutz. Dieses Jahr erwarten die Naturschützer zusätzlich noch besondere Herausforderungen. In Niedersachsen ist die Lage zur Salamanderpest – verursacht durch einen Hautpilz – angespannt. Nachdem der Pilz bereits in den Nachbarländern und Regionen – wie der Eifel und dem Ruhrgebiet – gewütet hat, wurden inzwischen auch Fälle im Raum Osnabrück bestätigt. Da der Pilz für Feuersalamander und andere Schwanzlurche fast immer tödlich ist und durch Sporen im Schlamm an Schuhen oder Reifen weitergetragen wird, gelten strenge Schutzmaßnahmen. Die Schülerinnen und Schüler wurden bei der Auftaktveranstaltung darüber aufgeklärt und nun lautet die wichtigste Regel: „Verschleppung verhindern!“ Bernard Schonhöft (Nabu-Kreisgruppe Vechta) und Ludger Frye (Vorsitzender der Nabu-Kreisgruppe Vechta) informierten dazu umfassend und stehen der GKS in jedem Jahr mit Rat und Tat zur Seite. Die Beteiligung der Schüler am Amphibienschutz ist in jedem Jahr ein voller Erfolg. Sie leisten laut Nabu einen wichtigen Beitrag zum Erhalt heimischer Arten und entwickelten gleichzeitig ein stärkeres Bewusstsein für den Schutz der Natur. Nach Auskunft von Bernard Schonhöft, der sich seit Jahren im Umwelt- und Naturschutz engagiert, beteiligt sich auch die Barbara-Schule Handorf-Langenberg am Amphibienschutz und sammelt an der Gramker Straße die Fangzäune ab, um die Lurche sicher über die Straße und zum Laichteich zu bringen.Salamanderpest breitet sich auch in Niedersachsen aus
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