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Heimatverein Lindern wird Bestandteil des Gemeindelebens

Die Gründungs-Initiative ging vom früheren Bürgermeister Alfons Schewe aus. Nach nun 32 Jahren ist der Heimatverein in Lindern nicht mehr wegzudenken.

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Gründungsversammlung: Der Vizepräsident des Heimatbundes, Hermann Moormann, Landrat Alfons Schewe; Bürgermeister Gerd Janzen und Gemeindedirektor Paul Hußmann am 30. November 1988 im Saal Gardewin. Fotos: Kock

Gründungsversammlung: Der Vizepräsident des Heimatbundes, Hermann Moormann, Landrat Alfons Schewe; Bürgermeister Gerd Janzen und Gemeindedirektor Paul Hußmann am 30. November 1988 im Saal Gardewin. Fotos: Kock

Von einem "bedeutsamen Tag in der Geschichte der Gemeinde Lindern" sprach Alfons Schewe am 30. November 1988. Seinerzeit wurde auf Initiative des ehemaligen Linderner Bürgermeisters und damaligen Landrats der Heimatverein Lindern im Saal Gardewin gegründet. Nach nun über 30 Jahren blickt der aktuelle Vorstand auf eine erfolgreiche Zeit zurück, die das Gemeindeleben mitgeprägt habe.

Dr. Clemens Rühlander war erster Vorsitzender

Vor der Gründungsversammlung hatte Hermann Probst über 270 Unterschriften für eine Mitgliedschaft im Verein gesammelt und so auch den Wunsch der Linderner zum Ausdruck gebracht. Der Vizepräsident des Niedersächsischen Heimatbundes, Hermann Moormann, sprach im Saal Gardewin über Zweck und Ziel eines Heimatvereines und erläuterte den Begriff Heimat, bevor unter der Leitung von Gemeindedirektor Paul Hußmann Dr. Clemens Rühlander zum Vorsitzenden des Heimatvereins gewählt wurde. Stellvertretende Vorsitzende wurden Gisela Dierker und Josefa Nuxoll. Zum Schriftführer wählte die Versammlung Gerd Käter, der auch heute noch dieses Amt bekleidet, und Klaus Hoff wurde zum Kassenwart gewählt.

Heimathaus: 2004 übernahm der Heimatverein das ehemalige Gebäude der Gemeindeverwaltung in der Ortsmitte. Rechts die Büterwerkstatt, die der Heimatverein dort 2005 wieder aufbaute.Heimathaus: 2004 übernahm der Heimatverein das ehemalige Gebäude der Gemeindeverwaltung in der Ortsmitte. Rechts die Büterwerkstatt, die der Heimatverein dort 2005 wieder aufbaute.

Seitdem hat der Heimatverein zahlreiche Veranstaltungen initiiert, begünstigt auch dadurch, dass der Verein im Jahr 2004 das ehemalige Gebäude der Gemeindeverwaltung in der Ortsmitte übernehmen und als Heimathaus nutzen konnte. Zudem wurde 2005 neben dem Heimathaus die historische Büterwerkstatt errichtet. In der Schmiede und Uhrmacherei von Gerhard Anton Büter, der die Werkstatt seinerzeit von seinem Vater übernommen hatte, wurden unter anderem viele wertvolle Uhren hergestellt, die auch weit über Lindern hinaus, sogar noch in Holland, gekauft wurden. Auch originale Werkzeuge, ein Blasebalg von 1854 und andere Sachen wie rund 30 "Büteruhren" gibt es drinnen zu bestaunen. Die Familie Büter lebte von 1819 bis 1903 in Lindern.

Schon der erste Heimatabend war ein großer Erfolg

Am 1. Linderner Heimatabend am 29. Oktober 1989 im Gasthof Gardewin beteiligten sich viele Gruppen, Chöre  und Schulklassen, so dass der Heimatverein nur ein Jahr nach seiner Gründung schon fest in der Gemeinde verankert war. Weitere Höhepunkte der Vereinsgeschichte waren mehrere große Krippenausstellungen im Heimathaus und im Rathaus, eine Fotoausstellung mit fast 800 alten und neuen Bildern von Lindern und den Einwohnern oder das "Plattdüütske Johr", das der Heimatverein gemeinsam mit der Gemeinde 2016 ausrichtete.

Die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Heimatvereins wurde am 6. Juli 2014 begangen mit einem Sommerprogramm auf dem Marktplatz, mit einer plattdeutschen Messe und mit der Beteiligung von vielen Gruppen und Vereine der Gemeinde. Eine öffentliche Dokumentation, um "Gefallenen und Vermissten ein Gesicht geben",  stellte der Heimatverein im August 2008 mit einem Buch vor. Auch die Ausstellungen Adventskalender und Preußische Kulturstiftung im Heimathaus fanden in der Bevölkerung eine große Resonanz.

Der aktuelle Vorstand:  Vorsitzender Helmut Künnen (von links), Irmgard Möhlenkamp, Kassenwart Heinrich Flerlage, Margret Rescher, 2. Vorsitzende Hedwig Schute und Schriftführer Gerd Käter.Der aktuelle Vorstand: Vorsitzender Helmut Künnen (von links), Irmgard Möhlenkamp, Kassenwart Heinrich Flerlage, Margret Rescher, 2. Vorsitzende Hedwig Schute und Schriftführer Gerd Käter.

Seit jeher zählen auch die Reisen zu den Höhepunkten im Programm des Heimatvereins. Die Mehrtages- und Tagesfahrten führten bisher unter anderem zu Deutschlands schönsten Landstrichen, aber auch nach Österreich, Frankreich, die Schweiz, Italien, Belgien, Niederlande, Schweden, Dänemark, Polen und Tschechien. Bei diesen Touren fungierte 20 Jahre lang Heinz Brinkmann als Chef-Reiseorganisator. Hinzu kamen in jeden Jahr die Besuche von bekannten Weihnachtsmärkten in Deutschland. Auch mehrtägige Fahrradtouren und Tagestouren mit dem Rad  gehörten weiter zu den gefragtesten Angeboten des Heimatvereins.

2020 herrschte Stillstand bei allen Planungen und Aktivitäten

Im vergangenen Jahr 2020 herrschte allerdings Stillstand bei allen Planungen und Aktivitäten. Auf der Generalversammlung im Januar 2020 stellten der Vorsitzende Helmut Künnen und Schriftführer Gerd Käter zwar ein vielseitiges und informatives Programm vor; die Corona-Pandemie machte aber alle Planungen zunichte. Wie es in diesem Jahr aussehen wird, ist noch nicht klar.


Fakten

  • Über 350 Mitglieder zählt der Verein jetzt.
  • Nach Dr. Clemens Rühlander wurde 2002 Gerd Janzen zum 1. Vorsitzenden gewählt.
  • Ihm folgte 2019 Helmut Künnen. Gerd Janzen wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

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