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Fünftklässler beschäftigen sich mit dem Leben von Anne Frank

Seit 2020 arbeiten Schülerinnen und Schüler der Molberger Anne-Frank-Schule an Projekten zum Oberthema "Anne Frank kennenlernen". Darunter finden sich Modelle, Rezeptbücher, Comics und Trickfilme.

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Rezepte als Thema (v.l.): Samira Fazlija, Lea Tabeling, Lucienne Peters, Dina Weber, Luisa Maurer, Lyana Naumow, Ewelin Wagner, Ellis Schulz  und Margarita Bjeliaeva. Fotos: Heinzel

Rezepte als Thema (v.l.): Samira Fazlija, Lea Tabeling, Lucienne Peters, Dina Weber, Luisa Maurer, Lyana Naumow, Ewelin Wagner, Ellis Schulz  und Margarita Bjeliaeva. Fotos: Heinzel

Das Tagebuch der Anne Frank ist Weltliteratur. Es zählt zum UNESCO-Weltdokumentenerbe und ist in mehr als 70 Sprachen übersetzt worden.

Die fünften Klassen der Anne-Frank-Schule in Molbergen erfahren seit 2020 viel über das Schicksal der Namensgeberin ihrer Schule durch Projekte zum Oberthema „Anne Frank kennenlernen“. „Der Schwerpunkt liegt auf der Person Anne Franks“, sagt Schulleiterin Petra Hensen. 

Das jüdische Mädchen Anne Frank (1929 bis 1945) versteckt sich 2 Jahre lang vor den Nationalsozialisten in einem Amsterdamer Hinterhaus an der Prinsengracht. In dieser Zeit schreibt sie ihr Tagebuch. 1944 wird sie entdeckt und stirbt ein Jahr später im KZ Bergen-Belsen mit 15 Jahren an Fleckfieber. Als Einziger der Familie überlebt ihr Vater Otto den Holocaust.

Erforschen die Wohnsituation von Anne Frank (v.l.): Leona Dongauser, Vanessa Held, Denisa Focsa und Ariana Stephanco. Erforschen die Wohnsituation von Anne Frank (v.l.): Leona Dongauser, Vanessa Held, Denisa Focsa und Ariana Stephanco.

Wie Anne Frank in ihrem Versteck wohnte? Diese Frage haben sich über das Projekt Vanessa Held, Leona Dongauser, Denisa Focsa und Ariana Stephanco gestellt. Aus Kartons haben sie ihre Modelle gebastelt; Möbel kommen aus ihren Playmobilsammlungen. Kissen wollen sie noch nähen. Das Ganze haben sie selbst recherchiert und organisiert. Auf Anne Frank angesprochen, meint Vanessa, es sei eine „schwierige Zeit“ gewesen und Leona ergänzt: „Es war hart für Anne Frank“. Sie sei verwirrt gewesen und hätte nicht gewusst wie es weitergeht. Sie habe sicher viel Angst gehabt, glaubt Vanessa. 

„Ich bin fasziniert, was die einzelnen Gruppen bislang umgesetzt haben.“Petra Hensen, Schulleiterin Anne-Frank-Schule Molbergen

Jede Gruppe hat eine Projektmappe, in der Pläne, Rechercheergebnisse und Arbeitsfortschritte festgehalten werden. .„Ich bin fasziniert, was die einzelnen Gruppen bislang umgesetzt haben“, lobt Oberschuldirektorin Petra Hensen.

„Innerhalb des Themas kann jeder einen Bereich finden, der ihn total interessiert“, sagt Anne Meyborg. Die 32-Jährige unterrichtet Geschichte und Religion und betreut mehrere Gruppen im Rahmen der Projektarbeit. Die rund 90 Schüler des Jahrgangs 5 sind in Gruppen mit drei bis fünf Kindern aufgeteilt, dabei können sich die Mitglieder auch Klassenübergreifend zusammenfinden.

Joel Schuh (links), Steven Neumann (Mitte) und Timo Kolschevski aus der 5a bauen ein Legomodell des Hauses an der Amsterdamer Prinsengracht. Joel Schuh (links), Steven Neumann (Mitte) und Timo Kolschevski aus der 5a bauen ein Legomodell des Hauses an der Amsterdamer Prinsengracht. 

Prinzipiell nehmen sich die Lehrkräfte erst einmal etwas zurück und lassen die Kinder sich ausprobieren. „Sie sollen Projektarbeit üben und herausfinden wie es funktioniert.“ Pro Woche haben sie dafür einen Block mit 75 Minuten zur Verfügung. „Die Arbeit macht den Schülern enorm viel Spaß“, berichtet Anne Meyborg. Sie merke das daran, dass die Schüler zu Hause an ihren Projekten weiterarbeiten würden. In diesem Schuljahr gehören dazu, das Versteck von Anne Frank zu bauen, ein Buch über ihr Leben zu verfassen, ein Rezeptbuch zu gestalten, einen Kurzfilm zu animieren, einen Comic zu den Waffen der Zeit zu erstellen oder ein Theaterstück zu inszenieren, in dem ein deutsches Mädchen ein jüdisches Mädchen interviewt.

„Wir profitieren auch in anderen Fächern vom Projektunterricht.“Petra Hensen, Schulleiterin Anne-Frank-Schule Molbergen

„Wir profitieren auch in anderen Fächern vom Projektunterricht“, erläutert Petra Hensen. Die Schüler hätten Erfahrungen gesammelt eigenständig zu arbeiten und zu recherchieren sowie über die Gruppenarbeit Teamwork eingeübt. Anne Meyborg erzählt, dass es bei thematisch ähnlichen Projekten unter den Gruppen zu einem Austausch komme. Gerade im letzten Jahr hätte sie dies häufiger beobachtet.

Prinzipiell gliedere sich das Schuljahr im Projektunterricht in drei Phasen. Am Anfang stehe der Einstieg – also die Vermittlung von Methoden, die Planung und die Ideenfindung sowie eine erste inhaltliche Annäherung an das Thema. Und zwar nicht nur über klassische Vermittlungsformen, sondern auch als Quiz oder als Schulrallye. Anschließend folge die Umsetzungsphase, bevor als letztes die Präsentationsphase komme, denn am Ende jeden Schuljahres stehe ein großer Projekttag, an dem die Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. Das muss natürlich entsprechend vorbereitet und geübt werden, dazu gehört freies Sprechen und die Körpersprache. Pandemiebedingt fiel dieser Projekttag 2021 aus. Petra Hensen und Anne Meyborg hoffen, dass in diesem Jahr der Projekttag wieder stattfinden kann.

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