Fütterung, KI und Energiespeicher im Fokus
Fachschüler Agrarwirtschaft unternehmen Exkursion nach Löningen und erfahren unter anderem mehr zur Rinder- und Schweineernährung.
Sonja Gruhn, Redaktion | 27.12.2025
Fachschüler Agrarwirtschaft unternehmen Exkursion nach Löningen und erfahren unter anderem mehr zur Rinder- und Schweineernährung.
Sonja Gruhn, Redaktion | 27.12.2025

Auf dem Hof Fleming: Henning Müller erläutert den Besuchern, warum in einem der Schweineställe keine Tiere mehr grunzen, sondern moderne Energietechnik summt. Foto: Detlef Breuer
Bereits zum fünften Mal in diesem Schuljahr haben sich die 28 Schülerinnen und Schüler der Einjährigen Fachschule Agrarwirtschaft gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Detlef Breuer auf zu einer Fachexkursion gemacht, wie die Schule mitteilt. Die erste Station war demnach die H. Bröring GmbH & Co. KG in Löningen. Im Mischfutterwerk begrüßte Tobias Bolte (Spartenleiter Schwein) die Gäste. Er stellte das in vierter Generation inhabergeführte und seit mehr als 125 Jahren bestehende Unternehmen vor. Des Weiteren referierte er zum Thema „Mischfutterproduktion – Technik und Tiere“, heißt es weiter. Maximilian Braun (Vertriebsleiter Schwein) ging in seinem Wortbeitrag auf aktuelle Herausforderungen im Vertrieb ein. Ergänzt wurde der Vortrag von Tobias Wilken (Vertriebsleiter Rind), der über das Fütterungscontrolling für Milchkühe sprach. Neben den Fachvorträgen entstanden immer wieder Diskussionen mit den Schülerinnen und Schülern. Den Abschluss des Besuches bildete eine Betriebsbesichtigung. Der zweiter Anlaufpunkt in Löningen war der Hof Fleming. Dr. Kathrin Müller und Dr. Henning Müller, die auf ihrem Hof Schweinemast, Pferdezucht und -aufzucht sowie Ackerbau und Grünlandwirtschaft betreiben, begrüßten die Fachschülerinnen und Fachschüler. Henning Müller erläuterte den Besuchern, warum in einem der Schweineställe keine Tiere mehr grunzen, sondern moderne Energietechnik summt. Da auf dem Hofgelände für eine veränderte Schweinehaltung kaum Potenzial war, habe sich die Familie alternative Nutzungsmöglichkeiten für den Stall überlegt. Aufgrund der Mittelspannungsleitung direkt vor der Haustür lag der Gedanke, einen modernen Batteriespeicher zu integrieren, nahe. Die Familie beschritt mit der Anlage neue Wege in der landwirtschaftlichen Diversizierung, heißt es weiter. Henning Müller erläuterte den Schülerinnen und Schülern das Für und Wider einer solchen Anlage sowie die notwendigen Voraussetzungen. Neben einem großen Investitionsvermögen biete das Projekt unter bestimmten Faktoren große Wirtschaftlichkeit. Neben der nachhaltigen und technischen Innovation im alten Schweinestall sprach Henning Müller mit den Schülerinnen und Schülern auch darüber, wie Künstliche Intelligenz (KI) helfen kann, Landwirtschaft produktiver, nachhaltiger und wirtschaftlicher zu machen. Henning Müller ist erster Vorsitzender des Agrotech Valley Forums, einem Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschlands Nordwesten, das sich auf die Digitalisierung der Landwirtschaft konzentriert. Gemeinsam mit sieben anderen Partnern beteiligt sich das Agrotech Valley Forum am 5-jährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt „KI-Reallabor Agrar“, kurz RLA. Mit diesem soll erforscht werden, wie eine resiliente Agrar-, Ernährungs- und Bioökonomiewirtschaft mithilfe von Künstlicher Intelligenz vorangetrieben werden kann. Gemeinsam mit Professor Dr. Tim Römer von der Universität Osnabrück, Projektleiter des RLA, diskutierte Müller mit den Schülerinnen und Schülern auch darüber, wie Neuerungen schneller in die Praxis gelangen können. Besonders beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen und Schüler vom „Blick über den Tellerrand des eigenen Betriebes hinaus“. Das heißt, mit welchen hohen technischen und hygienischen Maßstäben Futtermittel erzeugt werden und wie engagiert die Mitarbeiter sich für ihr Unternehmen einsetzen.
Insbesondere durch die Nutzung von Fördermitteln könne die Nutzung alter Ställe als Energiespeicher sehr rentabel sein. 
Das Thema Energiespeicher eröffne für den einen oder anderen Betriebe neue, interessante Investitionsmöglichkeiten, wenngleich die Netzbetreiber „stark auf die Bremse treten“, stellte Dr. Müller fest.
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