Dreck, Abfall, Maden und Gestank
Die Kleider-Container werden vollgemüllt. Da macht nicht nur Arbeit, sondern kostet auch. Deshalb ist In Barßel jetzt Schluss mit den Sammlungen.
Hans Passmann | 24.06.2020
Die Kleider-Container werden vollgemüllt. Da macht nicht nur Arbeit, sondern kostet auch. Deshalb ist In Barßel jetzt Schluss mit den Sammlungen.
Hans Passmann | 24.06.2020

Immer wieder Ärger: Einige Menschen vermüllen die Container-Standorte oder werfen ihren Abfall in die Sammelcontainer. Hans Geesen kann das nicht länger hinnehmen. Foto: C. Passmann
Für die Organisationen sind sie eine gute Einnahmequelle, doch immer wieder werden die Altkleider-Container als Müll-Abladeplätze missbraucht. Die Barßeler Kolpingsfamilie stellt die Sammlungen deshalb zum Ende des Jahres ein. Trotz der finanziellen Einbußen soll jetzt Schluss sein. Denn die Plätze beim Pfarrheim an der Marienstraße und an der Feldstraße beim Sportplatz werden ständig zugemüllt. Der Verein weiß nicht mehr, wie er Lage Herr werden soll. „Wir sind mittlerweile so weit, dass wir sagen: Wenn es nicht anders geht, müssen wir die Container abziehen. Wir sehen gar keine anderen Möglichkeiten mehr“, erklärt der Vorsitzende des Barßeler Gesellenvereins, Johannes Geesen. „Ich bekomme bald täglich Anrufe. Gerade habe ich wieder ein Bild von der Feldstraße am Sportlerheim des STV Barßel geschickt bekommen. Da sieht es wieder scheußlich aus.“ „Es scheint hin und wieder, als wenn die Leute ihre Kühltruhe entleert haben.“ Ein solches Bild zeige sich immer häufiger. Mal sind das haufenweise Kleider, die Leute aus den Behältern herausgerissen haben – vermutlich, um sich die besten Stücke herauszusuchen. Mal wird Abfall aller Art einfach neben den Containern abgestellt: Sperrmüll, Hausmüll, Lumpen, alles mögliche, zählt Geesen auf. Dass so etwas mal vorkommt, kennt die Kolpingsfamilie schon, aber nicht in dieser Vielzahl: „Im Moment ist es ganz schlimm. Ganze Haushaltsauflösungen werden bei den Container abgestellt“, ärgert sich Geesen. Sogar Essensreste oder ganze Fleischpakete würden in den Container geworfen. „Es scheint hin und wieder, als wenn die Leute ihre Kühltruhe entleert haben“, so Geesen. Es stinke und überall würden Fliegen herumsausen – ganz zu schweigen von Maden. „Wer will da noch den Container leeren oder sauber machen. Ganz schlimm.“, beschreibt der Barßeler Kolpingvorsitzende die unerfreuliche Situation. Wenn sich mal wieder irgendwo eine wilde Müllhalde gebildet hat, dann kommen die Anrufe meist bei Hans Geesen an. Er telefoniert dann Helfer herbei – wenn es denn geht – und dann müssen die Ehrenamtler das aufräumen, was andere hinterlassen haben, die Textilien in neue Säcke füllen, den Unrat zusammentragen und entsorgen. Letztlich übersteigen diese Kosten die Einnahmen. Natürlich spiele auch die Corona-Pandemie eine Rolle, erklärt Hans Geesen. Es gebe zurzeit kaum Abnehmer im Ausland. Einige Container sind deshalb schon gesperrt, weiß Geesen. In Barßel solle nun jedenfalls auch Schluss mit der Kleidersammlung sein.
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