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Die Stadt Lohne will das Ludgerus-Werk stärker fördern

Der jährliche Zuschuss für die Volkshochschule und Familienbildungsstätte soll von 170.000 auf 210.000 Euro steigen. Und nach einer Stellenbesetzung würde sich die Zuwendung weiter erhöhen.

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Foto: Timphaus

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Das Ludgerus-Werk in Lohne soll mehr Geld von der Stadt Lohne erhalten. Zum 1. Januar 2023 könnte der jährliche Zuschuss für die Volkshochschule und Familienbildungsstätte von 170.000 auf 210.000 Euro steigen. Und das ist noch nicht alles: Der Träger der Erwachsenenbildung plant "in absehbarer Zeit" die Einstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers als Nachfolger für den langjährigen Ehrenamtlichen, Werner Becker. Sobald der Posten besetzt ist, soll der Zuschuss auf 250.000 Euro pro Jahr anwachsen. 

Die Mitglieder des Ausschusses für Finanzen, Liegenschaften und Wirtschaftsförderung empfahlen in jüngster Sitzung einmütig, diesem Vorschlag der Stadtverwaltung zu folgen. Das letzte Wort hat der Lohner Stadtrat, der am 12. Oktober (Mittwoch) zum nächsten Mal tagt.

Kämmerer Hermann Theder erläuterte die Sitzungsvorlage. Lohne fördert die Arbeit des Ludgerus-Werks demnach seit 1996 mit einem Betrag von 170.000 Euro pro Jahr. Davon entfallen 100.000 Euro auf die Volkshochschule und 70.000 Euro auf die Familienbildungsstätte. Zusätzlich erhält der Träger der Erwachsenenbildung einen städtischen Zuschuss von derzeit 60.000 Euro pro Jahr für den Betrieb des Seniorentreffpunkts und der Freiwilligenagentur. Über diese Zuwendung, die nicht Gegenstand der aktuellen Beratungen ist, wird alle 3 Jahre neu entschieden. 

Steigende Kosten in vielen Bereichen

Das Ludgerus-Werk hat nun eine Erhöhung um 80.000 Euro auf 250.000 Euro jährlich beantragt – 150.000 Euro für die Volkshochschule und 100.000 Euro für die Familienbildungsstätte. Das entspricht einem Anstieg um etwa 47 Prozent.

Zur Begründung führen der 1. Vorsitzende Jens Fischer und Geschäftsführer Becker unter anderem steigende Kosten für die Unterhaltung, Bewirtschaftung und Energieversorgung der Gebäude sowie für externe EDV-Betreuung an. Außerdem hätten sich die Personalkosten erhöht, ohne dass nennenswerte Mehrerträge erzielbar seien.

Bilanz fürs 1. Halbjahr 2022 ist stark negativ

Der finanzielle Spielraum für das Ludgerus-Werk ist nach eigener Darstellung aufgebraucht. Während die Einrichtung im Jahr 2021 noch einen Überschuss von 35.000 Euro erzielte, sei das Ergebnis des 1. Halbjahres 2022 schon stark negativ, heißt es. Angesichts absehbarer Ausgabensteigerungen werde ein Defizit ohne Zuschusserhöhung unvermeidbar, urteilt deshalb die Lohner Stadtverwaltung.

Und dann ist da noch der anstehende Transfer der Geschäftsführung in die Hauptamtlichkeit. Die Stadt setzt die möglichen Mehrkosten für diesen Posten – mit mindestens 25 Wochenstunden – mit 40.000 Euro pro Jahr an. So betrage die restliche Zuschusserhöhung nach 26 Jahren ohne eine Anpassung 40.000 Euro – was einer Erhöhung um circa 24 Prozent entspricht. Die Anfrage des Ludgerus-Werks "erscheint grundsätzlich aus Sicht der Stadtverwaltung nachvollziehbar", heißt es in der Sitzungsvorlage.

Da der Großteil der Mehrkosten jedoch erst mit der Einstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers aufläuft, so urteilt die Stadt, erscheine es sachgerecht, auch dann erst die Förderung in dem beantragten Umfang auszuweiten. Dieser Argumentation konnte sich der Finanzausschuss anschließen.

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