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Die neue Serie bei OM-Online: Historische Lieblingsplätze

Professor Dr. Michael Hirschfeld erklärt die Idee hinter der Reihe: Mit der Lokalgeschichte vertraute Autorinnen und Autoren zeigen uns einen "hidden place" im OM.

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Historische Lieblingsplätze – hier in St. Georg Vechta. Foto: M. Niehues

Historische Lieblingsplätze – hier in St. Georg Vechta. Foto: M. Niehues

"Historische Lieblingsplätze": Unter dieser Überschrift werden ab jetzt einmal in der Woche besondere Plätze in unserer Region präsentiert. Mit der Lokalgeschichte vertraute Autorinnen und Autoren in und aus Südoldenburg werden in pointierter Form einen Ort ihrer Wahl vorstellen. Einen Platz, der für sie ganz persönlich wichtig ist, mit dem sie Erinnerungen verbinden. Einen Platz, der gleichzeitig aber auch für die Geschichte des jeweiligen Ortes beziehungsweise der Region von Bedeutung ist, in guten wie auch in schlechten Zeiten.

Darunter werden einerseits allgemein bekannte historische Bauten sein, wie Kirchen, Denkmäler oder Gutshäuser, an denen wenig bekannte Details ins Licht gerückt werden. Es kommen andererseits aber auch manche verborgene oder sagenumwobene Orte oder weitgehend unbekannte Gegenstände zum Tragen.

Solchen „hidden places“ nachzuspüren, stößt in den letzten Jahren auf besonderes Interesse in einer breiten Öffentlichkeit. Das ist dem aus Frankreich übernommenen Konzept der Erinnerungsorte zu verdanken, dessen Erfolgsgeschichte in Deutschland seit mehr als 2 Jahrzehnten anhält und das hier in gewisser Weise Pate steht.

Besonderen Plätzen spürten Heimatforscher schon im 19. Jahrhundert nach

Im Oldenburger Münsterland setzte die Suche nach solchen Erinnerungsorten aber schon viel früher ein. Besonderen Plätzen hat Ludwig Strackerjan bereits in seinem 1867 erschienenen Werk „Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg“ nachgespürt. Der Heimatforscher und Pfarrer Karl Willoh sah darin „von vornherein eine Sensation“, weshalb er 40 Jahre später eine zweite, erweiterte Auflage herausbrachte.

Theodor Fontanes berühmte „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ griff schließlich in den 1920er Jahren Professor Dr. Georg Reinke auf. Er suchte in seinen „Wanderungen durch das Oldenburger Münsterland“ zahlreiche – der Raum Friesoythe blieb unberücksichtigt – historische Plätze in Südoldenburg auf. Seine „Plaudereien … von Land und Leuten, von Geschichte und Sage“ waren damals ein großer Publikumserfolg.

Noch heute, 100 Jahre später, hüten viele Heimatfreunde die sieben Bände von Reinkes „Wanderungen“ als besonderen Schatz in ihrem Bücherregal. In einer Zeit rasanten Wandels in Gesellschaft und Kirche, in einer Zeit der fortdauernden Pandemie erleben die Plätze der Heimat eine Renaissance und werden vermehrt bei Wanderungen angesteuert. Die „historischen Lieblingsplätze“ geben Auskunft darüber, wo sich Menschen in der Region hingezogen fühlen und wie sie Geschichte aus dem Blickwinkel der Gegenwart wahrnehmen.


Zur Person:

  • Professor Dr. Michael Hirschfeld ist Vorsitzender des Geschichtsausschusses im Heimatbund für das Oldenburger Münsterland. 
  • Er arbeitet als Lehrer für Deutsch und Geschichte am Gymnasium Lohne. Außerdem lehrt er Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Vechta.

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