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Die Hase-Wasseracht feiert 100-jähriges Bestehen

1922 wurde mit dem „Gesetz zur Bildung von Geestwassergenossenschaften“ der Grundstein gebildet. Seitdem pflegt die Wasseracht die Gewässer.

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So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Dieser Leitsatz gilt bei der Hase-Wasseracht, wenn es um die Pflege der verbandszugehörigen Gewässer geht.  Foto: Hase-Wasseracht

So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Dieser Leitsatz gilt bei der Hase-Wasseracht, wenn es um die Pflege der verbandszugehörigen Gewässer geht.  Foto: Hase-Wasseracht

Die Hase-Wasseracht kann, gemeinsam mit den Oldenburgischen Geest-Wasserachten, einen runden Geburtstag feiern. Zwar lässt sich die Geschichte der Wasserwirtschaft bis in die Antike verfolgen, doch zu einem geordneten System kam es erst mit dem „Gesetz zur Bildung von Geestwassergenossenschaften“ aus dem Jahr 1922, mit dem 19 Wasserachten gegründet wurden und somit 100 Jahre alt geworden sind.

Mit den kleinen Beiträgen, die nun alle Grundstückseigentümer zu zahlen hatten, wurden zum Beispiel der Bau des Küstenkanals und die nach dem Krieg erstellten Generalpläne, Meliorationsentwürfe bis zur Umsetzung konkreter Projekte verwirklicht. Gewässer wurden ausgebaut, und Flächen tiefgepflügt und trockengelegt, Windschutzstreifen bepflanzt und Wege und Brücken gebaut. Der fast flächendeckende Umbau der Landwirtschaft führte zu einem nicht für möglich gehaltenen Wohlstand.

Hase-Wasseracht zieht sich durch die Landkreise Cloppenburg und Vechta

In der Anfangsphase der wasserwirtschaftlichen Regelung hatte besonders der Sturmflut- und Hochwasserschutz höchste Priorität. Viele erinnern sich noch heute an die große Sturmflut in Hamburg. Doch was sind die Aufgaben der Wasserachten heute? Einfach gesagt, die Pflege und Entwicklung der verbandseigenen Gewässer sowie der dem Wasserabfluss dienenden Anlagen und Bauwerke.

Dabei umfasst das Einzugsgebiet der Hase-Wasseracht den südlichen Landkreis Cloppenburg und große Teile des Landkreises Vechta. Von März bis April werden im Jahresverlauf vorrangig Bauarbeiten auf Eigentums- und Gewässerflächen der Verbände vorgenommen, wie der Einbau von Totholz und Kiesbänken, damit sich die Laichhabitate der Fische entwickeln können. Hinzu kommt der Bau von Sohlgleiten, die die Durchgängigkeit für Wasserorganismen verbessern sollen. Weitere Aufgaben sind die Unterhaltung, Instandsetzung, Kontrolle und Prüfung von Schöpfwerken, Ufersicherungen oder Fischaufstiegsanlagen.

Vielzahl von Mitgliedern bleibt die Bedeutung verborgen

Nach der Brut- und Setzzeit ab Juli werden Gewässer mit Gewässerrandstreifen unterhalten. Bei allen Arbeiten kommen die Verbände ihrer Verantwortung und den gesellschaftlichen, gesetzlichen und satzungsgemäßen Anforderungen nach. Bei der Vielzahl der rechtlichen Vorgaben bedarf es zunehmender Abstimmung mit den regionalen Akteuren. So ist der Wunsch der Wasserachten, einvernehmliche Lösungen mit allen Prozess- und Projektbeteiligten umzusetzen. Die Selbstverwaltung ist ein wichtiger Baustein lebendiger Demokratie, in die die Bürger und Mitglieder mit eingebunden werden. So werden aus dem Kreis der Mitglieder die Organe durch Wahlen gebildet, wobei der Verbandsausschuss und der Vorstand aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht.

Die örtliche Nähe der Mitglieder zum Verband ist geblieben, die Verbundenheit jedoch stetig gesunken. Einer Vielzahl von Mitgliedern bleibt die existenzielle Bedeutung ihres Wasser- und Bodenverbandes verborgen. Vorrangig sind es Landwirte, die ihrem Verband eng verbunden sind. Hier bleibt eine Aufgabe der Verbände, die Diskrepanz zwischen Mitgliedern und Verband abzubauen. Zu den zukünftigen Herausforderungen bleibt die Gewässerunterhaltung als Kernaufgabe nach dem Leitsatz: So viel, wie nötig, so wenig, wie möglich. Dazu gehört die Anpassung wasserwirtschaftlicher Anlagen an die Bewirtschaftungsziele. Oberflächenwasser soll, bevor es abgeleitet wird, wegen der zunehmenden Klimaveränderung in Rückhalte-, Aue- und Versickerungsflächen im Einzugsgebiet zurückgehalten und bewirtschaftet werden. Die Auswirkungen des Klimawandels stellt auch die Hase-Wasseracht vor enorme Aufgaben. Dazu gehören die Schaffung von Auenlandschaften, die angepasste Steuerung von Schöpfwerken, Deichrückverlegungen, Reaktivierung von Altarmen und Renaturierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel am Nadamer Bach in Essen oder entlang der A1 am Schierenbach in Deindrup sowie viele weitere Projekte im gesamten Verbandsgebiet.

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