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Der "Lohner Mozart" hat sich mit Leib und Seele der Musik verschrieben

Clemens Rießelmann feiert am Montag (24. August) seinen 90. Geburtstag. Als Organist und Dirigent prägte er das kulturelle Leben in seiner Heimatstadt.

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Am weißen Flügel lebt er auf: Clemens Rießelmann spielt auch mit 90 Jahren täglich ein paar Lieder auf dem Instrument. Foto: Timphaus

Am weißen Flügel lebt er auf: Clemens Rießelmann spielt auch mit 90 Jahren täglich ein paar Lieder auf dem Instrument. Foto: Timphaus

Als Jugendlicher rettete er Lohne vor dem Beschuss durch die Alliierten, später prägte der Organist und Dirigent viele Jahrzehnte das kulturelle Leben seiner Heimatstadt: Clemens Rießelmann feiert am Montag (24. August) seinen 90. Geburtstag.

Der Jubilar kam am 24. August 1930 als drittes von fünf Kindern von Hermann und Maria Rießelmann, geborene Seeger, unweit der St.-Gertrud-Kirche zur Welt. Sein Vater war Küster und Organist, das Familienleben durch den Kirchendienst geprägt.

Die Biografie Rießelmanns ist eng mit dem Glockenturm des Gotteshauses verbunden. Als die Alliierten am 12. April 1945 vor den Toren Lohnes standen, wurden der damals 15-jährige Jugendliche und sein zwei Jahre älterer Bruder Hermann-Josef auf den Kirchturm geschickt, um eine weiße Fahne zu hissen.

Clemens Rießelmann absolvierte ein Musikstudium mit der Ausbildung zum Musiklehrer, Organisten und Chorleiter am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf. Foto: TimphausClemens Rießelmann absolvierte ein Musikstudium mit der Ausbildung zum Musiklehrer, Organisten und Chorleiter am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf. Foto: Timphaus

Dieses Signal der Kapitulation hatten zuvor die englischen und kanadischen Truppen, die sich von Kroge aus dem Stadtzentrum näherten, durch ihren Kommandanten angeordnet. Andernfalls hätte Lohne der Artilleriebeschuss gedroht. Im "Laon 2005", der Schriftenreihe des Heimatvereins Lohne, sind die dramatischen Ereignisse ausführlich dokumentiert worden. Im "Laon 2010" findet sich überdies ein Porträt über Clemens Rießelmann.

Seine Bestimmung fand Rießelmann in der Musik. Er verschrieb sich mit Leib und Seele der Sprache, die alle Menschen verstehen. Auch seinem jüngerer Bruder Paul, der viele Jahre die Musikschule Romberg in Dinklage leitete, wurde diese Passion in die Wiege gelegt.

Clemens Rießelmann erhielt anfangs Klavierunterricht an der Schwesternschule und Orgelunterricht bei Regionalkantor Otto Schmelz. Später absolvierte er ein Musikstudium mit der Ausbildung zum Musiklehrer, Organisten und Chorleiter am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf.

Rießelmann ist Träger der Gregorius-Medaille

Mit gerade einmal 21 Jahren beerbte er seinen Vater als Organist. Dieses Amt übte er mit Hingabe von 1951 bis 1980 aus. Dr. Rainer Lettmann, damaliger Bischof von Münster, verlieh Rießelmann im Oktober 1987 die Gregorius-Medaille, die höchste Auszeichnung für katholische Kirchenmusik. 

43 Jahre lang dirigierte Clemens Rießelmann den Lohner Kirchenchor, wofür er 1989 zum Ehrendirigenten ernannt wurde. Im selben Jahr erhielt er auch die Goldene Stadtmedaille. Von 1957 bis 1968 führte er zusätzlich den Taktstock beim Männergesangverein Concordia. Seit 1976 ist er Chordirektor des Allgemeinen Deutschen Chorverbandes (ADC) und seit 1980 Träger der Cäcilienmedaille.

Clemens Rießelmann war 33 Jahre lang als Musiklehrer an der Realschule tätig. Dort nannten ihn die Schüler liebevoll "Mozart" – und den Musikraum das "Mozarteum".

Am liebsten hört er Klassik und Jazz

Musik spielt weiterhin die erste Geige im Leben des Lohners. "Ich versuche, täglich ein paar Lieder auf meinem Flügel oder an der Heimorgel zu spielen", erzählt Rießelmann. Gleichsam höre gerne Klassik und Jazz. 

Auch wenn er dem Alter seinen Tribut zollen muss, sagt Rießelmann: "Mir geht es gut." Er wünsche sich, dass er noch möglichst lange seiner Leidenschaft für die Musik frönen könne.

Seinen runden Geburtstag feiert er unter anderem mit seinen vier Kindern Andreas, Christoph, Otmar und Claudia. Zum Ehrentag gratulieren auch die sieben Enkel und zwei Urenkel, Freunde und Weggefährten – und natürlich OM online.

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