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Das Pfarrheim St. Antonius in Rechterfeld nimmt Gestalt an

Als nächstes kommen die Dachpfannen auf das Gebäude. Bis zum Ende des Jahres soll der Bau dicht sein. Die Fertigstellung verschiebt sich aber in Richtung Sommer 2022.

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Es ist schon jetzt zu erkennen, wie gut das Pfarrheim in das Ensemble aus Kirche und Park passen wird. Fotos: Heinzel

Es ist schon jetzt zu erkennen, wie gut das Pfarrheim in das Ensemble aus Kirche und Park passen wird. Fotos: Heinzel

Es sei jetzt schon ein Hingucker für die Bürger in Rechterfeld, meint Hermann Josef Lücker. Die Rede ist vom neuen Pfarrheim, welches immer mehr Gestalt annimmt. Im April begannen die Abrissarbeiten des Vorgängerbaus. Nun bekommt das neue Gebäude sein Dach. "Die Dachpfannen sind ausgesucht", so der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus Visbek, zu der auch Rechterfeld gehört. "Ich bin richtig froh, dass wir inzwischen soweit sind", sagt der Geistliche. "Wir wollen dieses Jahr das Gebäude noch dicht kriegen, so dass es über den Winter austrocknen kann." Klappt dies könnten im Frühjahr die Malerarbeiten beginnen. Das ursprüngliche Ziel, den Bau noch in diesem Jahr fertigzustellen wird nicht erreicht. Das neue Pfarrheim St. Antonius soll bis Mitte 2022 fertiggestellt sein.

Die Bauarbeiten wurden zum einen durch den plötzlichen Tod des ursprünglichen Architekten Patrik Wenzel und zum anderen pandemiebedingt verzögert. Im letzten halben Jahr habe sich viel getan. Während der Bauarbeiten seien weitere gute Ideen an den Start gebracht worden. So werde die Photovoltaikanlage auf dem Dach mit Luftwärmepumpen kombiniert. Dadurch werde das neue Gebäude strommäßig autark. "Das war eine gute Geschichte, die sich im Gespräch entwickelt hat", sagt Pfarrer Hermann Josef Lücker über die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Handwerkern und Bauherren. Im großen Veranstaltungssaal im Erdgeschoss wird eine Fußbodenheizung eingebaut und über Infrarotwärme werde der Saal zudem schnell warm und angenehm nutzbar. In der Garage wird ein Starkstrom- sowie ein Wasseranschluss für eventuelle Veranstaltung im Park installiert. Auf der Baustelle in Rechterfeld würden viele junge Leute arbeiten und die hätten "richtig Bock", erzählt Hermann Josef  Lücker begeistert. "Sie denken umkompliziert mit und sprudeln vor guten Ideen."

Bis zum Ende des Jahres soll das Gebäude dicht sein um dann austrocknen zu können.Bis zum Ende des Jahres soll das Gebäude dicht sein um dann austrocknen zu können.

Bislang gab es bei den Bauarbeiten auch die eine oder andere Überraschung. So waren die Stromleitungen im Altgebäude ein Art Puzzle, also eine echte Herausforderung, dadurch dass vieles selbst verlegt wurde. Zudem stellte man fest, dass Pfarrhaus und Pfarrheim gar keinen eigenen Wasseranschluss hatten, sondern über die Kirche versorgt wurden. Das ist nun beim Neubau geändert worden. "Das dient auch dazu, die Kosten vernünftig auseinanderzuhalten", erläutert Lücker.

Geschätzte 1,1 Millionen Euro wird das zweigeschossiges Pfarrheim mit Einliegerwohnung kosten – ein eigenes Pfarrhaus wird es nicht mehr geben. Der Anteil der Kirchengemeinde liegt bei 400.000 Euro. Man spare kräftig und es gebe auch entsprechende Rücklagen, aber ganz ohne Spenden werde es nicht leicht, erläutert der Pfarrer. Die Gemeinde Visbek beteiligt sich mit 200.000 Euro an der Finanzierung. Der Beitrag des Bischöflich Münsterschen Offizialats (BMO) in Vechta liege laut Hermann Josef Lücker bei knapp 500.000 Euro. "Wir bauen mit dem Geld anderen Leute und müssen entsprechend verantwortlich damit umgehen", betont Hermann Josef Lücker.

"Es war gut, dass wir viele Aufträge lange im Vorfeld vergeben haben", meint der Geistliche. Das habe zur Folge, das man sich aktuell noch im Kostenrahmen bewege. "Realistisch sind aber Mehrkosten von 10 bis 15 Prozent", sagt Lücker. Die Kostensteigerungen müsse die Kirchengemeinde tragen. "Die Anfänge sind gemacht." Das Spendenaufkommen sei bislang ganz gut. Pfarrer Hermann Josef Lücker spürt und sieht, dass "die Gemeinde das Projekt richtig mitträgt." So kam bei seinem Priesterjubiläum ebenfalls eine stattliche Spendensumme zusammen, die er zwischen seinen "Herzensangelegenheiten", also "Familien in Not" und dem "Pfarrheim in Rechterfeld“ aufteilte. Trotzdem brauche es weitere Spenden. Interessierte dürften sich gerne bei der Kirchengemeinde melden.

Die Dachpfannen sind ausgesucht und sollen jetzt auf das Gebäude kommen.Die Dachpfannen sind ausgesucht und sollen jetzt auf das Gebäude kommen.

Rechterfeld sei durch ehrenamtliches Engagement geprägt. Sei es bei den Messdienern, der Landjugend oder den Frauen- und Seniorengruppen. Sie alle werden das neue Pfarrheim lebendig nutzen. "Dafür brauchen wir einen praktischen Bau, in dem sich jede Altersgruppe wiederfindet." Im Erdgeschoss werde wieder die Katholische Öffentliche Bücherei untergebracht sein. "Eine wichtige Geschichte für das Dorf. Die Einrichtung wird gut genutzt", berichtet Lücker mit Blick darauf, dass die Bibliothek nachmittags ein Familientreffpunkt sei. Der Nachwuchs könne sich dabei beispielsweise ausführlich über die einzelnen "Tonies" austauschen. Das Pfarrheim soll jedenfalls für alle Rechterfelder nutzbar sein – es fungiere in dieser Hinsicht wie ein Dorfgemeinschaftshaus.

Ein Richtfest werde es jedoch nicht geben, dafür aber eine vernünftige Einweihungsfeier und zwar für Pfarrheim und Kindergarten. Herrmann Josef Lücker denkt dabei an ein buntes Sommerfest – vielleicht mit einem Open Air Gottesdienst. 

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