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Der Abriss des Pfarrheimes in Rechterfeld hat begonnen

Das Bauprojekt liegt damit ein halbes Jahr hinter dem Zeitplan. Pfarrer Hermann Josef Lücker will den Neubau Ende 2021 fertiggestellt sehen. Er schätzt, dass die Kosten auf 1,1 Millionen Euro steigen.

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Das Bauprojekt ist gestartet: Die Abrissarbeiten am alten Pfarrheim in Rechterfeld haben mit der Entsorgung der Eternit-Dachplatten begonnen. Foto: Heinzel

Das Bauprojekt ist gestartet: Die Abrissarbeiten am alten Pfarrheim in Rechterfeld haben mit der Entsorgung der Eternit-Dachplatten begonnen. Foto: Heinzel

Die Bagger sollen nächste Woche anrollen, um die Abrissarbeiten des Pfarrheimes an der Dorfstraße in Rechterfeld entsprechend voranzutreiben. Die Vorbereitungen laufen. Das erste Dach ist nahezu abgedeckt. Der Startschuss hierfür fiel in der vergangenen Woche. Die asbestbelasteten Eternit-Dachplatten werden jetzt entsorgt. Dafür war eine spezielle Genehmigung des Landkreises notwendig, berichtet Hermann Josef Lücker. Der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus Visbek, zu der auch Rechterfeld gehört, erzählt weiter, dass viele Details, wie etwa die Entsorgung der Eternitplatten, den Beginn des Bauprojektes „Neues Pfarrheim St. Antonius“ immer wieder verzögert haben. Das Ergebnis: Die Baumaßnahme liegt aktuell ein halbes Jahr hinter dem Zeitplan zurück. Der Geistliche hält aber an dem gesetzten Fertigstellungstermin Ende 2021 fest und meint: "Ich bin froh, dass es jetzt losgeht!" Für ihn ist ganz klar: "Wir brauchen das Gebäude vor Ort."

Die Kosten werden sich nach neusten Einschätzungen auf 1,1 Millionen Euro belaufen

Geschätzte 1,1 Millionen Euro wird das zweigeschossiges Pfarrheim mit Einliegerwohnung kosten – ein eigenes Pfarrhaus wird es nicht mehr geben. Das ist ein Anstieg von 100.000 Euro seit Januar 2021. Diese Mehrkosten muss die Kirchengemeinde selber tragen. Ihr Anteil steigt damit auf 400.000 Euro.  Man spare kräftig und es gebe auch entsprechende Rücklagen, aber ganz ohne Spenden werde es nicht leicht. Doch da zeigt sich Pfarrer Hermann Josef Lücker zuversichtlich: „Ich bin sehr optimistisch, was die Spendenfreudigkeit anbelangt“, sagt er. Interessierte dürften sich gerne bei der Kirchengemeinde melden.

Die Gemeinde Visbek beteiligt sich mit 200.000 Euro an der Finanzierung. "Hintergrund dafür ist insbesondere die Bücherei der Kirchengemeinde, die im Pfarrheim untergebracht ist", erklärte Amtsleiter Jörg Reinke im Januar gegenüber der Redaktion. Der Beitrag des Bischöflich Münsterschen Offizialats (BMO) in Vechta liege laut Hermann Josef Lücker bei knapp 500.000 Euro.

"Das Pfarrheim kann auch gerne als Dorfgemeinschaftshaus gesehen werden."Pfarrer Hermann Josef Lücker

Der Neubau wird wieder gegenüber der St. Antonius Kirche liegen, wobei der Eingang zur Kirche ausgerichtet sein soll. In die Einliegerwohnung könnte ein ehrenamtlich tätiger Hausmeister einziehen. "Es ist gut, wenn so ein großes Gebäude bewohnt ist und sich jemand darum kümmert", sagt Pfarrer Hermann Josef Lücker. So hätten Gruppen wie Kolping, Musikverein, Landjugend, Messdiener, Senioren, kfd und viele andere einen Ansprechpartner vor Ort. "Unsere Pfarrheime werden sehr, sehr gut genutzt und zwar durch alle Altersschichten hindurch", sagt Pfarrer Lücker. Er lobt zudem das gute Miteinander in Rechterfeld und sagt: "Das Pfarrheim kann auch gerne als Dorfgemeinschaftshaus gesehen werden." Er finde es wichtig, dass auch konfessionsungebunde Gruppen das Gebäude nutzen können. Es soll schließlich ein Anlaufpunkt für alle Gruppen und Vereine in Rechterfeld sein.

Der geplante Neubau soll farblich ein Ensemble mit der Kirche St. Antonius bilden. Foto: HeinzelDer geplante Neubau soll farblich ein Ensemble mit der Kirche St. Antonius bilden. Foto: Heinzel

Das Haus werde sich farblich in das Ensemble um die St. Antonius Kirche einfügen. Das Ganze solle eine "runde Sache" werden und "harmonisch" gestaltet sein. "Es muss kein Schmuckstück sein, es muss praktikabel sein", sagt der Geistliche. Im Erdgeschoss werde auf der rechten Seite die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) untergebracht. Am Kopfende liegt ein Gruppenraum, der auch von der Bücherei für Buchausstellungen genutzt werden könne. Dieser Raum grenzt an die Küche an, welche wiederum an den großen Veranstaltungssaal angrenzt, schildert Pfarrer Hermann Josef Lücker die Räumlichkeiten und fährt fort, dass ein Fahrstuhl in das Obergeschoss führt.

Dort fänden sich 2 Gruppenräume, die Einliegerwohnung und ein großer Raum, der etwa durch den örtlichen Musikverein als Instrumentenlager genutzt werden könnte. Auf dem Dach sind Solarpanele für den Eigenbedarf geplant. Zudem werde es einen schönen Außenbereich mit Terrasse geben, von dem der neu gestaltete Park nebenan ebenso wie Kindergarten und Grundschule fußläufig erreichbar sind.

Ein Neubau war finanziell günstiger als eine Sanierung

Die beiden sich im Abriss befindlichen Gebäude (Pfarrhaus und Pfarrheim) wurden laut Visbeker Chronik 1979 und 1988 erbaut. Schon lange herrschte ein Konsens in der Pfarrei darüber, dass die Gebäude für die stattfinde Nutzung nicht mehr geeignet waren. "Weder die sanitären Anlagen noch Küche sind behindertengerecht, und es ist energetisch nicht mehr tragbar“, zählte Hermann Josef Lücker bereits vor Monaten einige Mängel auf. Da aufgrund von Kostenschätzungen ein Neubau finanziell günstiger sei als ein Umbau sowie Sanierung der Gebäudes, hatte sich die Gemeinde für die Neubau-Lösung entschieden.

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